Isnyer Bürger setzen sich für die Asylbewerber ein

Unterstützende Demo

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Viele Isnyer Bürger machen sich am Samstag für die Asylbewerber stark.

Isny – In der vergangenen Woche war es rund um die Asylbewerber und ihre Unterbringung in Isny etwas turbulent geworden. Mehrere junge Isnyer hatten gegen den Aufenthalt von rund 100 Asylbewerbern Stimmung gemacht und diese über Facebook verbreitet.

Am Samstag haben sich nun knapp 300 Demonstranten in der Isnyer Innenstadt versammelt, um gegen Rassismus zu demonstrieren und damit die Asylbewerber zu unterstützen. Für die initiierte Facebook-Aktion gegen die Asylbewerber hatten sich schnell Gleichgesinnte gefunden, die sich an diese Aktion anhängten. Deutlich wurde dabei, dass es in der Region einige fremdenfeindliche Personen gibt. Schnell waren die Verursacher jedoch ermittelt und so konnte die Seite relativ schnell wieder aus dem Netz genommen werden. Das Theater aber war verursacht. 

Plötzlich gab es einige, die eine abweisende Haltung gegenüber den Asylbewerbern haben und diese auch zeigten. Seit mehr als einem Jahr sind Asylbewerber in dem leerstehenden Gebäude des Stephanuswerkes untergebracht (der Kreisbote berichtete) und bisher lief die ganze Aktion recht unproblematisch und zur allgemeinen Zufriedenheit. Ein Hausmeister sieht in dem Gebäude nach dem Rechten und Personal vom Landkreis ist für die Versorgung zuständig. Außerdem hat sich ein Helferkreis gebildet, der für Unterricht in Deutsch, die Freizeitmöglichkeiten und auch für die schulische Betreuung der Kinder mit zuständig ist. In der eingerichteten Inklusionsklasse werden die schulpflichtigen Kinder auf die Teilnahme am allgemeinen Unterricht vorbereitet. Vor diesem Hintergrund war es nur logisch, dass sich demonstrativ eine große Anzahl Isnyer Bürger hinter das Projekt stellt und es lieber sehen würde, wenn auch weiterhin in Ruhe und der nötigen Einsicht an der Integration weiter gearbeitet werden könnte. 

Infos vor dem Rathaus 

Waren es bei der Facebook-Geschichte drei junge Isnyer, die für die Missstimmung sorgten, so war es bei der Demonstration am Samstag in der Innenstadt vor allem einer, der Zeichen setzen wollte: Alfred Weber hatte die Demo angemeldet und für die Vorbereitungen Helfer auftreiben können. Das „antirassistische Jugendaktionsbüro“ aus Kempten schaltete sich mit ein, sorgte für Lautsprecher und Plakate und baute vor dem Rathaus einen Stand mit Info- material auf. Auch der Ortsverein der Isnyer SPD zeigte Flagge und Vorsitzender Otto Ziegler machte den Standpunkt der SPD in dieser Angelegenheit deutlich. Die Polizei wurde allerdings hellhörig, als am Freitag bei Facebook die Ankündigung einer Gegendemonstration auftauchte und mit einem entsprechenden Einsatz von Ordnungskräften unter Leitung von Kriminaldirektor Uwe Stürmer sollte sichergestellt werden, dass es zu keinen Eskalationen kommt. 

Doch die Demo verlief ruhig, die Befürworter der Unterbringung konnten ihre Meinung zum Ausdruck bringen und die jungen Leute aus Kempten ebenfalls ihre positive Haltung gegenüber den Asylbewerbern formulieren. Vor dem Rathaus hatten sich knapp 300 Menschen versammelt und der Demonstrationszug durch die Wassertor Straße, entlang der Stadtmauer und über die Espantor Straße zurück zum Ausgangspunkt konnte ohne irgendwelche Störungen zweimal gegangen werden. Bleibt nach Meinung von Bürgermeister Rainer Magenreuter zu hoffen, dass nun wieder Ruhe eintritt und das Ganze eine einmalige Aktion war.

Manfred Schubert

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