Im Allgäu einmaliges Angebot

Der Besuch eines Reiterhofs gehört zu den Therapieferien. Foto: privat

Therapieferien – geht das überhaupt zusammen? Seit dem vergangenen Jahr weiß man in der Körperbehinderte Allgäu die Antwort auf diese Frage: „Ja, Therapie und Ferien – diese beide Ereignisse können sehr gut zusammenwirken, für Kinder und Eltern gleichermaßen Spaß machen“, erzählt Silke Boysen, Physiotherapeutin in der TherapiePraxisViva und Leiterin dieses neuen Ferien-Therapie-Modells. Nach dem positiven Start in 2011 finden in diesem Jahr in den Pfingst- und in den Sommerferien entsprechende Angebote statt.

Diesmal ist das Konzept nicht allein auf Eltern mit einem behinderten Kind (ein – sechs Jahren) in Kempten und Umgebung beschränkt. Diesmal bietet die Körperbehinderte Allgäu bayernweit diese innovative Art der Ferien/Therapie an. „Im Allgäu ist dieses Angebot auf jeden Fall einmalig“. „Schade, dass wir nur eine Woche mitgemacht haben“, zog die Mama von Josue im vergangenen Jahr ein begeistertes Fazit. Sie hat sich bereits wieder angemeldet. Ein kleines Mädchen lernte in den Therapieferien im vergangenen Jahr beispielsweise mit dem Rollstuhl umzugehen und bekam so mehr Selbständigkeit. Ein Bub konnte in diesen Tagen durch eine allgemeine Muskelkräftigung eine bessere Körperstabilität erreichen. „Jeder in diesen Ferien hat profitiert“. Somit ging das Konzept auf. Allen Kindern gemein war, dass sie in der Motorik sicherer geworden sind. Ausgestattet mit einem Schwimmbad und speziellen therapeutischen Materialien bietet sich das Astrid-Lindgren-Haus als idealer Standort für die Ausführung der Therapieferien an. Die maximal sechs Teilnehmerfamilien pro Gruppe werden von einer Physio- und Ergotherapeutin sowie einer Logopädin betreut. „Ziel ist es, die kleinen Kinder mit Behinderung in diesem Zeitraum von zwei Wochen in ihrer Gesamtentwicklung zu fördern. Die Eltern erhalten gleichzeitig praktische Anleitungen und Ideen für den Alltag mit ihren Kindern“, so Silke Boysen, die seit vielen Jahren in der Körperbehinderten Allgäu Kinder und Säuglinge therapiert. Ausflug auf Reiterhof Während die heimatnahen Teilnehmerfamilien keine externe Übernachtung benötigen und tagsüber die Angebote im Astrid-Lindgren-Haus nutzen, können Familien aus entfernteren Orten das Jugend- und Familiengästehaus (Jufa) in der Stadtbadstraße kostengünstig nutzen. Überhaupt sind die Kosten größtenteils über die Hilfsmittelverordnung abrechenbar. Für die Eltern bleibt lediglich ein kleiner Obolus von 50 bis 80 Euro pro Woche. Neben der Therapie kommt auch der Spaß nicht zu kurz. So sind auch diesmal wieder Ausflüge auf einen Reiterhof und auf einen Biobauernhof vorgesehen. Auch Aktionen für Geschwister werden berücksichtigt. „Natürlich gibt es für die Familien auch ausreichend Pausen und Freiräume, in denen sie ganz losgelöst von uns Therapeuten sein werden. Viele Eltern nutzen zudem die Zeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen, was immer sehr hilfreich ist und positiv wirkt.“

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