Archäologin Dr. Doris Schmid informiert den Gemeinderat über den aktuellen Stand

Viele Funde in der Altstadt Süd

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Das erste Grabungsfeld in der Altstadt Süd wird demnächst wieder eingeebnet.

sny – Kurz bevor die erste Grabungsfläche in der Altstadt Süd fertig bearbeitet ist, informierte Dr. Doris Schmid, Archäologin vor Ort in Isny, jetzt den Gemeinderat über den aktuellen Stand der Ausgrabungen.

Die äußerst fundreichen Böden haben einiges an Relikten aus Isnys Vergangenheit frei gegeben und die Fülle der Fundstücke erstaunte immer wieder. Gebrannt hat es in der Vergangenheit in diesem Bereich mehr als einmal, aber die wichtigste Schicht war wohl aus dem 15. Jahrhundert, also vom großen Stadtbrand 1631, als viele der freigelegten Keller einfach zugeschüttet und die darüber stehenden Häuser vernichtet wurden. Da brach so mancher Holzboden in sich zusammen und Daubenfässer, Keramik, Ofenkacheln und Gefäße wurden darunter begraben. 

 Erstaunlich war auch der große Fund an Gläsern, die zum Teil noch weitgehend unbeschädigt waren. Ein Phänomen freut Doris Schmid ganz besonders: Der feuchte Lehmboden mit seinen wasserführenden Schichtungen verhinderte den Verfall organischer Substanzen und so konnten die Hölzer schon zeitge- schichtlich analysiert werden. Das 12. Jahrhundert ist dabei ein Bereich der sich herauskristallisierte. Zweifelsfrei war der vorderste Keller bis in die Neuzeit benutzt worden. Der Früheste Fund war ein „Kolanade“- Flasche aus den dreißiger Jahren. Vier Brunnen wurden ebenfalls freigelegt und an einem Holzbrunnen und einem Steinbrunnen wird in den nächsten Tagen noch gearbeitet. Dann ist der Bereich I voll katalogisiert und ausgeräumt und wird wieder aufgefüllt. 

Weitere Grabungen 

Hinter dem Gasthof Bären kann dann der geplante Anbau eines Bettenhauses realisiert werden. Direkt daneben, im Bereich des ehemaligen Parkplatzes, wird weiter gebaggert und gegraben. In den nächsten Wochen wird das Haus Hutter und der ehemalige Holzmarkt abgerissen. Darunter vermuten die Archäologen den ältesten Teil Isnys, denn der Fronhof soll den Lageplänen nach dort in der Hofstatt gewesen sein. Dr. Doris Schmid erhofft sich dort die ältesten Funde. Die Archäologie ist nicht darauf aus, die freigelegten Mauern zu erhalten. Sind sie erfasst und ausgewertet, dann ist von Seiten der Denkmalspflege genug passiert. Ein Teil der Fundstücke ist zum Restaurieren inzwischen in Esslingen. Am Ende werden die meisten Fundstücke im zentralen Fundarchiv in Rastatt landen. Was im Boden liegt, gehört dem Land. 

Eine Ausstellung in Isny dürfte aber vorher möglich sein. Nach der Einweisung in die Grabung ging es für den Gemeinderat in das ehemalige Gebäude der SZ und dort konnte die Archäologin einige eindrucksvolle Fundstücke präsentieren. Die Gemeinderäte waren sichtlich überrascht was da alles zusammen kam. Die gefundene Keramik dürfte ursprünglich vor Ort entstanden sein. Die Gläser allerdings werden die Experten noch einige Zeit beschäftigen. Manfred Schubert

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