Alles bleibt beim Alten

Da rieb sich wohl kürzlich der eine oder andere Stadtrat im nichtöffentlichen Teil des Werkausschusses verwundert die Augen: Entgegen den Ankündigungen wird das Milchzelt des Milchwirtschaftlichen Vereins zur diesjährigen Festwoche doch wieder am ursprünglichen Standort auf dem Hof der Staatlichen Realschule aufgestellt und nicht weiter vorne an die neue Schulmensa „angedockt”. Das bestätigte Festwochenleiterin Martina Dufner-Wucher am Mittwoch auf Anfrage. Gegenüber dem KREISBOTEN begründete Vereins-Geschäftführer Emmerich Heilinger das Umdenken unter anderem mit „logistischen Vorteilen” des bisherigen Standortes. Die Öffentlichkeit soll darüber in der Werkausschussitzung am kommenden Montag, 19. März, informiert werden.

Seit Jahren steht im westlichen Bereich des Schulhofs der Staatlichen Realschule in der Salzstraße das traditionsreiche und gern und viel besuchte Milchzelt des Milchwirtschaftlichen Vereins Allgäu-Schwaben. In diesem Jahr sollte das Zelt allerdings erstmals im östlichen Teil aufgestellt und mit der neuen Mensa verbunden werden. Von diesen Plänen haben Festwochenleitung und Verein nun aber offenbar Abstand genommen – sehr zur Überraschung einiger Stadträte im Werkausschuss, die erst kürzlich nicht öffentlich darüber informiert wurden und sich zum Teil vor vollendete Tatsachen gestellt fühlten. Gegenüber dem KREISBOTEN begründete Festwochenleiterin Martina Dufner-Wucher die Umplanung mit dem Umbau des Schulhofes und den damit einhergehenden Veränderungen der Örtlichkeit. „Niemand kann sich das so richtig vorstellen”, sagte sie. „Wir müssen erst Erfahrungen sammeln.” "Ein Zuschussgeschäft" Emmerich Heilinger, Geschäftsführer des Vereins, sprach gegenüber unserer Zeitung ebenfalls im Zusammenhang mit dem Umzug von „großen Veränderungen”. „Es hat sich herausgestellt, dass wir die Umstellung noch nicht hinbekommen”, erklärte er und verwies auf die veränderten Gegebenheiten vor Ort. Außerdem biete die unmittelbare Lage an der Frühlingsstraße „logistische Vorteile”. Daher habe man sich mit der Festwochenleitung darauf verständigt, in diesem Jahr zunächst einmal noch nicht den Standort zu wechseln. Ob der „Umzug” im kommenden Jahr stattfindet, ließen sowohl Dufner-Wucher als auch Heilinger zunächst offen. Darüber müsse man noch reden, hieß es von beiden Seiten. „Aber wir sind flexibel und wollen vor allem ein gutes Angebot in unserem Zelt machen”, so Heilinger. Denn einen entscheidenden Nachteil hat der bisherige Zeltplatz – die gewünschten längeren Öffnungszeiten am Abend lassen sich dort nur schwer durchsetzen. „Das ist ein Problem”, sagte Heilinger. Doch manche Stadträte im Werkausschuss vermuten hinter den Umplanungen auch finanzielle Überlegungen und wollen daher Klarheit. So zahlt der Verein der Stadt zwar Miete, nimmt aber auch Geld ein, das die Mitglieder-Betriebe für ihre Stände im Zelt zahlen müssen. Wie hoch die jeweiligen Summen sind, dazu wollte sich keiner der Beteiligten äußern. Beide Seiten bestätigten aber Informationen unserer Zeitung, denen zufolge der Verein der Stadt eine Kosten- und Einnahmenaufstellung vorlegen wird. Nach Auskunft von Heilinger ist das Milchzelt für den Verein aber „ein Zuschussgeschäft – aber das ist es uns wert”, betonte er am Donnerstag. „Wir sehen das Milchzelt als Schaufenster, als Werbung für die Allgäuer Milchwirtschaft.”

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