Bahn will im Allgäu künftig Doppelstockwaggons einsetzen

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Bärbel Fuchs, Geschäftsleiterin der DB-Regio Allgäu-Schwaben, und Franz Lindemair, DB-Sprecher für Bayern, sprechen über die Zukunft der Deutschen Bahn im Allgäu.

Kempten – Doppelstockwaggons sehen Reisende am Kemptener Bahnhof sehr selten. Das soll sich spätestens bis Dezember diesen Jahres ändern.

Die Deutsche Bahn will im Allgäu mehr als 30 solcher Anhänger einsetzen. Das gab Bärbel Fuchs, Geschäftsleiterin der DB Regio Allgäu-Schwaben, am Mittwoch bei einem Gespräch im Kemptener „Meckatzer Bräuengel” bekannt. Die Züge mit Doppelstockwaggons werden von Kempten, Memmingen und Füssen nach München fahren. In ihnen habe etwa ein Drittel mehr an Fahrgästen Platz. Die Züge verfügen laut Fuchs über eine verbesserte Klimaanlage. 

Für eine Investitionssumme von 28 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn außerdem sieben neue Dieselloks des Typs BR 245 angeschafft. Hersteller ist die Firma Bombardier. „Die Lok ist umweltschonender und etwas leiser“, sagte Bärbel Fuchs. Seit Januar seien zwei dieser Lokomotiven auf Testfahrten unterwegs. Die neuen Loks sollen die Doppelstockwaggons im Allgäu ziehen. „Wir konnten im Jahr 2013 elf neue Triebwagen in Betrieb nehmen“, berichtete Fuchs. Nun betrage der Anteil an neuwertigen Zügen 80 Prozent. Die restlichen alten, silberfarbenen Bahnen sollen bis zum kommenden Fahrplanwechsel durch Doppelstockwagen sowie Neigetechnikzüge und Triebwagen ersetzt werden. „Wir wollen von den alten Zügen wegkommen“, so Fuchs. 

Neben der Erneuerung der Zugflotte beschäftigt die über 800 Mitarbeiter der DB Regio Allgäu-Schwaben derzeit ein anderes Thema. Zusammen mit dem Alex ist das Unternehmen noch bis einschließlich November 2017 als Betreiber für die Schienenstrecken im Allgäu zuständig. Momentan läuft die Ausschreibung für das „Dieselnetz Allgäu” für die Jahre 2017 bis 2029. Sie endet heuer am 31. Juli. Die ausschreibende Institution ist die Bayerische Eisenbahngesellschaft. „Wir wollen die Ausschreibung unbedingt gewin- nen“, erklärte Fuchs am Mittwoch in Kempten. Das Verfahren sei allerdings komplex und umfangreich. Auch der Alex habe sich um den Zuschlag beworben. Die Auswahl potentieller Mitkonkurrenten sei groß, erläuterte die Geschäftsleiterin, sie könnten aus ganz Europa stammen. 

Die Elektrifizierung sei ein anderes Ausschreibungsprojekt. „Die Strecke München-Memmingen-Lindau wird bis Dezember 2020 elektrifiziert“, versprach Geschäftsleiterin Fuchs. Die Reaktivierung ehemaliger Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten sei ein weiteres Thema. In Heimenkirch könnten Bahnreisende bereits jetzt wieder zusteigen. In Lindau-Reutin und Neugablonz sei dies für die Jahre nach 2020 geplant. „Wir schreiben im Allgäu schwarze Zahlen. Aber wir verdienen uns keine goldene Nase“, berichtete Fuchs. Mit der Bilanz für 2013 sei man aber zufrieden. 

Im Allgäu gebe es 34 600 Bahnreisende pro Tag. Die Geschäftsleiterin freute sich über eine Fahrgaststeigerung von 3,6 Prozent in der Region. „Wir rechnen mit einer weiteren Fahrgaststeigerung“, sagte sie. Bei der Kundenzufriedenheit habe die DB Regio Allgäu-Schwaben ebenfalls zugelegt. Hierbei habe eine Befragung 71 von 100 möglichen Punkten ergeben. Ziel seien 75 Punkte. Der Allgäu-Franken-Express von Oberstdorf nach Nürnberg sei bei den Kunden sehr beliebt. Bei dieser Verbindung habe es ein Plus von sechs Prozent bei der Kundenzufriedenheit gegeben. 

Für 2014 sei voraussichtlich keine Preiserhöhung beim Bayernticket geplant, beruhigte sie. „Fast 96 Prozent der Züge im Allgäu sind pünktlich, obwohl es hier viele eingleisige Strecken gibt“, verkündete Bärbel Fuchs außerdem stolz.

Franziska Kampfrath

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