Spaß oder Stress?

ADFC-Umfrage zum Fahrradklima: Hat Kempten ein Herz für Radler*innen?

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Wie fahrradfreundlich ist Kempten? Der ADFC startet eine Umfrage.

Kempten – Fahrradfahren in der Stadt wird immer beliebter, die Corona-Krise hat viele Menschen erkennen lassen: Radeln macht nicht nur Spaß und ist gesund, es macht auch mobil und schont die Umwelt.

Allerdings hapert es gerade in Kempten an der Radinfrastruktur. Es gibt zu wenig Radwege, sie sind oft zu schmal und in schlechtem Zustand. Abstellanlagen fehlen ebenso wie die öffentliche Möglichkeit, sich ein Rad auszuleihen. Unterm Strich gaben Kemptens Radfahrer*innen beim bundesweit durchgeführten Fahrradklima-Test des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) 2018 ihrer Stadt nur die Note 4,3. Damit landete die Allgäu-Metropole in ihrer Städtegrößenklasse abgeschlagen auf Platz 88 von 106 Städten! 

Nun steht die nächste Umfrage in Sachen Fahrradklima an: bis zum 30. November können Kemptens Radler*innen an der vom Bundesverkehrsministerium geförderten Erhebung teilnehmen und damit wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung des Radverkehrs liefern. 

Unter https://fahrradklima-test. adfc.de/ werden die Teilnehmer nach ihrer Zufriedenheit mit den Zuständen in ihrer Stadt gefragt. Macht Fahrradfahren in Kempten Spaß oder ist es Stress? Wie sicher fühlt man sich auf zwei schmalen Reifen auf Straßen wie der starkbefahrenen Salzstraße? Fördert die Stadt den Ausbau von Radabstellanlagen oder Fahrradstraßen, reicht die Ausschilderung, wie komfortabel ist es, in den Bussen und Bahnen des ÖPNV ein Rad mitzunehmen? 

Insgesamt mehr als zwei Dutzend Fragen werden gestellt, um herauszufinden, ob Kempten ein Herz für Radfahrer hat. Tobias Heilig vom ADFC Kempten-Oberallgäu ruft die Kemptener*innen zum Mitmachen auf: „Kempten hat das Angebot für den Radverkehr in letzter Zeit schon verbessert. Das könnte aber noch besser werden: Lebendige Stadtquartiere, ein gesundes Lebensumfeld und sichere Mobilität im Alltag sind hier die Schlagworte. Ein attraktiver Straßenraum, breite Gehwege und sichere Radverkehrsanlagen sind wichtige Voraussetzungen dafür.“ 

Je mehr Menschen an dieser Online-Befragung teilnehmen, so Heilig, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Diese werden im April 2021 in Berlin präsentiert und von der Öffentlichkeit mit Spannung erwartet. Denn sie zeigen, ob der coronabedingte Trend zum Fahrrad die Verkehrswende verstärkt oder nur eine Momentaufnahme ist. 

In Kempten stehen die Zeichen seit der Kommunalwahl im Mai nicht schlecht. Aufgrund der veränderten Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat hat das Thema Fahrrad an Bedeutung gewonnen. Unter anderem wird entlang der vielbefahrenen Immenstädter Straße nun ein neuer Radweg gebaut – am Montag, 7.September wird der erste Abschnitt in Angriff genommen, Ende 2022 sollen die Radfahrer*innen durchgehend auf einer eigenen Spur rollen können. 

lub

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