Das Allgäu als "Muse"

Marco Schuler zum zweiten Mal zu Besuch in Kempten

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Marco Schuler mit einer seiner aus Aluminium gegossenen Figuren. Anstoß dazu gab ein Besuch im Louvre in Paris.

Kempten – Seit rund einem Jahr gibt es die Kunstarkaden in Kempten nun. Bei der Eröffnung mit dabei war der Künstler Marco Schuler, der zusammen mit Zeichner und Bildhauer Georg Thumbach erstmals den Ausstellungsraum mit seinen Kunstwerken füllte und die Allgäuer Kunstinteressierten mit kreativer Schaffenskunst in den Bann zog.

Im September dieses Jahres lebte Schuler als Artist in Residence erneut in Kempten, genoss die Vorzüge des Allgäus und ließ sich davon in seinem Tun inspirieren. Am vergangenen Mittwoch präsentierte er der Öffentlichkeit die innerhalb eines Monats entstandene Ausstellung. „Viele haben mich seit meinem ersten Besuch in den Kunstarkaden gefragt, wann er endlich wieder in Kempten ausstellen werde.“ 

Bei Marco Schuler stehen nicht nur die Kunstwerke selbst im Vordergrund, sondern auch der tiefgründige Austausch über diese. Ich bedanke mich für die vielen bereichernden Gespräche, die Kempten als Stadt gut tun“, zeigte sich Kunstarkaden-Initiator Guido Weggenmann vom Bildhauer und Maler beeindruckt. 

„Für den Bildhauer ist die Arbeit nicht getan, wenn die Figur fertig ist. Sie muss auch in den Raum integriert werden und das immer wieder von Neuem“, erzählte Schuler, der zum Teil Skulpturen mitgebracht hatte, die schon bei der Eröffnungsausstellung vor einem Jahr zu sehen gewesen waren. 

Dieses Mal habe er seine „Spielfiguren“, wie er die aus Aluminium gegossenen Skulpturen selbst bezeichnete, anders angeordnet und so den Bezug zum Raum durch eine mögliche Betrachtung aus neuen Blinkwinkeln verändert, erklärte er weiter. „Meine Arbeiten haben immer einen persönlichen Bezug. Die Figuren sind Stellvertreter für mich, Protagonisten, die ich ständig andere Situationen erleben lasse.“ Auf die Frage einer Besucherin, wie die verschiedenen Figuren entstehen, gab der Bildhauer Einblick in seine Vorgehensweise. 

Schuler stelle sich klare Aufgaben zur Motivation. Durch Vorgaben hinsichtlich des Zeitumfangs, der Figurengröße oder des zu verwendenden Materials entstünden spannende Herausforderungen. „Eine Komponente ist auch immer der Zufall. Letztlich ist jede Begegnung ein Zufall. Diesen dann einzufangen, ist die Kunst.“ Neben den Figuren war eine fünfteilige Fotoserie zu sehen, die erst während seines Aufenthalts im September kreiert worden ist. Das spätsommerliche Wetter ausnutzend, war der Künstler viel im Allgäu unterwegs gewesen, ist unter anderem auf den Grünten gewandert und hat die Breitachklamm besucht. „Ich wollte nicht einfach nur ein schönes Bergpanorama fotografieren, sondern Bilder festhalten, die mich in einer bestimmten Situation direkt angesprochen haben“, meinte Schuler dazu, der beim Wandern auf den Gipfel vor allem den Boden im Blick hatte, wodurch das Foto eines Kuhfladens entstand, der in seiner Form an ein Gesicht erinnerte. 

Für Schuler soll es nicht der letzte Besuch gewesen sein. „Ich komme gerne wieder hierher und lasse mich vom Allgäu inspirieren.“

Dominik Baum

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