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Aktion zum Equal Pay Day im Rahmen der »Frauen Aktionstage«

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Eines von zahlreichen Statements von Kemptener BürgerInnen. © Ahr

Kempten – „Demonstrationen auf dem Rathausplatz werden langsam zur festen Einrichtung“, sagt Oberbürgermeister Thomas Kiechle inmitten der rot gekleideten DemonstrantInnen und erinnert an die Schüler, die erst am Freitag vor dem Rathaus gestanden hatten.

Kiechle vollzieht einen kurzen Exkurs zur Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren und beschreibt die rechtliche Situation zur Gleichberechtigung: Das Grundgesetz sei dabei ja eindeutig. Es fehle also nicht an verbrieften Rechten, aber an der Umsetzung der Gleichstellung. „Das ist nicht nur ein Thema für Frauen, sondern für alle.“ Umso schöner, dass sich zur Kundgebung ein gemischtes Publikum eingefunden hat. 

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kempten Katharina Simon plädierte an die Zusammenarbeit aller Geschlechter, Gleichstellung könne nur gemeinsam erreicht werden. „Arbeit mit Menschen“, fordert sie, „soll genauso bezahlt werden, wie Arbeit mit Maschinen.“ 

Mit der Kundgebung zum Equal Pay Day wollen u.a. die Kemptener Stadträtinnen, der Verein Business and Professional Women e.V. Allgäu und die Hochschule Kempten, ver. di und das Frauenzentrum darauf aufmerksam machen, dass Frauen durchschnittlich weniger verdienen als Männer. Im Jahr 2018 kam ein Mann im Durschnitt auf einen Bruttostundenlohn von 21 Euro, eine Frau auf 16,59 Euro. Die Unterschiede ergeben sich u.a. aus der ungleichen Verteilung von Arbeits- und Familienzeiten, geringerer Entlohnung klassischer „Frauenberufe“, etwa in der Pflege und der geringeren Anzahl von Frauen in Führungspositionen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit übrigens auf einer der letzten Plätze. 

Kemptener sehen offenbar Handlungsbedarf: BürgerInnen – Privatpersonen, wie auch Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – hatten im Vorfeld verschiedene Statements zu geschlechterunabhängigen fairen Bezahlung formuliert und vor dem Rathaus aufgehängt.

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