Bergwald schützt Leben

Brunner verleiht Alpinen Schutzwaldpreis  im Kornhaus Kempten

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Hochrangigen Besuch aus vielen Alpenregionen konnte Staatsminister Helmut Brunner (v.l.), Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten anlässlich der Verleihung des Aplinen Schutzwaldpreises Helvetia in Kempten begrüßen: Josef Geisler, Stellverteter Landeshauptmann Tirol, u.a. zuständig für Land-und Forstwirtschaft; Erich Schwärzler, Landesrat Vorarlberg, u.a. für Land- und Forstwirtschaft und Anton Mattle, Vizepräsident des Tiroler Landtags.

Kempten/Oberallgäu – Steinschlag, Lawinen, Muren, Hochwasser und Erosion. Vor all diesen Gefahren und noch mehr bewahrt der alpine Schutzwald die Bewohner des Alpenraumes.

Damit zukünftig noch besser vor solchen Gefahren geschützt werden kann, hat sich die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Alpenländischen Fortstvereine ausgebildet, die jedes Jahr neben anderen Aktivitäten mit Unterstützung der Schweizer Versicherung Helvetia den Alpinen Schutzwaldpreis vergibt.

Rund die Hälfte des bayerischen Alpenraums ist bewaldet, 60 Prozent dieser 260.000 Hektar sind Schutzwälder, die einen besonderen Status darunter einnehmen. Diese schützen, gerade vor dem drohenden Klimawandel Mensch und Tier vor Lawinen, Hochwasser, Steinschlag und Erosion. Die Schutzfunktion nimmt der Bergwald selbstverständlich länderübergreifend ein, denn Naturgefahren kennen keine Grenzen.

„Wälder sind in den Alpen so selbstverständlich wie in Bayern das Bier.“ Mit diesen Worten begann Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner seine Rede. Er war zur diesjährigen Preisverleihung des Alpinen Schutzwaldpreises – Helvetia ins Kemptener Kornhaus gekommen.

Bergwaldoffensive als Initial

Dass heuer Kempten Schauplatz der Feierlichkeiten war, ist kein Zufall. In Kempten schlug vor zehn Jahren bayernweit die Geburtsstunde der Bergwaldoffensive BWO. In der BWO wurden Konzepte erarbeitet, wie sich Privat- und Kommunalwälder an den Klimawandel anpassen können.

Alle Betroffenen wie Waldbesitzer, Jäger, die Alm- und Alpwirtschaft, Naturschutzverbände, Tourismus und die politisch Verantwortlichen vor Ort wurden ins Boot geholt. Schon im Jahr 2009 erhielt das AELF Kempten, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den begehrten Hauptpreis des Schutzwaldpreises für die Schaffung der BWO. Und auch die diesjährige Verleihung des Alpinen Schutzwaldpreises – Helvetia 2018 war ein Stellldichein von Akteuren aus dem gesamtem Alpenraum.

Auszeichnungen

Bereits im Foyer waren Roll-Ups und Banner aufgestellt, die die verschiedenen Schutzwaldprojekte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Lichtenstein, Italien und Frankreich zeigten. Preise wurden in verschiedenen Kategorien ausgelobt:

In der Kategorie „Schulprojekte“ ging der Preis an die Volksschule Imst aus Tirol für ihr nachhaltiges Schulprojekt „Der Wald schützt, nützt und bildet“.

Für vogelkundliche Erhebungen im Naturpark Karwendel im Projekt „Naturschutz im Bergwald“ erhielt Tirol den Preis in der Kategorie „Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Schutzwaldpartnerschaften“.

Die Gemeinde Amden aus dem Schweizer Kanton St. Gallen erhielt in der Kategorie „Erfolgsprojekte“ den Preis für vorbildlichen, nachhaltigen Lawinenschutz, trotz schneemechanischer Probleme im Allgemeinen.

Den „Sonderpreis“ der Jury 2017 bekam die Gemeinde Ramsau im Berchtesgardner Land für den dortigen Umbau der dominanten Fichtenbestände vor Ort zu mehr Biodiversität.

Neuer Schutzwaldpate ist Prof.em.Dr.Dr.h.c. Ulrich Ammer. Der emeritierter Ordinarius für Landnutzungsplanung und Naturschutz am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München gehört dem Deutschen Rat für Landespflege an. Dieser gibt Empfehlungen und äußert sich gutachtlich zu grundsätzlichen Problemen und zu aktuellen Projekten des Natur- und Umweltschutzes in der Bundesrepublik.

Damit die Arbeit der BWO ausreichend auch zukünftig mit finanziellen Mitteln ausgestattet ist, hat die bayerische Staatsregierung, vorbehaltlich der Zustimmung des bayerischen Landtages, im vergangenen Jahr ein Maßnahmenpaket aus Finanzmitteln von 200 Millionen Euro und 200 neuen Stellen für die bayerischen Forstverwaltungen beschlossen.

Da der Freistaat Schutzwaldbewirtschaftung unter dem Motto „Vorbeugen ist besser als heilen“ betreibt, muss aus Sicht des Staatsminsteriums zum einen die Finanzierung der Schutzwaldprojekte gesichert sein und zum anderen ein fester Personalstamm zur Verfügung stehen.

Jörg Spielberg

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