Alles rund um's Holz

Die König-Ludwig-Brücke kann am „Tag des offenen Denkmals“ von 13 bis 16 Uhr besichtigt werden. Foto: Archiv

Am kommenden Sonntag, 9. September, findet der „Tag des offenen Denkmals” statt. Heuer widmet sich die Veranstaltung dem Naturstoff Holz. Mit großer ehrenamtlicher Unterstützung wurde auch in Kempten erneut ein interessantes Programm zusammengestellt. Faszinieren wird neben den historischen Dachtragwerken der beiden großen Kirchen St.-Lorenz und St.-Mang vor allem die als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnete König-Ludwig-Brücke über die Iller.

Holz ist seit Menschengedenken ein zentraler Baustoff, in manchen Zeiten und mancherorts der wichtigste überhaupt. Was macht Holz so bedeutend für Baumeister, Handwerker, Künstler, Hauseigentümer und –bewohner sowie für Restauratoren und Denkmalpfleger? Und warum ist Holz geeignet, im Mittelpunkt des Tags des offenen Denkmals zu stehen? Antworten auf diese Fragen gibt es so viele, wie es verschiedene Nutzungsweisen von Holz an und in Bauwerken gibt. Handwerkliche Meisterleistungen aus Holz können in Kempten im Rathaus und Beginenhaus bewundert werden. Das Alpinmuseum widmet eine neunmonatige Ausstellung dem Thema „Holz aus den Bergen“ und ist somit auch am Tag des offenen Denkmals mit drei Veranstaltungen präsent. Im Rahmen einer Führung auf der Burghalde wird die Bedeutung der Bäume und des Holzes auf der Burg veranschaulicht. Im Einzelnen gestaltet sich der Tag des offenen Denkmals in Kempten folgendermaßen: Basilika St.-Lorenz: Besichtigung Dachtragwerk, Chorgestühl, Führungen durch Markus Naumann, 13 Uhr und 15 Uhr. Treffpunkt: Eingang Westseite. Die Grundsteinlegung der St.-Lorenz-Basilika erfolgte am 13. April 1652. Am 24. März 1654 löste Johann Serro den Baumeister Michael Beer ab. Am 12. Mai 1748 wurde die Kirche geweiht. Wer an einer Führung teilnimmt, erfährt insbesondere viel Wissenswertes über die Ausstattungsgegenstände des Kirchenraumes. Höhepunkt dürfte sicherlich die Begehung des Dachtragwerkes sein. St.-Mang-Kirche: Besichtigung Dachtragwerk, Altar, Renaissancegestühl, Führungen durch Heinz Heubeck, 14 Uhr und 16 Uhr, Treffpunkt: Eingang Westseite. Das heutige nach dem Sankt Galler Mönch Magnus benannte gotische Gebäude wurde im Jahr 1426 über einem romanischen Vorgängerbau aus der Zeit um 1100 erbaut. Auch in der St.-Mang-Kirche werden alle Interessierten in den Führungen vieles an Informationen mitnehmen können. Ein besonderes Erlebnis ist die Begehung des Dachtragwerkes. König-Ludwig-Brücke: Besichtigung/Informationstafeln, 13 bis 16 Uhr, Treffpunkt: Westseite. Als weltweit eine der ältesten erhaltenen hölzernen Eisenbahnbrücken ist sie ein einzigartiges Denkmal des frühen Eisenbahnzeitalters. Am 20. April dieses Jahres wurde die König-Ludwig-Brücke von der Bundesingenieurkammer als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland” ausgezeichnet. Rathaus: Besichtigung Schrannenhalle, Weberzunftraum, Sitzungssaal, Führungen um 10 Uhr und 12 Uhr, Treffpunkt: Haupteingang. Eine Führung der das Haus prägenden Räumlichkeiten bietet einen Einblick in die meisterlichen Handwerksleistungen am Material Holz. Filmvorführungen im Beginenhaus: zwischen 10 Uhr und 16 Uhr. Die Flößerei auf der Iller war ein wichtiges Gewerbe des Transportes auf dem Fluss mit dem hauptsächlichen Zielort Ulm. Transportiert wurden Waren verschiedenster Art, vor allem Holz. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1397, die letzte Fahrt eines Floßes fand im Jahre 1918 statt. Im Rahmen eines Ferienprojektes aus dem Jahre 1983 wurde die Iller den jungen Menschen in ihrer historischen Nutzung der Flößerei nachvollziehbar und erlebbar gemacht. Der mittlerweile verstorbene ehrenamtliche Filmemacher Gerd Wiese begleitete diese Fahrt dokumentarisch und konnte dabei sogar ein Interview mit einem der letzten praktizierenden Flößer der Iller vornehmen. Alpinmuseum: „Besondere Bäume im Allgäu“, 11 Uhr, Bildvortrag von Hubert Rößner, „Holz aus den Bergen“, 11 Uhr, Führung durch die Ausstellung. „Poesie in Holz“, 15 Uhr, Bildvortrag von Volkmar Zimmer. Beginenhaus: Halbstündige Führungen durch das Beginenhaus zwischen 10 Uhr und 16 Uhr, Kunst und Handwerk zum Thema Holz, Kinderprogramm, Kaffee und Kuchen im Nonnenturm, Eingang Burghaldegasse. Burghalde: Bäume und Holz auf der Burg, Führung durch Roger Mayrock, 13 Uhr. Im Rahmen einer Führung durch das Kemptener Wahrzeichen wird anschaulich die Bedeutung der Bäume und des Baumateriales Holz für die Burganlage vermittelt. Alle Veranstaltungen des Tages des offenen Denkmals deutschlandweit sind im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden. Das gedruckte bayernweite Programm ist beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München erhältlich. Das spezielle Programm für die Stadt Kempten ist im Internet auf den Seiten des Kemptener Bürger Büro unter www.kempten.de abgebildet.

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