Viele Dinge ins Rollen gebracht

Bewegender ökumenischer Abschiedsgottesdienst für Alwin Hönicke

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„In Memoriam Alwin Hönicke“ – ökumenischer Abschiedsgottesdienst in der St. Mang-Kirche für die große Persönlichkeit der Lebenshilfe Kempten. Susanne Wirth, Leiterin der Tom-Mutters-Schule, hatte zusammen mit Edda als Zeichen der Verwurzelung ein kleines Bäumchen mitgebracht.

Kempten – „Wir brauchen Leuchttürme – wie Alwin Hönicke einer war“, erinnerte Barbara Stamm, Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung an das Jahrzehnte lange Wirken des früheren Geschäftsführers der Lebenshilfe Kempten.

Über Kempten, das Allgäu, ja sogar über Bayern hinaus hat Alwin Hönicke über 25 Jahre lang mit seiner innovativen Weitsicht für das Beste der Menschen gewirkt – ob Seniorentagesstätte, Ambulant betreutes Wohnen, die Gründung der Stiftung Lebenshilfe oder des Autismus Zentrums. 

Ähnlich formulierte es Christine Lüddemann, Hönickes Nachfolgerin im Amt der Geschäftsführung: „Er hat sein Amt nicht nur erfüllt, er hat ihm alle Ehre gemacht!“ Nach einer langen Krankheit war Alwin Hönicke am 18. Juni mit nur gerade 61 Jahren verstorben. – Mit einem bewegenden ökumenischen Abschiedsgottesdienst in der vollen Sankt-Mang-Kirche nahmen Weggefährten, Freunde, Menschen mit Behinderung, Arbeitskollegen und „Mit-Netzwerker“ jetzt Abschied. „Niemand hat in den vergangenen Jahrzehnten die Lebenshilfe Kempten so geprägt wie er.“ „Um wirklich alles zu erfassen, was unter seiner Ägide entstanden ist, dafür reicht es nicht aus, sich die Chronik der Lebenshilfe anzusehen“, machte Lüddemann bewusst. Alwin Hönickes Ziel war es, den Menschen mit Behinderung Heimat, Schutz und Geborgenheit zu geben. Das verfolgte er mit Kompetenz und Hartnäckigkeit – als „Sozialmanager mit Herz“. 

Barbara Stamm: „Er schaute nie weg, er hat sich immer Zeit genommen. Er war ein Gestalter, ein Netzwerker – er war ein Manager mit großer Kompetenz und ein Manager für Mitmenschlichkeit.“ Symbolisch trugen Vertreter aus neun Bereichen Gegenstände an den Altar, um an den Verstorbenen zu erinnern. „Sie gaben uns Halt, Sicherheit, Vertrauen – gerade auch in unsicheren Zeiten“, meinte Annemarie Grimm von der Kinderhilfe Allgäu und legte einen Stock an das Gedenkbild nieder. Susanne Wirth, Leiterin der Tom-Mutters-Schule, hatte zusammen mit Edda als Zeichen der Verwurzelung ein kleines Bäumchen mitgebracht. Christine Neuhaus und Daniela Baur von der Heilpädagogischen Tagesstätte legten einen bunt bemalten Stein ab, „für die vielen Dinge, die Alwin Hönicke ins Rollen gebracht hat.“ Die Wohnheime dankten mit einem kleinen Häuschen für die Heimat, die Hönicke für sie erkämpft hatte. Kornelia Aamoum, Leiterin der Offenen Hilfen legte mit Franzi einen Kalender an das Gedenkbild. Und Iris Roth und Robert Walter von den Allgäuer Werkstätten hatten ein Netz für das großartige Netzwerken Hönickes mitgebracht. Ein Boot kam von David Scheible, Autismus Zentrum Schwaben. 

Hönicke habe dafür gesorgt, dass alle Beteiligten in eine Richtung gerudert seien – trotz stürmischer See und eisigem Wind habe man das Ziel erreicht! Ein Edelstein soll das Strahlen symbolisieren, das Hönicke mit seiner Arbeit und Weitsicht in die Einrichtungen gebracht habe. Und als Kollegen bleibe in Erinnerung: die menschliche Nähe, sein Humor, seine Leichtigkeit und der unbedingte Rückhalt für seine Mitarbeiter. Der Vorstand der Lebenshilfe Kempten entschied sich für ein Kleeblatt und dankte für das Glück, ihn so lange als Geschäftsführer gehabt zu haben. Was bleibt, ist das Bewahren eines ehrenden und dankbaren Gedenkens. Bilder erinnerten an das Wirken von Hönicke und mit dem Lied „Gemeinsam bunt“, erinnerte man an das 50-jährige Jubiläum der Lebenshilfe Kempten und die Vielfalt, die Hönicke so liebte. Seine Intention sei stets gewesen: Was braucht der Mensch? Gehalten wurde der Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Hartmut Lauterbach, Pfarrer Dr. Bernhard Ehler und Dekan Jörg Dittmar. Sie nahmen den Trauerspruch der Familie Hönicke auf: „Das Schönste, was ein Menschen hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.“ 


Mori

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