Gedichte lernen und Basteln

Zwei Hobbys halten die 100-jährige Erna Combecher fit

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Die Jubilarin Erna Combecher (vorne) eingerahmt von ihren Liebsten und dem Oberbürgermeister: (v.l.) Tochter Claudia Weisner-Combecher, Enkelin Christina Weisner, OB Thomas Kiechle, „Schwiegersohn“ Toni Felice und Tochter Sylvia Combecher.

Kempten – Wenn OB Thomas Kiechle Gedichte aufgesagt werden, vermutet man ihn am ehesten in einer Schule. Doch weit gefehlt: Er stattete am Dienstagnachmittag Erna Combecher anlässlich deren 100. Geburtstag einen Besuch ab und die Jubilarin selbst gab vier Gedichte zum Besten.

„Gedichte lernen ist sehr gutes Kopftraining“, meinte sie zum beeindruckten OB.

Combecher wurde am 9. Januar 1918 als älteste von drei Mädchen in Lispenhausen bei Rothenburg an der Fulda geboren. Nach der Volksschule ging sie auf eine Kinderpflegerinnenschule in Kassel und arbeitete danach in einem Kindergarten in Lispenhausen. Vom Staat Hessen erhielt sie ein Stipendium, um in Thale im Harz weiterbildend eine Ausbildung zur Kindergärtnerin zu machen. Nach dem Abschluss arbeitete sie zehn Jahre lang als Kindergartenleiterin in Marburg/Lahn und Umgebung mit Unterbrechungen während des Zweiten Weltkriegs, als die Kindergärten geschlossen wurden. In dieser Zeit wurde sie zur Bahnhofsmission abgeordert und musste sich um durchfahrende Soldaten kümmern.

Während des Kriegsendes lernte sie ihren späteren Mann, den Arzt Dr. Helmut Combecher kennen. Die beiden heirateten 1947 in Marburg und bekamen drei Kinder. 1959 zog die Familie nach Kempten.

Erna Combecher machte ihr ganzes Leben viel Sport, ging Wandern, Schwimmen, Skilaufen und zur Gymnastik. Skifahren hatte sie übrigens erst mit 41 Jahren gelernt. Noch mit 85 Jahren war sie auf Langlaufskiern unterwegs. Auch heute nutzt sie noch täglich ihren Home Trainer zum Fahrradfahren, zumindest „wenn mir die Zeit bleibt“.

Spät angefangen hat die Jubilarin auch das Autofahren. Mit 51 Jahren machte sie den Führerschein und genoss die Unabhängigkeit des Fahrens bis sie 89 war. Dann hat sie ihren Führerschein freiwillig wieder abgegeben.

Heute ist sie zu Fuß unterwegs, geht alleine zum Einkaufen in die Geschäfte der Umgebung, kocht sich ihr Mittagessen oder backt noch Kuchen. Zu Weihnachten hat sie ihren beiden Enkeln auch noch die Lieblingsplätzchen „Heidesand“ gebacken. Seit 20 Jahren hat sie eine Haushaltshilfe, die auch eine Freundin ist. „So oft brauch sie aber nicht“, betonte die Jubilarin. Neben Gedichten, die sie ab und an auswendig lernt, macht sie täglich Kreuzworträtsel und bastelt gerne. So schenkte sie OB Kiechle eine Karte, auf die sie eine getrocknete Blume aufgeklebt hat, die sie vorher selbst gepflückt hatte.

Außer Sport, Basteln und Malen gehörte auch Reisen zu ihren Hobbys. Unter anderem war sie in den USA zur Geburt ihrer Enkelkinder, mit 90 war sie mit ihrer Tochter nach Kalabrien geflogen und ihren 95. Geburtstag hatte sie mit ihrer Familie auf Teneriffa gefeiert.

Der 100. Geburtstag wird am heutigen Samstag mit Familie und Freunden groß gefeiert. Darauf freute sich Combecher bereits am Dienstag: „Für die Familie, die ich habe, bin ich sehr dankbar“, betonte sie und auch ihre „netten Nachbarn“ schätzt sie sehr.

Melanie Weidle

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