Zu wenig Parkplätze

Vieles spricht für ein Semesterticket

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Konstruktiv verlief die Diskussion, zu der das „Aktionsbündnis Parkplatznot“ eingeladen hatte. Aufmerksame Zuhörer hatte Baureferentin Monika Beltinger (mit Mikrofon) bei ihren Erläuterungen unter anderem in Landesschülersprecher Florian Geyer (hinten rechts), dem Vorstand der Studierendenvertretung, Nicolas Zick (hinten links) und OB Dr. Ulrich Netzer (links).

Kempten – Eine Verbesserung der „katastrophalen Parkplatzsituation im Bereich des Bildungscampus“ zu erreichen, war am Montag einmal mehr Ziel einer Diskussion, zu der das „Aktionsbündnis Parkplatznot“ ins Audimax der Kemptener Hochschule eingeladen hatte.

Dass fast weniger Schüler und Studenten der „verbündeten“ Einrichtungen Hochschule und Berufsschulzentrum (BSZ) gekommen waren als städtische Vertreter, irritierte manch einen der gut zehn anwesenden Stadträte. Wie Landesschülersprecher Fabian Geyer und Nicolas Zick, Vorstand der Studierendenvertretung, verdeutlichten, liege das nicht an mangelndem Interesse, sondern an den Semesterferien sowie der Prüfungsphase am BSZ. „Wir wollten aber endlich damit herausgehen“, erklärte Geyer die Wahl des Zeitpunkts, „auch weil es in den Medien zerredet wird“. Außerdem seien ja die Schülervertreter anwesend, die eben für solche Zwecke gewählt würden.

Das Problem in Kürze (ausführlicher Bericht in der KREISBOTEN-Samstagsausgabe vom 23. Februar): Für etwa 6500 Schüler des BSZ stehen laut Zick in Summe 884 Parkplätze zur Verfügung; an der Hochschule Kempten müssten gar 588 Parkplätze für rund 4500 Studenten und Professoren/Lehrbeauftragte reichen. Als zusätzliche Problemfaktoren führte Geyer unter anderem den Wegfall von 160 Plätzen für die Hochschule durch den Neubau XXX-Lutz ins Feld, die Vollsperrung an der „Allgäu- Halle“ während des 14-tägig an Donnerstagen sattfindenden Viehmarktes oder einen öffentlichen Nahverkehr, der „aus unserer Sicht zu selten fährt und zu teuer ist“.

Viele Möglichkeiten

Aber auch mögliche Lösungsvarianten stellten die Vertreter des Aktionsbündnisses zur Diskussion: Bau eines mehrstöckigen Parkdecks am zentral gelegenen Wärmeheizkraftwerk, was, so Geyer, allerdings eine „Finanzfrage“ sei; als „Semilösung“ die Nutzung des Güterbahnhofs; Absenkung der Wiese am Hauptbahnhof; Sperrung des BSZ-Parkgeländes für die Öffentlichkeit; Parkgutscheine für Schüler und Studenten an der Allgäu Halle; Einrichtung eines funktionierenden „Park & Ride“-Systems zur Anbindung von weiter draußen gelegenen Parkplätzen, die „nachhaltigste und beste Lösung“ nach Ansicht der Bündnispartner. Als nicht wirklich brisant sah Baureferentin Monika Beltinger die Situation rund um das BSZ, die OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) gar als „Luxusproblem“ bezeichnete, das gelöst sei, wenn die Schüler „einen fünfminütigen Fußmarsch vom Heizkraftwerk in Kauf nehmen“. Im Bereich der Hochschule sei die „Situation tatsächlich anders“, wie beide einräumten und was von Hochschulpräsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt anhand von Zahlen einer eigens vorgenommenen „empirischen Untersuchung“ belegt wurde. „Mit relativ geringem Aufwand“ sei, laut Beltinger, ein dreigeschossiges Parkdeck auf dem Hochschulgelände realisierbar, mit insgesamt circa 280 Stellplätzen.

Pro Semesterticket

Nach Abwägen aller zur Diskussion stehenden Möglichkeiten wurde am Ende aber doch eine ganz andere Variante von beiden Seiten klar favorisiert: die Einführung eines Semestertickets, bei besserer Taktung des öffentlichen Nahverkehrs – so zumindest die Forderung seitens der Betroffenen – und wegen der vielen Auswärtigen unter Einbindung der Bahn. Allerdings „werde ich keine Umlandverbindung im Halbstunden-Takt sonntags hinbekommen“ oder Busse für die Spitzenzeiten kaufen, die in der restlichen Zeit leer stünden, warnte OB Netzer. Da erst noch eine Einigung mit der Bahn gefunden werde müsse, regte er an, übergangsweise „die kleine Lösung in der Stadt“ zu starten.

Auf Interesse bei den Studenten und Schülern stieß auch eine Anregung von Stadträtin Claudia Dress (CSU), die sich um Informationen zu einer App für eine Mitfahrzentrale kümmern will.   Christine Tröger

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