CSU liegt auch in Kempten und Oberallgäu eindeutig an der Spitze

Kreuzer als sichere Bank

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Mit 46,9 Prozent der Stimmen reicht es für den Kemptener CSU-Spitzenkandidaten Thomas Kreuzer nicht ganz zum Bayern-Ergebnis seiner Partei. Dennoch ist sein Vorsprung gegenüber den übrigen Kandidaten mehr als beachtlich. Wer von den übrigen Kandidaten wieder in den Landtag einziehen wird, stand am Montag noch nicht fest.

Kempten/München – Grenzenloser Jubel bei den einen, tiefe Bestürzung bei den anderen: Während die CSU mit 47,7 Prozent wieder die absolute Mehrheit in Bayern zurück eroberte, fliegt die FDP (3,3 Prozent) nach kurzem Intermezzo wieder aus dem Landtag.

Stimmen verloren haben auch Freie Wähler (9,0 Prozent) und die Grünen (8,6 Prozent). Zugelegt hat dagegen die SPD mit 20,6 Prozent. Im Stimmkreis 709 Kempten-Oberallgäu stimmten die Menschen am Sonntag zum Teil jedoch deutlich anders ab als im bayerischen Durchschnitt. 

 Die Christsozialen sind damit die großen Gewinner der Landtagswahl. Sie kommt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf ein Plus von 4,3 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Wahl in 2008. Die SPD legt ebenfalls zu, ihr gelingt mit Spitzenkandidat Christian Ude ein Plus von 2,0 Punkten. Die Freien Wähler verlieren 1,2 Prozentpunkte, die Grünen 0,8. Desolat das Abschneiden der FDP mit 4,7 Punkten weniger als 2008. Nicht im Landtag vertreten sind Linke (2,1) und Piratenpartei (2,0). Durch das gute Wahlergebnis kommt die CSU auf 101 Sitze im Landtag und damit die absolute Mehrheit. Die SPD stellt 42 Abgeordnete, die Freien Wähler 19, die Grünen 18. Mit rund 64 Prozent war die Wahlbeteiligung deutlich höher als bei der letzten Landtagswahl 2008 (57,9 Prozent). Im Stimmkreis 709 Kempten-Oberallgäu lag die Wahlbeteiligung bei 63,1 Prozent. Das heißt, 65 700 der insgesamt 104 126 Stimmberechtigten gingen an die Urnen. Außer für den wiedergewählten CSU-Mann Thomas Kreuzer hieß es für die übrigen Kandidaten am Montag Zittern um den Wiedereinzug in das Landesparlament. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe war noch keine Entscheidung gefallen. 

Plus für Kreuzer 

Für CSU-Spitzenkandidat und Staatsminister Thomas Kreuzer stimmten laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 46,9 Prozent der Wähler. Das sind zwar rund sieben Prozent mehr als 2008. Trotzdem liegt Kreuzer nicht nur unter dem CSU-Schnitt, sondern fuhr im Allgäu auch das schlechteste Ergebnis aller CSU-Direktkandidaten ein. Vor allem im Ostallgäu erhielten die Kandidaten Pschierer und Schorer jeweils über 50 Prozent. Für Ilona Deckwerth von der SPD votierten 12,4 Prozent der Wähler (2008: 10,6 Prozent). „Über mein und unser Wahlergebnis in Kempten und im Oberallgäu freue ich mich sehr. Wir haben überdurchschnittlich hinzugewonnen, das heißt über den Ude-Effekt hinaus”, so Deckwerth am Montag. „Die SPD ist wieder drittstärkste Kraft im Stimmkreis, und in Kempten sind wir deutlich die größte Oppositionspartei”, frohlockte sie. Die Hoffnung in den Landtag einzuziehen, hat sie nicht aufgegeben: „Ich habe über ein gutes Zweitstimmenergebnis die Chance, das fünfte Mandat in Schwaben für die SPD zu erringen.” 

Zweitstärkste Kraft ist aber Ulrike Müller von den Freien Wählern. Sie holte am Sonntag 15,1 Prozent der Stimmen (2008: 17,1 Prozent) und darf ebenfalls auf den Einzug ins Maximilianeum hoffen. Für Thomas Gehring von den Grünen votierten 11,1 Prozent der Oberallgäuer Wähler (2008: 9,9 Prozent). Chancenlos schnitt hingegen Dr. Dominik Spitzer, Kandidat der FDP ab – 4,4 Prozent. 2008 hatten die Liberalen in Kempten und dem Landkreis Oberallgäu noch 11,2 Prozent geholt. Als „ernüchternd” bezeichnete Spitzer daher am Montag das Ergebnis seiner Partei. „Mein persönliches Abschneiden sehe ich nach Durchsicht der Ergebnisse im Vergleich zu meinen Mitstreitern, als kleinen Erfolg, in Kempten-Stadt mit knapp sechs Prozent Erststimmen und 7,4 Prozent Zweitstimmen”, sagte Spitzer am Montag gegenüber dem Kreisboten. 

Bei den Zweitstimmen lag die CSU erwartungsgemäß mit 45,95 Prozent ebenfalls deutlich vorn (2008: 44,4), gefolgt von der SPD mit 13,15 Prozent (2008: 10,5) und den Freien Wählern mit 13,12 Prozent (2008: 11,5). Die Grünen holten im Oberallgäu immerhin noch elf Prozent (2008: 14), die FDP kommt auf 5,9 Prozent (2008: 8,6).

Matthias Matz

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