Abhilfe ist in Aussicht

Vier der Mitglieder des neuen Behindertenrates: Vorsitzender Albrecht Hung (v.r.), Stellvertreterin Michaela Rathmacher, Stefan Raichle von Caritasverband KE-OA, sowie Anja Friebel, die Vertreterin der MS-Selbsthilfegruppe Kempten. Stodal

Wo sind in Kempten Gefahrenstellen oder Alltagshürden für behinderte Mitbürger? Was kann und sollte wie verbessert werden? In seiner Sitzung am Montagabend brachte der neu aufgestellte Behindertenbeirat eine Reihe von Problempunkten zur Sprache. Einige davon können bereits in Kürze beseitigt werden.

Der Kemptener Behindertenbeirat hat sich personell neu aufgestellt. Nachdem die Amtszeit der bisherigen Mitglieder am 31. Juli endete, hat der Stadtrat das 14-köpfige Gremium neu gewählt. Es setzt sich nun wie folgt zusammen: Albrecht Hung, Michaela Rathmacher, Theresia Schneider, Monika Proksch, Anja Friebel, Ulrich Fritz sowie Stefan Raichle. Zu Stellvertreter(innen) berufen wurden Robert Weichenmeier, Gisela Schiegg, Richard Efinger, Richard Grabmann, Bernd Semmelmann, Reinhold Scharpf sowie Uwe Hardt. Albrecht Hung, der seit drei Jahren den Vorsitz des Behindertenbeirates innehat, wurde von den Mitgliedern in seinem Amt bestätigt. Ebenso seine Stellvertreterin Michaela Rathmacher, die dem Beirat seit 2001 angehört. Er freue sich auf eine weiterhin gute, gedeihliche und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Behindertenbeirat und Stadtverwaltung „zum Wohle aller Betroffenen“, so Kemptens 2. Bürgermeister Josef Mayr (CSU). In den vergangenen Jahren seien bereits viele Problempunkte angesprochen, aufgegriffen und einer einvernehmlichen Lösung zugeführt worden. Die Aufgaben gehen freilich nie aus, wie im weiteren Sitzungsverlauf deutlich wurde. Einen Gefahrenpunkt, vor allem für gehbehinderte Mitmenschen, stellt beispielsweise die Kreuzung Wiesstraße/Schumacherring dar. Ein Überqueren des Schumacherrings ist nach 20 Uhr, wenn die Fußgängerampel abgeschaltet ist, hier kaum gefahrlos möglich. Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann sicherte zu, die Ampelanlage werde bis Ende November mit einem Anforderungsdrücker nachgerüstet, sodass sie auch nach 20 Uhr bei Bedarf in Betrieb genommen werden kann. Desweiteren werden die Ampelanlagen an der Eicherstraße/Kotternerstraße, sowie an der Ostseite der Kreuzung Keselstraße/Freudenberg bis Ende November blindengerecht nachgerüstet. Mithin sind im Stadtgebiet elf Signalanlagen mit Blindeneinrichtungen versehen – also mit akustischem Signal zum Auffinden des Mastes, sowie außerdem einer Vibrationstaste mit Richtungspfeil. Gefahren werden beseitigt Gefahrenpunkte auf dem Bahnhofsvorplatz, wie Unebenheiten des Bordsteins, zu hohe oder überstehende Bordsteinkanten oder brüchige Ränder an Zebrastreifen, die sich als Hindernisse für Rollstuhlfahrer und als Stolperfallen für Gehbehinderte erweisen, sollen ebenfalls zeitnah beseitigt werden. Wie schon in der Vergangenheit werde dies in Absprache mit Albrecht Hung geschehen, der als Betroffener beratend vor Ort dabei sein wird, so Wiedemann weiter. Auch bei der Räumung des Bahnhofsvorplatzes im Winter soll verstärktes Augenmerk auf die möglichst hindernisfreie Passierbarkeit des Terrains für Rollstuhlfahrer gelegt werden. Im Bordkorbweg, Ecke Ullrichstraße, wird das für Gehbehinderte problematische grobe Kopfsteinpflaster im nächsten Frühjahr durch zwei Querungsstellen an strategisch günstigen Punkten unterbrochen. Die Möglichkeit eines weiteren Behindertenparkplatzes in der angrenzenden Merktstraße wird geprüft. Die schon seit längerem angedachte Absenkung des Bordsteins am Gasthof Goldene Traube in der Innenstadt ist hingegen in der Finanzplanung noch nicht vorgesehen. Anlass zu Kritik bot sich auch im Forum Allgäu. Neben einem thailändischen Restaurant, das aufgrund seiner ausschließlichen Bestuhlung mit hohen Barhockern für Rollstuhlfahrer praktisch nicht benutzbar ist, wurde vor allem bemängelt, dass zwei der ehemals drei automatischen Eingangstüren seit Jahren defekt sind. Die Türen sind in der jetzigen Form für Gehbehinderte ohne Hilfe kaum passierbar. Der Behindertenbeirat will diesbezüglich das Gespräch mit Centermanagerin Justine Kluger suchen, die sich bereits in der Vergangenheit als äußerst verständnisvoll und kooperationsbereit gezeigt habe.

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