"Alle haben sich mit mir gefreut"

Ruth Malsch (rechts) punktet in ihren Kämpfen vor allem mit schnellen Fauststößen zum Kopf (Bild) oder zum Bauch ihrer Gegnerinnen. Grüner

Mit ihrer Bronzemedaille im Gepäck kam Ruth Malsch am Dienstagmittag am Hauptbahnhof an. Die 15-Jährige vom 1. Kemptener Karate Dojo im TVK hatte das Edelmetall am Sonntag bei der Karate-WM in Malaysia gewonnen. Nach ihrer Ankunft sprach sie mit dem KREISBOTEN über ihre Erlebnisse und Erfahrungen.

Wie fühlst Du dich als WM-Dritte? Malsch: „Ich bin stolz auf mich, dass ich's durchgezogen hab und dass ich's allen gezeigt hab, die an mir gezweifelt haben. So richtig realisiert hab ich das aber noch nicht.“ Wie hat dein Umfeld auf deinen Erfolg reagiert? Malsch: „Nach dem Kampf um Platz drei ist das ganze deutsche Team auf mich zugestürmt und hat mir gratuliert und mein Bundestrainer Klaus Bitsch hat sich natürlich auch sehr gefreut. Als ich am Dienstag heimgekommen bin, wurde ich am Bahnhof von meinem Trainer, meinem Freund und einigen anderen Vereinskameraden empfangen. Die haben sich alle sehr mit mir gefreut. Überhaupt haben mich alle sehr unterstützt, vor allem mein Trainer Siggi Drexel, der ganze Verein, mein Freund und meine Familie, die sogar mit in Malaysia war. Das habe ich sehr geschätzt und das hat mir auch geholfen.“ Du bist mit dem Nationalkader bereits eine Woche vor der WM nach Asien aufgebrochen. Was für Erfahrungen hast du in Malaysia gemacht? Malsch: „Viel gesehen hab ich von Malaysia nicht, eigentlich hab ich nur das Klima so richtig erlebt. Sobald man rausgegangen ist, hat man sich gefühlt wie in der Sauna. Außerdem war das Essen total scharf, es gab schon Wok-Gerichte zum Frühstück und alles war mit Fisch. Ansonsten haben wir zwei Mal am Tag trainiert, waren im Einkaufcenter und am Hotelpool. Und ein-mal haben wir alle zusammen eine Bootsfahrt über den Ka- nal von Melaka gemacht.“ Du hast am vierten WM-Tag gekämpft und damit als Letzte des deutschen Teams. Was war das für ein Gefühl? Malsch: „Am Tag davor hat eine Mannschaftskameradin noch Bronze geholt und das hat mich noch einmal richtig motiviert. An meinem Wettkampftag hab ich mich früher als bei anderen Turnieren an die Wettkampffläche gesetzt. Ansonsten war ich irgendwie weniger nervös als sonst.“ "Viel Adrenalin" Wie liefen deine WM-Kämpfe aus deiner Sicht? Malsch: „In den ersten Kampf bin ich nicht richtig reingekommen. Als meine Gegnerin dann kurz vor Schluss ihren Punkt machte, hatte ich zu wenig Zeit, noch aufzuholen. Nach dem Kampf hab ich gedacht, dass es nichts bringt, wenn ich jetzt zu enttäuscht bin. Irgendwie war ich mir in dem Moment auch sicher, dass meine Gegnerin ins Finale kommt und ich dadurch in die Trostrunde und so war es ja dann auch. Für die Trostrunde war ich richtig motiviert, weil ich nochmals die Chance auf eine Medaille bekommen habe. Mein Bundestrainer Klaus Bitsch hat mich vor den Kämpfen richtig gepusht und in den drei Kämpfen bis zu Platz drei, die fast direkt hintereinander waren, hatte ich so viel Adrenalin in mir. Im Kopf war das sehr anstrengend, weil man sich dauernd sagt 'Du musst gewinnen' und gerade im Kampf um den dritten Platz wollte ich einfach nicht verlieren. Nach dem letzten Kampf hab ich erst gemerkt, wie anstrengend alles war. Aber ich hab mich richtig gefreut und es sind auch ein paar Tränen geflossen.“ Was sind deine nächsten Ziele? Malsch: „Ich will jetzt auf keinen Fall eine Pause machen. Ich werde weiter trainieren und hoffen, dass ich für die EM Mitte Februar nominiert werde. Dort würde ich dann schon in der Juniorenklasse starten. Insgesamt hoffe ich, dass alles so gut weiter läuft.“

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