Abschied für immer

Zahlreiche Vertreter der Stadt, Ehrengäste, Freunde und Pfarreiangehörige hatten sich zur Verabschiedung der sechs noch verbliebenen „Armen Schulschwestern“ in der Pfarrkirche St. Magnus und beim anschließenden Festakt in der ehemaligen Mädchenrealschule Lenzfried eingefunden. Pfarrer Aleksander Gajewski war Hauptzelebrant des Festgottesdienstes, den die Lenzfrieder Blaskapelle musikalisch gestaltete.

Als Konzelebranten waren Pfarrer Anton Vogler, Pfarrer Johannes Egger und Pfarrer Xaver Weiher erschienen. Diakon Karl-Heinz Bernegg verkündete das Evangelium. Dank gesagt wurde jedoch hauptsächlich beim Festakt in der Turnhalle der Mädchenrealschule. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) verlieh der Provinzoberin Salome Strasser die selten vergebene „Rathausmedaille in Gold der Stadt Kempten“. Er würdigte damit die großen Verdienste der Armen Schulschwestern im Bildungsbereich. Generationen junger Mädchen und Frauen hätten an der Lenzfrieder Klosterschule lebenspraktische Schulbildung und christliche Erziehung erhalten. Dies habe mit dazu beigetragen, so Netzer, dass Kempten als Schulstadt einen ausgezeichneten Ruf hat. Dem Orden, so die Provinzoberin, fiele der Abzug der Schwestern nach 152 Jahren aus diesem geschichtlich so bedeutsamen Kloster schwer. Salome Strasser dankte jedoch der Stadt für die Übernahme des Lenzfrieder Klostergeländes, das sie nun in besten Händen wisse. Auf die Leistung der Schwestern im pastoralen Bereich wiesen Pfarrer Aleksander Gajewski und der ehemalige Ortspfarrer Anton Vogler hin. Die Schwestern seien nie eine zurückgezogene Gemeinschaft gewesen, sondern hätten sich stets aktiv im Pfarreileben engagiert. Dies sei auch in vielen unspektakulären, alltäglichen Bereichen der Fall gewesen. Dieses christliche Zeugniss würde noch lange in Lenzfried und bei den Betroffenen lebendig bleiben. Geschenke von Herzen Pfarrgemeinderatsvorsitzende Cordula Ort bestätigte den Schwestern, das sie sich in zahlreichen Gremien eingebracht hätten. Dies sei jedoch nie der Kernpunkt ihres Wirkens gewesen. Das Wichtigste sei, dass sie den Menschen, die mit ihnen in Kontakt kamen, eine Heimat gegeben hätten. Auch ihr Haus habe stets für Veranstaltungen der Pfarrei und Rat suchende offen gestanden. Pfarrgemeinderat Josef Leicht überreichte den Schwestern Geschenke „die von Herzen kämen“. Für den Kirchenchor, der die Feier musikalisch umrahmte, sprach Angelika Fleschutz ihren besonderen Dank aus.Oberin Schwester Elfriede Bernhard fasste ihre Abschiedsrede kurz. Abschied nehmen bedeute, sich von allem zu lösen, was einem vertraut ist. Alle Schwestern erwarten größere und kleinere Aufgaben an ihren Wirkungsstätten in Bad Tölz, München, Mühldorf am Inn und Regensburg. Dies sei eine neue Herausforderung. Sie dankte allen, die das Kloster unterstützt hätten und verabschiedete sich in der Hoffnung auf weitere Verbundenheit.

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