Alles hört auf Hengstermann

„Hiermit melde ich mich ab.“ Im Rahmen eines feierlichen Appells hat Oberfeldarzt Dr. Christian Fürlinger am Freitagmittag das Kommando über das Gebirgssanitätsregiment 42 „Allgäu“ an Oberfeldarzt Dr. Frank Hengstermann übergeben. Fürlinger stand seit dem 22. September 2006 an der Spitze des Allgäuer Regiments und wechselt nun als Dezernatsleiter nach Koblenz.

Nach fast vier Jahren im Allgäu muss Fürlinger seine „Traumverwendung“ als Kommandeur des Regiments abgeben (der KREISBOTE berichtete). Äußerlich gefasst, aber mit zum Teil bewegenden Worten nahm er am Freitagmittag in der Artillerie-Kaserne Abschied von seinen rund 650 Soldaten. „Ich werde darauf immer stolz sein“, betonte Fürlinger zum Abschluss seiner Rede, ehe er sich bei seinem Vorgesetzten, Generalarzt Dr. Frank Schindelhauer, Kommandeur des Sanitätskommandos IV, abmeldete. Zuvor hatte Fürlinger seine Zeit als Regimentskommandeur im Allgäu noch einmal Revue passieren lassen. „Ich habe jeden Tag genossen“, erklärte er. Die vergangenen vier Jahre seien vor allem vom Wandel der Zeit und den damit einhergehenden Umstrukturierungen innerhalb der Einheit geprägt gewesen. „Aber Veränderung ist prinzipiell ein positiver Prozess“, so der Oberfeldarzt. Fürlingers Dank galt vor allem seinen Soldaten und ihrer Einsatzbereitschaft. „Auch wenn die Rahmenbedingungen nicht immer optimal waren, haben sie immer versucht, das in der gegebenen personellen und materiellen Lage bestmögliche Ausbildungsergebnis zu erzielen“, sagte Fürlinger. „Dank vor allem dem Herrgott, dass jeder Soldat des Regiments in den letzten vier Jahren wieder gesund aus dem Einsatz zurück gekommen ist“, so der scheidende Regimentskommandeur weiter. Für die Zukunft wünschte er sich, „dass es mit vereinten Kräften gelingt, das Gebirgssanitätsregiment und den Standort Kempten auch über die bevorstehende grundlegende Strukturreform und die damit verbundene Standortdebatte hinaus zu erhalten.“ Generalarzt Dr. Frank Schindelhauer bestätigte, dass die Truppe vor dem Hintergrund der Debatte um leere Kassen und die Abschaffung der Wehrpflicht verunsichert sei. „Ich gehe jedoch sehr zuversichtlich davon aus“, erklärte er, „dass in den nächsten Monaten die Weichen nicht nur nach Kassenlage gestellt werden.“ Die Verabschiedung Fürlingers bezeichnete der Generalarzt trotz aller Routine als etwas Besonderes. „Denn gerade die Führer sind es, die ihrer Truppe prägen und ihr Gestalt geben“, betonte Schindelhauer. Für die unterstellte Truppe sei ein Kommandeurswechsel ein „spürbarer Einschnitt“. „Es braucht seine Zeit, bis sich beide Seiten aneinander gewöhnt haben.“ Fürlinger schrieb er in diesem Zusammenhang ins Stammbuch: „Sie sind fordernd, aber fair. Sie behandeln ihre Frauen und Männer auf Augenhöhe“, so Fürlingers Vorgesetzter. Nur so sei es möglich gewesen, dass das Regiment während Fürlingers Amtszeit überdurchschnittliche Ergebnisse erreicht habe. In Richtung Oberfeldarzt Dr. Frank Hengstermann sagte er: „Sie werden sich, davon bin ich überzeugt, in die Führung des Regiments mit aller Kraft, vor allem aber mit Herz und Verstand einbringen.“ Hengstermann war 1999 bis 2001 als Truppenarzt in Altenstadt bei Schongau eingesetzt, danach vor allem im Personal-Verwaltungsbereich.

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