Frohe Erinnerungen und Neuigkeiten

Alte Sporthalle erstrahlt in neuem Glanz und beherbergt eine neue Abteilung

Eröffnung der Turnhalle in Kottern-St. Mang mit erstem Vorsitzenden Hannes Feneberg.
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Hannes Feneberg, Erster Vorsitzender des TSV Kottern-St. Mang, eröffnet die frisch renovierte Turnhalle „Oberhalb der Iller 19“ im kleinen Kreis.

Kempten –Mit der Eröffnung der neu sanierten Turnhalle erweitert der TSV Kottern St. Mang sein breitgefächertes Sportangebote. Die neue Abteilung „Kurse“ bietet ab November ein abwechslungsreiches Kursprogramm im Sport- und Präventionsbereich an. Zu einer kleinen Eröffnungsfeier am vergangenen Mittwoch waren ausgewählte Gäste geladen. Hannes Feneberg, seit 29 Jahren Erster Vorstand des Vereins, freute sich sehr, die Gäste in „seiner“ Halle begrüßen zu dürfen. Er berichtete über die Gründung des Vereins und die Historie der Halle.

Die Gründung des „Turnvereins Kottern“ geht bis auf das Jahr 1874 zurück. Der Verein wurde damals als „Turnverein der Fabrik Kottern“ von Männern aus der Feuerwehr der Spinnerei und Weberei Kottern ins Leben gerufen. Bereits 122 Jahre hat die Turnhalle „Oberhalb der Iller 19“ auf dem Buckel. Im Jahr 1897/1898 wurde sie in Eigenregie des Turnvereins und unter persönlichem und finanziellem Einsatz der Mitglieder erbaut. Seit diesem Zeitpunkt ist sie auch im Besitz des Vereins. Erster Vorstand war damals Lukas Mayer. In den Jahren 1958/59 war eine komplette Renovierung der vereinseigenen Turnhalle erforderlich.

Neben der Erneuerung des Bodens wurden auch moderne sanitäre Anlagen, Duschen, Umkleiden und ein neuer Geräteraum eingebaut. Außerdem wurde eine Wohnung für den Turnhallenwart ausgebaut. Von 1961 bis 2012 wurde die Halle stundenweise an die Stadt Kempten für den Schulsport vermietet. Hannes Feneberg erinnert sich an seinen Sportunterricht als Schüler in dieser Halle. Damals habe es hier noch anders gerochen, nicht nur nach Schweiß, meinte er schmunzelnd. Mit Dankesworten wandte er sich an die Mitglieder des Vereins: „Was der Verein hier aus dem Boden gestampft hat für die Nutzung dieser Halle, da kann man nur sagen: Allen Respekt!“

Er fand auch, der Ver-ein habe ein „megacooles Programm“ aufgestellt. Darauf könne man stolz sein. Aber ohne Unterstützung wäre dies alles nicht möglich gewesen. Er bedankte sich bei der Stadt Kempten, beim Sportausschuss und bei der Raiffeisenbank. Kemptens Dritte Bürgermeisterin Erna Kathrein Grolll richtete ihre Grußworte an den Vorstand und die Mitglieder des Vereins sowie an ihre KollegInnen vom Stadtrat und alle Gäste. Unter den derzeitigen Einschränkungen sei es bis zum Nachmittag unsicher gewesen, ob diese Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte. Umso mehr freue sie sich, dass sie heute hier sein könne.

Sie überbrachte auch die Grußworte des Oberbürgermeisters Thomas Kiechle, der nicht dabei sein konnte. Auch sie erinnert sich noch gerne an ihre Zeit als Schülerin beim Sportunterricht in dieser Halle. Die Kinder marschierten damals im Gänsemarsch Händchen haltend hier ein und mussten große schwere Lederbälle durch Holzreifen rollen oder werfen. Der Boden habe geknarzt und „grad schee war’s!“, meinte sie. Auch sie bedankte sich bei allen, die ihre Arbeitskraft bei diesem Projekt mit eingebracht haben. Das Allerwichtigste dabei sei jedoch das Herzblut, „die Überzeugung, dass man etwas tut, was hierher gehört, was Tradition hat, Teil unserer Gesellschaft ist, und weil wir uns hier wohlfühlen“. Nur deshalb sei es möglich, so viel Arbeit und so viel Engagement in so ein Projekt zu investieren. Aber zu so einem Projekt gehöre auch Geld.

Groll freute sich, dass sich auch die Stadt Kempten mit einem Zuschuss von genau 17.298,72 Euro (ein Betrag, der sich aus einem Prozentsatz errechnet) an dem Projekt beteiligt hat. Für das Programm, an dem sie auch das eine oder andere Mal teilnehmen möchte, wünschte sie allen Beteiligten viel Erfolg und Spaß. Zum Abschluss bedankte sich Hannes Feneberg bei Franz Mayer, der von 1996 bis 2017 dritter Vorsitzender des TSV Kottern war. Unter seiner Leitung sei die Sanierung der Halle erst möglich geworden. Er habe diese Halle am Leben erhalten und viel Handwerkskunst eingebracht.

Die große Überraschung war ein Geschenk, das sich der Verein an Mayer ausgedacht hatte. Dafür bat Feneberg alle Gäste ins Freie vor die Halle. Unter großem Jubel enthüllte er eine Tafel über der Eingangstür mit der Inschrift: „Franz Mayer Halle“. Der bescheidene Kommentar von Franz Mayer: er habe sich das Wappen des TSV Kottern gewünscht. Bei genauerem Hin-sehen konnte in der Dunkelheit über dem Namenszug auch etwas kleiner das Wappen ausgemacht werden. Eine gelungene Überraschung, fanden alle Anwesenden.

Uschi Ostermeier-Sitkowski 

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