Bio- statt Metallurnen

Änderungen der Friedhofssatzung

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Kempten – Auf den städtischen Friedhöfen (Zentralfriedhof sowie die Friedhöfe in St. Mang, Heiligkreuz und Eich) sowie einzelne Friedhofsteile anderer Friedhöfe, dürfen zum Beispiel Gärtnereien künftig ohne Erlaubnis ihre Arbeit verrichten, Steinmetze

müssen hingegen weiterhin eine Erlaubnis einholen. Entscheidend dafür, ob eine Erlaubnis erforderlich ist oder nicht, ist laut Rechtdirektorin Nadine Briechle, ob aus der Tätigkeit der Gewerbetreibenden „eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen kann“. Änderungen gibt es auch beim Nutzungsrecht der Liegeflächen, für die Verlängerungen künftig „nicht mehr nach Kalenderjahr, sondern monatlich möglich sind“

Neu ist der ausschließliche Einsatz von Bio-Urnen, da sie wesentlich schneller verwesen als Metallurnen und „die physikalische, chemische und biologische Beschaffenheit des Bodens oder des Grundwassers nicht nachteilig verändern“, so Briechle. Das entspreche der heute gängigen Praxis in anderen Kommunen. Im Krematorium entstehen dadurch laut Briechle Mehrkosten zwischen zehn und fünfzehn Euro. Verlängert wird die bislang zwölfjährige Ruhezeit zwischen Beerdigung und frühester Auflösungsmöglichkeit der Grabstätte im Zentralfriedhof, da sie sich aufgrund der Bodenbeschaffenheit für den Verwesungsprozess nicht als ausreichend erwiesen hat. Sie soll künftig wie bei den anderen Kemptener Friedhöfen 15 Jahre betragen; in Heiligkreuz beträgt sie sogar 20 Jahre, was ebenfalls an der Bodenbeschaffenheit liegt. 

Zeitgemäße Lockerungen hat der Ausschuss für öffentliche Ordnung für die Grabgestaltung beschlossen, die künftig individueller sein darf, solange die Pietät gewahrt bleibt. Verschoben haben die Ausschussmitglieder eine Entscheidung über QR-Codes am Grabstein, über die per Smartphone Informationen über den/die jeweilige/n Verstorbene/n von so genannten, in der Regel kommerziell betriebenen, Erinnerungsseiten aus dem Internet abrufbar sind. Unklar ist u.a. die Frage der Persönlichkeitsrechte oder auch, wer eine solche Seite beauftragen darf. „Verbieten kann man es aber nicht“, stellt Briechle klar. 

Sollte jemand einen Antrag dafür stellen, würden die Inhalte deshalb seitens der Verwaltung genau geprüft. „Bislang wurde es in Kempten noch von niemandem gewünscht“, ist sie sich aber sicher, dass das im Zeitalter der Digitalisierung nicht so bleiben werde. Unproblematisch sei es, wenn noch zu Lebzeiten jeweils selbst festgelegt wurde, ob und was veröffentlicht werden darf. Die Empfehlungen des Ausschusses müssen noch den Stadtrat passieren. 


Christine Tröger

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