"Alles hat mal ein Ende"

Nur noch bis Ende des Jahres können Weinliebhaber im Weinhandel Johann Schnitzer am Rathausplatz einkaufen. Foto: Läufle

Am Ende des Jahres endet eine Ära in Kempten – die Ära des Weinhan- dels Johann Schnitzer zum „Grünen Baum“. Der Weinhandel mit Gastronomie am Rathausplatz war vor allem in den 80er- und 90er-Jahren bei den Kemptener Studenten sehr beliebt. Auch heute kommen noch viele Stammgäste. Doch jetzt ist Schluss – Inhaberin Elfriede „Kuni“ Bretag geht in den Ruhestand. Einen Nachfolger sucht derzeit Walter Beck, Geschäftsführer des gleichnamigen Immobilienbüros, der verschiedene Interessenten für das Gebäude hat.

Elfriede „Kuni“ Bretag hat im Jahr 1993 das Geschäft von ihrem Schwiegervater übernommen. Unter ihrer Führung entstand auf dem damals neu gestalteten Rathausplatz die Gartenwirtschaft. Zudem wurde die Gastronomie ausgebaut. Gerne erinnert sie sich heute an frühere Zeiten. „Das Flair im Schnitzer war, dass jeder jeden gekannt hat“, erzählt sie. Jeden Freitag sei Party gewesen. „Das war einfach schee.“ Es gab Nikolausfeiern, Schwarz-Weiß-Bälle und bis heute haben ihr viele Stammgäste die Treue gehalten. Doch nach insgesamt 32 Jahren im Schnitzer – sie und ihr Mann Peter halfen schon dem (Schwieger)Vater, der den Weinhandel 1979 übernahm – sehnt sich „Kuni“ nun nach mehr Freizeit. „Ich möchte kürzer treten und mehr Zeit für mich selber haben“, sagt sie. Und sie hat auch ein Ziel: „Ich möchte mit meiner alten Vespa nach Italien und dabei über den Brenner mit Petticoat, gehäkelten Handschuhen und Strohhut fahren.“ Noch bis Ende des Jahres wird im Schnitzer nun alles verkauft, was es noch gibt. „Das ist schon ein komisches Gefühl“, meint die Inhaberin aber sie freut sich auf mehr Freizeit. „Alles hat mal ein Ende.“ Ganz verzichten müssen die Stammgäste aber nicht auf „ihren“ Schnitzer. „Der Stand auf dem Weihnachtsmarkt wird künftig von meinem Sohn in altbewährter Tradition weitergeführt“, so „Kuni“. Wie das Haus künftig genutzt wird, daran arbeitet gerade Walter Beck vom gleichnamigen Immobilienbüro, das für die Gebäudeverwaltung zuständig ist. „Es gibt zwei ernsthafte Interessenten, Verträge sind aber noch nicht abgeschlossen“, sagte Walter Beck am Mittwoch gegenüber dem KREISBOTEN. Einer der Interessenten, ein Braumeister, möchte eine kleine Brauerei reinmachen. Der zweite Interessent sei eine „ganz große Brauerei“. „Es sind noch einige Dinge zu klären, daher ist noch keine Entscheidung gefallen.“ Der Abschluss der Verhandlungen stehe jedoch vor der Tür, so Beck weiter. „Es schaut positiv aus.“

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