Aktionstag der Agentur für Arbeit rund um das Thema Inklusion

Chancen und Arbeit bieten

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Wie fühlt es sich an, im Rolli zu sitzen? Einfach selber mal ausprobieren!

Kempten – Unternehmen für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, das will die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen erreichen. Über hundert Firmen waren eingeladen, sich am Aktionstag über die Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen mit einer Behinderung zu informieren, wenige, allzu wenige waren gekommen. Dabei waren die Ausstellung und der Erlebnisparcours vielfältig gestaltet.

Wie fühlt es sich an, im Rollstuhl zu sitzen? Wie wirkt die Welt, wenn man fast blind ist? Wer sich auf solche kleine Experimente einließ und sich mit den Reha-Spezialistinnen unterhielt, konnte sein Bewusstsein durchaus erweitern… Diese Möglichkeit ergriffen an dem Tag auch die Angestellten anderer Abteilungen der Agentur für Arbeit, die mit den roten Krawatten.

Peter Litzka, der die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen leitet, weiß gute Gründe anzuführen, weshalb große und kleine Betriebe profitieren, wenn sie Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz anzubieten: Sie sind oft hochqualifiziert, nicht öfter krank als andere, hoch motiviert und überdurchschnittlich betriebstreu. Dazu kommen eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten durch die Bundesagentur für Arbeit und das Jobcenter: Vermittlung und individuelle Beratung, Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung, Probebeschäftigung, Eingliederungszuschuss – Arbeitgebern wird es wirklich erleichtert, ihrer Pflicht nachzukommen und Menschen mit Handicap einzustellen.

Im Allgäu sind bereits viele von ihnen beschäftigt, ob in den Allgäuer Werkstätten, im Cap-Markt in Betzigau oder im neu eröffneten Allgäu-Art-Hotel in Kempten. Dennoch mahnte Josef Mayr, 3. Bürgermeister von Kempten, bei der Ausstellungseröffnung: „Wir müssen im Bereich der Inklusion voran kommen.“

Phil Hubbe, der Zeichner „behinderter“ Cartoons, hat einige seiner Blätter ganz unkompliziert für den Aktionstag zur Verfügung gestellt. Auch wenn das Thema Inklusion an sich kein Witz ist: Es darf gelacht werden.

Wenn Menschen mit Behinderung in Firmen arbeiten, „steigt die Nestwärme, und das tut jedem Betrieb und der Gesellschaft gut“, versicherte Mayr. Zehn Prozent beträgt die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Personen in der Agentur für Arbeit selbst, was auf eine recht angenehm temperierte Nestwärme schließen lässt. Nachahmer sind herzlich willkommen.

Elisabeth Brock

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