1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kempten

Ab Oktober fahren in Kempten Spätbusse

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martina Ahr

Kommentare

Blank lightbox at night with car lights in motion blur Nachtbus
Von der Bevölkerung schon lange gewünscht: Künftig fahren auch späte Busse. © Foto: Koszubarev/iStock.com

Kempten – Fahrplanänderung: Ab Oktober fahren die Busse abends länger.

Wer bisher abends in der Stadt unterwegs gewesen ist, im Theater, einem Restaurant oder wer gar noch spät gearbeitet hat, hatte keine Chance, einen Linienbus zu erwischen. „Nicht mehr zeitgemäß“, urteilt KVB-Betriebsleiter Thomas Kappler.

Schon zum 1. Oktober kommt die seit Jahren ersehnte Ausdehnung des ÖPNV-Fahrplans. Dann gilt ab 19.35 Uhr der Spätfahrplan, der sich am Netz der Sonntagslinien 100 bis 500 orientiert und stündlich verkehrt. Von Sonntag bis Mittwoch startet der letzte Bus an der ZUM um 22.35 Uhr, von Donnerstag bis Samstag um 00.35 Uhr. Der Heimweg mit dem Bus nach einem Kino- oder Gaststättenbesuch sollte also machbar sein. Kappler hofft, dass künftig mehr Menschen darauf verzichten, am Abend mit dem Auto in die Stadt zu fahren und auch im Alltag auf den Bus umsteigen.

Spätschicht: Der Betriebsleiter der Kemptener Verkehrsbetriebe- und Beteiligungs GmbH & Co. KG (KVB) Thomas Kappler stellt den neuen Spätfahrplan vor.
Spätschicht: Der Betriebsleiter der Kemptener Verkehrsbetriebe- und Beteiligungs GmbH & Co. KG (KVB) Thomas Kappler stellt den neuen Spätfahrplan vor. © Ahr

Start der Spätbusse vorgezogen

Eigentlich ist der Start der Spätbusse im Dezember zum Fahrplanwechsel geplant gewesen. Das Thema Personalmangel hat die Sache beschleunigt. Buspersonal ist aktuell dringend gesucht. Im Busplan gab es zuletzt Einschränkungen mancher Linien, um die fehlenden Kräfte zu kompensieren. Aber, so verspricht Kappler, ab 1. Oktober sollen diese Einschränkungen wieder aufgehoben sein. Denn der Spätfahrplan entspanne die Personalsituation. Tagsüber seien 21 Busfahrer und Busfahrerinnen notwendig, um alle städtischen Linien zu bedienen. Im neuen Abendplan reichen dagegen sechs aus. Da der bisherige Fahrplan abends ausgedünnt, aber in die Länge gestreckt werde, sei nun ein früherer Feierabend möglich und bedeute attraktivere Arbeitsbedingungen.

Cityflitzer abends: Neuer Zubringer zur ZUM

Wer es ganz bequem haben will, kann künftig in den Cityflitzer steigen. So heißt die neue Busline, die am Abend um 20.11 und 21.11 Uhr eine Runde durch die Altstadt, inklusive Rathaus, dreht und als Zubringer zur ZUM dient. Außerdem sei eine Haltestelle am Theater denkbar. Da für den Cityflitzer kein eigenes Fahrzeug angeschafft werden muss, könne man das Projekt unproblematisch testen. Man werde sehen, wie das Angebot angenommen wird – und ob ein weiterer Ausbau und Verdichtung gewünscht wird.

Und was passiert mit dem Anrufsammeltaxi (AST)? Das bleibt, so Kappler, zunächst flankierend für Nebenzeiten und Fahrten in den Landkreis bestehen und wird nach und nach ab- bzw. umgebaut. Denn auch hier gebe es Optimierungsbedarf. So soll, vermutlich im nächsten Jahr, eine digitale Buchungsmöglichkeit dazukommen.

Es gilt der ganz normale Mona-Tarif für den Kemptener Spätbus

Einen Vorteil hebt Kappler hervor: Während das AST wegen des höheren Aufwands teurer ist, gilt bei den Spätbussen der ganz normale Mona-Tarif. „Gerade die Zeitkarten werden damit noch attraktiver.“ Sollte das Spätbusangebot wider Erwarten nicht gut angenommen werden, sei die Rückkehr zum alten Fahrplan recht einfach möglich, da keine Investitionen in zusätzliche Busse getätigt werden. Das Ganze schlägt mit etwa 80 bis 100.000 Euro jährlich zu Buche. Die Hälfte davon wird vom Land via Förderprogramm „Fiona“ übernommen. Das läuft bis Ende 2024, eine Verlängerung der Förderung wolle man anstreben, so Kappler.

Spätbusse fahren auch nach Lauben, Waltenhofen und Sulzberg

Wünschenswert wäre natürlich auch, dass sich die Landkreise dem Konzept anschließen. Für die Sulzberger Bevölkerung gibt es bereits eine gute Nachricht: Auch für sie wird der Spätbus zwar nicht zum Oktober, aber in naher Zukunft, kommen. Das habe Helmut Berchtold, der für die Sulzberger Linie zuständig ist, bereits angekündigt. Auch Lauben und Waltenhofen sind ins Konzept bereits integriert, da diese in das Konzessionsgebiet der KVB fallen.

Ein erster Härtetest für den Spätfahrplan wird wohl die Kemptener Einkaufsnacht am 26. November werden, wenn erstmals der ganz normale Linienbus noch nach dem Ende des Events nach Hause fährt.

Auch interessant

Kommentare