OB Thomas Kiechle besucht Alt-OB Dr. Josef Höß anlässlich dessen 85. Geburtstags

"Du musst die Stadt lieben"

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(v.l.) OB Thomas Kiechle, Alt-OB und Ehrenbürger Dr. Josef Höß und Ursula Prestel-Höß. Anlässlich des 85. Geburtstags von Höß stattete Kiechle seinem Vor-Vor-Vor-Gänger vergangene Woche einen Besuch ab.

Kempten – Er war von 1970 bis 1990 Oberbürgermeister der Stadt Kempten und wurde vor fünf Jahren anlässlich seines 80. Geburtstags zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Am 1. Weihnachtsfeiertag konnte Alt-OB Dr. Josef Höß seinen 85. Geburtstag feiern. Bereits drei Tage vorher bekam er anlässlich seines anstehenden Ehrentags Besuch von OB Thomas Kiechle.

Der Jubilar und Kiechle unterhielten sich unter anderem über die Stadtpolitik, die Höß auch heute noch intensiv verfolgt. Sie waren sich einig, dass in der Kommunalpolitik langfristiges Denken und klare Ziele entscheidend seien. Laut Kiechle gibt es zwar in der Stadt die aktuellen Themen, aber die grundlegenden seien immer die gleichen: Arbeit, Wohnen und das Bemühen, ein attraktives Umfeld zu schaffen. Das bestätigte auch Höß. In seiner Programmrede zum Auftakt des Wahlkampfes 1970 habe er einige Punkte angesprochen, die auch heute noch aktuell seien. Was sich allerdings verändert habe, sei die Art und Weise, wie man zu Lösungen komme. Die musste über die Jahre angepasst werden, auch weil die Bürger immer mehr mitwirken und mitentscheiden wollen, was dem aktuellen Stadtoberhaupt zufolge aber auch gewünscht sei.

Kiechle blickte auf einige wegweisende Entscheidungen, die in der Ära Höß getroffen wurden. Zum Beispiel die Gebietsreform (Zusammenlegung der Gemeinden St. Mang und St. Lorenz mit der Stadt Kempten), die Errichtung der Hochschule Kempten und die Gründung von Zweckverbänden. „Man muss Weitsicht haben und es ist notwendig langfristig zu denken“, betone er. Deshalb habe der aktuelle Stadtrat auch die strategischen Leitziele bis 2030 beschlossen. Und Höß ergänzte: „Wenn du etwas bewirken willst, musst du die Stadt lieben.“ Und er habe Kempten geliebt bzw. liebe es immer noch. Kiechle bezeichnete es als „wunderbares Amt, in einer bayerischen, kreisfreien Stadt dieser Größenordnung Oberbürgermeister zu sein.“

Vier der fünf bestehenden Städtepartnerschaften von Kempten wurden ebenfalls in Höß‘ Amtszeit geschlossen: Quiberon (1971), Trient (1987), Sopron (1987) und Sligo (1990).

Nach seiner Zeit als OB in Kempten wirkte Höß von 1991 bis 1999 als Beigeordneter für Finanzen und Liegenschaften und Bürgermeister der Stadt Dresden. Den sächsischen Landesverband des Roten Kreuzes führte er von 1998 bis 2006. Seit seinem Ruhestand lebt er wieder in Kempten.

Melanie Weidle

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