Klein und fein: das »Raritäten-Kästle«

Frauenzell erhält ein Dorfmuseum – Eröffnung ist am kommenden Sonntag

Am kommenden Sonntag eröffnen Corinna und Roland Reinhardt im ehemaligen Feuerwehrhaus in Frauenzell das neue Dorfmuseum.
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Am kommenden Sonntag eröffnen Corinna und Roland Reinhardt im ehemaligen Feuerwehrhaus in Frauenzell das neue Dorfmuseum.
  • VonHildegard Ulsperger
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Altusried/Frauenzell – Am kommenden Sonntag, 27. Juni, kann es endlich losgehen. Dann eröffnen Corinna und Roland Reinhardt in Frauenzell in der Winkelgasse das „Raritäten-Kästle“ (Ausweichtermin bei schlechtem Wetter: 4. Juli, gleiche Zeit, gleicher Ort). Beginn am Eröffnungstag ist um 11 Uhr (Ende 17 Uhr). Zur Eröffnung hat auch der 1. Bürgermeister Joachim Konrad sein Kommen zugesagt. Bis September ist das Museum jeweils sonntags von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Vielen Einwohnern der Oberallgäuer Marktgemeinde dürfte Roland Reinhardt bereits bekannt sein. Vor fünf Jahren eröffnete er vor dem Wertstoffhof in Altusried eine Ankaufstelle für Trödel, Rares und Erhaltenswertes. Seither hat sich viel Schönes angesammelt, von dem er sich nicht mehr trennen will. Daraus entwickelte sich die Idee, ein Dorfmuseum zu erschaffen, um die besten Stücke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das I-Tüpfelchen des Ganzen ist der Ausstellungsraum im ehemaligen Feuerwehrhaus in der Winkelgasse. Ein idealer Ort, um Sammlerstücke aus dem Allgäuer Raum, inklusive Altusried und Kempten – von kurios über antik bis alltäglich, alles befindet sich darunter –in entsprechendem Ambiente vorzustellen.

Es war Freude pur bei Roland Reinhardt, als er seinerzeit hierfür die Zusage von der Marktgemeinde erhielt. Rathauschef Joachim Konrad ist zudem der Namensgeber des Museums: „Raritäten-Kästle“, besser kann man es nicht ausdrücken, freut sich das Frauenzeller Ehepaar.

Das Dorfmuseum „ist ein gemeinnütziges Projekt, das sich die Förderung und Erhaltung unserer Kultur auf die Fahne geschrieben hat“, unterstreicht Roland Reinhardt. Seine Sammelleidenschaft kommt wohl nicht von ungefähr. Auch sein Vater, bekannt als „d’alde Meblhändler aus Kempda“, rettete in den 1960er Jahren so manches Erhaltenswerte und Antike im Allgäu vor dem endgültigen Verschwinden im Feuer oder vor dem Kleinmachen für den Müll. Immer wieder durfte dessen Sohn Roland mit ihm – Zitat – „auf Zeitreise“ gehen. Dabei sei bei ihm nicht nur das Interesse geweckt worden, sondern er habe sich auch im Laufe der Zeit viel Wissen angeeignet und Erfahrung gewonnen.

Zwischenzeitlich ist die Sammelleidenschaft auch auf seine Ehefrau Corinna übergegangen, die ihn in allem tatkräftig unterstützt. Gemeinsam wollen sie das „Raritäten-Kästle“ weiterentwickeln und wachsen lassen, das ist der Plan. „Wenn es die Lage wieder erlaubt, werde ich die Ankaufstelle an bekanntem Ort wieder betreiben“, verspricht Roland Reinhardt, der Trödelsammler.

Voller Elan, aber auch unerfahren, nahmen die Reinhardts die aufwendige Innen- und Außenrenovierung des einstigen Feuerwehrhauses in Angriff und mussten mit so manchem Rückschlag zurechtkommen. Deshalb wurden aus zunächst einem Jahr gut zwei Jahre, bis alles fertig war. Ohne die tatkräftige Mithilfe von Alexander Haug, Christoph Dambach, Elmar Wiedemann, Stefan Küber und Walki Reinhardt „hätten wir es nicht geschafft“, sind sie sich sicher. Gut auch, dass die Marktgemeinde der Überlassung der Räumlichkeit nicht nur zugestimmt, sondern auch die Kosten für schutz- und sicherheitsrelevante Geräte übernommen hat. Ebenfalls unterstützt wurde das Projekt von Erdgas Schwaben und der Firma Gebr. Filgis GmbH & Co. KG.

Die zahlreichen Ausstellungsobjekte (teilweise sehr filigran) sind nach Themen gegliedert. Erklärende Schildchen beschreiben in kurzen Zügen die Exponate. Möglichkeiten zu einer gemütlichen Einkehr nach der Besichtigung sind in unmittelbarer Nähe des Dorfmuseums vorhanden.

Es wird darum gebeten, die aktuellen Corona-Regeln in Bayern zu beachten.

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