"Es bewegt die Menschen"

Mobilitätskonzept abgeschlossen und zur Abstimmung bereit

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Auf der Bühne des Kornhauses wurden noch einmal wichtige Akteure des Mobiltätskonzeptes versammelt: (v.li.): Julia Reichart (Abteilungsleiterin Straßenbau), Bürgerin Karin Wurth, Tobias Schönefeld (Projektingenieur SVU), Matthias Zöbisch (Verkehrsplaner VCDB), OB Thomas Kiechle und Dipl. Soziologin Heike Skok (Urbanes Wohnen).

Kempten – Straßenschilder und sogar eine grün leuchtende Ampel waren im großen Saal des Kornhauses aufgestellt und aus den Lautsprechern ertönte den Abend über Verkehrslärm, um die Besucher der Abschlussveranstaltung „Mobilitätskonzept 2030“ daran zu erinnern, die aufgebauten

Infostände reihum zu wechseln.

Im Mai 2015 startete unter der Regie von Oberbürgermeister Thomas Kiechle die erste Phase des „Mobilitätskonzepts 2030“. Für jeden Verkehrsteilnehmer Kemptens ist es gegenwärtig: das Verkehrsaufkommen in der Allgäu-Metropole ist in den Jahren exponentiell angestiegen, was zu vielen Störungen der Verkehrsflüsse und Konflikten unter den Verkehrsteilnehmern führt. Es herrscht Handlungsbedarf. So beschlossen OB, Stadtrat und die zuständigen Referatsleiter die Dinge in die Hand zu nehmen. Wichtig war allen Entscheidern von Beginn an die Bürger in den Prozess aktiv miteinzubeziehen. Uns so konnten neben dem Bürger auf der Straße auch die Stiftsstadtfreunde, die Altstadtfreunde, verschiedene Vereine, der ADFC, Vertreter der Fraktionen, Gutachter, das Architekturforum Allgäu, die Wirtschaftsjunioren und das Staatliche Bauamt mit „ins Boot“ geholt werden. Als beratende Planer wurden die Planungsbüros Urbanes Wohnen, VCDB und SVU engagiert.

Verschiedene Phasen

Bis zum Abschluss des Mobilitätskonzepts, das zeitnah dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt wird, wurden mehrere Phasen zu dessen Erstellung durchlaufen. Im Mai 2015 begann man mit der Grundlagenermittlung, deren Erkenntnisse und Ergebnisse in der Planungswerkstatt 1 analysiert wurden. In einer zweiten Planungsphase wurden Leitbilder für ein zukünftiges Mobilitätskonzept für die Stadt Kempten entworfen. In Untergruppen wurde dann über Themenfelder wie Radverkehr und ÖPNV diskutiert. Im Juli 2017 wurden die Ziele und Handlungsansätze offiziell verabschiedet. Anschließend wurden in weiteren Planungsgruppen Maßnahmen für den Innenraum (Stadtgebiet innerhalb des Rings), das Zentrum (Einzelhandel) und die Gesamtstadt eruiert. Alle Ergebnisse dieser Beratungen liegen nun vor, werden dem Stadtrat vorgelegt und zur Annahme empfohlen.

Geplante Maßnahmen

Dabei gliedern sich die Ergebnisse des Mobilitätskonzeptes in fünf Gruppen: 1. Maßnahmen verkehrsmittelübergreifend: (u.a.) Einführung und Überwachung von Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen in der Innenstadt, Neuordnung des Straßenraums in der Salzstraße zwischen Post- und Beethovenstraße, Entwicklungsmöglichkeiten für die Kronenstraße als Vorrangsbereich für den Fußverkehr, Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der Sankt-Mang-Brücke .

2. Maßnahmen Motorisierter Individualverkehr: (u.a.) Einsatz von Kreisverkehren an Knotenpunkten des Hauptverkehrsnetzes, Umgestaltung des Knotenpunktes Bahnhofstraße/Fischerösch, Organisation des Verkehrs am Berliner Platz, veränderte Organisation des Parkens Auf‘m Plätzle, Neugestaltung des Parkplatzes Rottachstraße Ost.

3. Maßnahmen ÖPNV: (u.a.) Entwicklung attraktiver dezentraler Umsteigepunkte, verbesserte ÖPNV-Angebote zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt, Entwicklungsmöglichkeiten der ZUM als Bus-Knotenpunkt in der zentralen Innenstadt.

4. Maßnahmen Fußverkehr: (u.a.) Verbesserung der Querungsbedingungen für Fußgänger (u.a. Salzstraße, Adenauerring, Füssener Straße, Eberhardstraße), Sanierung der König-Ludwig-Brücke.

5. Maßnahmen Radverkehr: (u.a.) Schließung von Netzlücken im Radverkehr und Schaffung moderner Radverkehrsanlagen, sichere Führung des Radverkehrs in Knotenpunkte, Fahrradstationen im Zentrumsbereich.

„Das Mobilitätskonzept 2030 wird unsere Stadt voranbringen. Es war schön zu sehen, wie in der Ausgestaltung des Mobilitätskonzeptes die Menschen in unserer Stadt mit einbezogen werden konnten und sich viele Mitbürger ehrenamtlich eingebracht haben“, so die Dankesworte des Oberbürgermeisters an alle Mitwirkenden des Bürgerbeteiligungsverfahrens Mobilitätskonzept 2030 vergangenen Montag Abend im Kornhaus.

Einen besonderen Dank richtete er an Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann, „für den das Mobilitätskonzept immer eine Herzensangelegenheit gewesen ist“. In einer kleinen Diskussionsrunde auf der Bühne des Kornhaussaales wurden weitere wichtige Akteure des Konzepts gewürdigt. Dabei kamen auch die Städteplaner Tobias Schönefeld (SVU) Matthias Zöbisch (VCDB), Jan Weber-Ebnet und Dipl. Soziologin Heike Skok von „Urbanes Wohnen“ zu Wort sowie die engagierte Bürgerin Karin Wurth und Julia Reichart, Abteilungsleiterin Straßenbau bei der Stadt Kempten. 

Jörg Spielberg

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