Vereintes Kempten auch schmackhaft

Zum 200-jährigen Jubiläum gibt es zwei "symbolhafte Produkte"

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Eine Kostprobe des 1818-Brot gab es in der Schrannenhalle des Rathauses für OB Thomas Kiechle (2.v.r.) von den Bäckermeistern Hubert Wipper (v.l.) und Michael Bickel zusammen mit drei Sorten 1818-Bier von Braumeister Michael Klein vom Michl-Bräu in Kempten Neuhausen.
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OB Thomas Kiechle hisste am Verwaltungsgebäude gegenüber dem Rathaus die neue Stadtjubiläum-Fahne.

Kempten – Brotbacken und Bierbrauen – beides hat jahrhundertelange Tradition und beide stehen als „symbolhafte Produkte“ für das heuer 200-jährige Bestehen des vereinten Kempten, wie OB Thomas Kiechle in der Schrannenhalle des Kemptener Rathauses sagte.

Dort wurden am Montag zwei spezielle Jubiläumskreationen vorgestellt: das 1818-Brot, das Bäckermeister Hubert Wipper mit seinen Kollegen Michael Bickel und Michael Reiter in Anlehnung an ein Rezept aus der damaligen Zeit, das die Jubiläumsorganisatorin Christa Eichhorst im Ulmer Museum für Brotkultur organisiert hatte, gebacken hat; und das 1818-Bier – genaugenommen drei Jubiläumsbiere: 1818 Hell, 1818 Dunkel und 1818 Zämed, weil ja beide Teile zusammenwachsen mussten (und es inzwischen auch sind) – von Braumeister Michael Klein von der einzigen noch existenten Braustätte in Kempten, dem Michl Bräu im Stadtteil Neuhausen.

So habe es zur Zeit der Säkularisation 26 Bäckereien in der Altstadt und acht in der Stiftsstadt gegeben und 29 Brauereien in beiden Teilen der nun vereinigten Stadt zusammen, wie der OB erklärte. Dass die vom damaligen Bürgermeister Adolf Horchler (1881-1918) vorangetriebene und von langen politischen Streitereien begleitete Zusammenlegung der Schrannen nicht „ohne“ war, hatte Stadtarchivar Franz-Rasso Böck zu Tage gefördert: Zunächst sei in der Lokalpresse eine Todesanzeige erschienen, was Horchler nicht auf sich sitzen gelassen und eine Woche später mit einer Vermählungsanzeige quittiert habe.

Für das 1818-Brot sei man, so Wipper, bei den Bestandteilen des damaligen Zunftbrotes geblieben: Es besteht aus 80 Prozent Roggen, 20 Prozent Weizen, Natursauerteig, Salz und Hefe, die in zwei kleinen, getrennten Broten verbacken werden, welche wiederum von einer Banderole: „Mir ghearet zämed“ gehalten werden.

Nicht so leicht war es für Klein, denn er sei auf der Suche nach einem Rezept „nicht gleich fündig geworden“. Auch habe damals „Mangelzeit“ geherrscht und das „sehr dünne Bier“ habe er seinen Kunden nicht zumuten wollen, wie er schmunzelnd meinte. Das am Ende gar nicht dünn geratene Bier gibt es nun jeden Freitagnachmittag im MichlBräu und laut OB auf den im Sommer fünf geplanten Altstadtmärkten. 

Christine Tröger

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