Viele Mitglieder feiern 90-jähriges Bestehen im Haus der Senioren

Jubiläum beim Kneippverein

+
Schriftführerin Monika Weitnauer (v.li.), Schatzmeisterin Gretel Schönberger, Vorsitzende Ida-Anna Braun, die stellvertretende Landesvorsitzende Evelin Hensel und die 2. Vorsitzende Gundi Bellebuono präsentieren die Jubiläums-Urkunde.

Kempten – Von den 270 Vereinen, die es in Kempten gibt, können sicher nur wenige auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken. Der Kneipp-Verein schon und das hat Ida-Anna Braun, die Vorsitzende, mit vielen treuen Mitgliedern im Haus der Senioren gefeiert.

Eveline Hensel, die 2. Vorsitzende vom Kneipp-Bund Bayern, war aus Amberg angereist, um zu gratulieren und die Grüße der Präsidentin Marion Caspers-Merk zu überbringen.

Die Gesundheitslehre von Pfarrer Sebastian Kneipp sei aktuell und frisch wie eh und je, beteuerte Hensel. Sie bestehe nun seit 150 Jahren, komme aber der heutigen Rückbesinnung auf traditionelle, sanfte und ganzheitliche Heilmethoden sehr entgegen. Weil unser Gesundheitswesen von uns allen verlange, ein gewisses Maß an Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, weise das Kneippsche Naturheilverfahren einen wertvollen, individuellen und einfachen Weg.

Besonders gefiel Hensel das soziale Miteinander der Kemptener Kneippianer. „Vereine sind soziale Tankstellen“, so die Rednerin, und „Anwendungen sind Zuwendungen.“ Sie verkörpern die freundliche und liebevolle Aufmerksamkeit, die jemand einem anderen Menschen zuteil werden lässt. Angesichts des hochwertigen und vielseitigen Vereinsprogramms ist sie sich sicher: „Sebastian Kneipp hätte sich hier sehr wohl gefühlt.“

Dass die Deutsche Unesco-Kommission die Kneipp-Kur gestern offiziell zum immateriellen kulturellen Erbe erklärt hat, erfülle alle mit Stolz. Am Tag des Ehrenamts allen im Team freiwillig aktiven Mitgliedern ein herzliches Dankeschön zu sagen, das war Hensel ein besonderes Anliegen.

Bürgermeister Josef Mayr überbrachte die Grüße der Stadt und dankte für 90 Jahre fruchtbare Arbeit. Der Verein sorge für Vertrauen in die Kneippsche Lehre und die Verbreitung seiner Gesundheitsidee.

Willibald Hermann, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung Oberallgäu, bekannte, dass ihm der Verein äußerst sympathisch sei. Habe sich Pfarrer Kneipp doch nicht nur für die Seele zuständig gefühlt, sondern Körper, Geist und Seele als Einheit begriffen.

Gisela Antor verwies auf die professionelle Homepage des Vereins und ließ in einer Powerpoint-Präsentation die wichtigsten Stationen seiner Geschichte Revue passieren. Dazu gehört die erste Wassertretanlage am Adenauerring, das Denkmal für Sebastian Kneipp an der Herbststraße, die barrierefreie Kneippanlage im Engelhaldepark, der Wanderweg „Auf den Spuren Kneipps in Kempten“ und die Ernennung der Schule in Heiligkreuz zur Kneipp-Schule. Von allen bisherigen Vorsitzenden hatte „Kneipp-Mutter“ Carla Zeller das Amt am längsten inne, nämlich ab 1946 für 25 Jahre. Die aktuelle Vereinsvorsitzende Braun begreift die Erklärung der Kneipp-Kur zum Kulturerbe als Auftrag, die ganzheitliche Gesundheitslehre weiterzutragen.

Die Büste von Pfarrer Kneipp befindet sich nun ganz in der Nähe des früheren Standorts der Druckerei und Verlagsanstalt Kösel. In Ludwig Huber, dem damaligen Inhaber, fand Kneipp einen Förderer. Er verlegte Kneipps Buch „Meine Wasserkur“, das zum Kassenschlager und in der ganzen Welt bekannt wurde.

Was wäre ein Fest ohne Musik, ohne Essen und Trinken? Die virtuose Knopfakkordeon- spieler Eugenie Krause und ihr Partner Hans Natterer am E-Bass sorgten für schwungvolle musikalische, zahlreiche Kuchenbäckerinnen sorgten wiederum für süße Begleitung des Jubiläums. Und am Schluss: Sekt für alle!

Pfarrer Kneipp gründet seine Gesundheitslehre auf fünf Säulen: Ernährung (vielseitig, schmackhaft, frisch und naturbelassen); Lebensordnung (natürliche Lebensgestaltung, Harmonie im sozialen Umfeld); Wasser (Wasseranwendungen steigern Leistungsfähigkeit und Körperbewusstsein); Bewegung (verbessert Kraft, Ausdauer und Koordination, verringert Stress); Heilpflanzen (mild wirkende, zur verantwortlichen Selbstbehandlung).

Elisabeth Brock

Meistgelesen

Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Bienen sterben leise – ganze Völker gehen verloren
Bienen sterben leise – ganze Völker gehen verloren
Grünes Zentrum in Kempten
Grünes Zentrum in Kempten

Kommentare