Verquickung von Amt und Aufsichtsratsposten?

Alfons Hörmann in der Kritik

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Landratskandidat Alfons Hörmann.

Oberallgäu – Kritik am Landratskandidaten der CSU, Alfons Hörmann, wurde in den vergangenen Wochen und Monate des Öfteren laut – in erster Linie, weil Hörmann an seinem Amt als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) festhalten will.

Die Kritik: Damit bliebe nicht genügend Zeit, um das Amt eines Landrates in ausreichendem Maße auszuüben.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) deckte nun einen weiteren Vorwurf auf. Nach Recherchen der SZ habe der DOSB im Jahr 2017 Aufträge im sechsstelligen Ausgabenbereich an die Firma Scaltel AG mit Sitz in Waltenhofen vergeben – zu diesem Zeitpunkt war Hörmann nicht nur Präsident des DOSB, sondern, bis Juli 2018, zugleich auch Aufsichtsratschef bei Scaltel. Bei diesen Aufträgen habe es sich um die Analyse der bestehenden Situation im IT-Bereich, der Erarbeitung eines Konzeptes für eine mögliche Neuaufstellung sowie die tatsächliche Neuaufstellung der IT-Software, der Netzwerke und der Computer des DOSB durch die Scaltel AG gehandelt.

Ein Jahr später ging laut SZ-Recherchen erneut ein Auftrag an die Waltenhofener Firma im Bereich „Managed Service“. „Jetzt gibt es 90 000 Euro pro Jahr für den „Managed Service“, der jährlich kündbar sei“, heißt es in einem Artikel der SZ. Der DOSB weist laut SZ jegliche Vorwürfe der Vetternwirtschaft von sich. Sowohl für die Auswertung der IT-Situation als auch für die Vergabe der Teilaufträge seien jeweils mindestens drei Angebote eingeholt worden, die Aufträge hätte der Anbieter mit dem jeweils besten Preis-/ Leistungsverhältnis erhalten. Scaltel habe „den Auftrag für‘s ‚Managed Service‘ erhalten, den überwiegenden Teil der Aufträge aber bekamen andere Anbieter.“

Weiter sagt der DOSB, dass weder Hörmann noch das restliche Präsidium bei den Vorgesprächen und der finalen Auswahl des Anbieters beteiligt gewesen seien. Alfons Hörmann selbst sei bei „keiner Beratung oder Entscheidung anwesend oder in irgendeiner sonstigen Form in Gespräche einbezogen“ gewesen; er habe im Vorfeld einen möglichen Interessenskonflikt angemeldet „und für den Zeitraum der gesamten Beratung den Raum verlassen.“ 

Eva

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