In abgespeckter Form?

100-Euro-Ticket: Oberallgäuer Grüne fordern mehr Geld

Bus am Busbahnhof in Sonthofen
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Noch nicht richtig in die Gänge gekommen sind die Pläne, mit einem 100-Euro-Ticket den ÖPNV anzuschieben.

Oberallgäu – Dass das geplante und vom Oberallgäuer Kreistag beschlossene „100-Euro-Ticket“ nicht in die Gänge kommt, wollen die Grünen im Kreistag nicht hinnehmen. Um das Projekt – zumindest in abgespeckter Form – voranzubringen, sollen die Mittel für den Öffentlichen Personennahverkehr im kommenden Jahr auf dem aktuellen Niveau bleiben. Ob es allerdings wirklich weitergeht, hängt nicht zuletzt von der Finanzsituation des Landkreises ab.

Konkret bedeutet das den Grünen zufolge: Die bislang nicht abgerufenen Mittel für das 100-Euro-Ticket müssen in den Haushalt des nächsten Jahres überführt werden. Es geht um rund eine Million Euro. Ein entsprechender Antrag der Grünen-Fraktion ging allerdings erst wenige Tage vor der Sitzung des Kreisausschusses für ÖPNV, Energie und Klimaschutz ein und wurde nicht abschließend behandelt, doch im Grundsatz diskutiert.

Die Grünen können sich auch eine Lösung vorstellen, die das 100er-Ticket nur auf den Busverkehr beziehe. Die Bahn müsse langfristig unbedingt mit ins Boot, so Kreisrat Thomas Frey. „Aber jetzt müssen wir dranbleiben!“ Im Antrag ergänzt Fraktionssprecherin Christina Mader: „Die Oberallgäuer Bürger erwarten zu Recht die Einführung des beschlossenen 100-Euro-Tickets!“ Das Projekt sei keineswegs vergessen, merkte Landrätin Indra Baier-Müller an. Und obendrein kein „kleines Thema“, wie sie ergänzte. Erforderlich seien allerdings viele weitere Gespräche mit den Verkehrsbetrieben, die man für das 100-Euro-Ticket ins Boot holen müsse.

Mit Blick auf die noch notwendigen Verhandlungen, die Stadt Kempten und die Pendler-Thematik dürfe man nicht den Fehler begehen, nur schnell eine Lösung finden zu wollen. Ob der Wurf mit dem Ticket im Jahr 2021 gelinge, sei daher ungewiss. Es brauche neue Kalkulationen. Thomas Wurmbäck (CSU) warnte ebenfalls davor, „irgendeine Hausnummer rauszuplärren, ohne den Menschen eine Lösung zu bieten“. Er kann sich aber vorstellen, das aktuelle Tagesticket für nur 5 statt 15 Euro anzubieten.

Josef Gutsmiedl

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