Nach dem Bürgerentscheid

"Postresidenz" rückt in den Fokus

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Auch fünf Monate nach dem Bürgerentscheid birgt das Thema „Dorfpark“ in Altusried Stoff für Auseinandersetzungen zwischen Gemeinderat und Anwohnern.

Altusried – Der Altusrieder Gemeinderat lehnte in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstag den Antrag der Bürgerinitiative Rathausplatz-Ortsentwicklung (BI) ab, auf das bis 2016 geltende Kaufvertragsangebot der katholischen Kirche für die Grünfläche hinter dem Rathaus zu verzichten.

Zwar gibt es keine neuen Pläne bezüglich des Parks, trotzdem hätte die BI das Reizthema gerne endgültig ad acta gelegt. Der Brennpunkt der Ortsentwicklung hat sich indes auf die andere Seite der Hauptstraße verlagert.  

Das Thema Altusrieder Dorfpark sorgt auch fünf Monate nach dem Bürgerentscheid noch für Unruhe. Zur Erinnerung: Die Gemeinde hatte geplant, in dem Park hinter dem Rathaus, der Eigentum der katholischen Kirche ist, einen Lebensmittelvollsortimenter zu errichten. Im Zuge der Planungen hatte man sich mit der Katholischen Pfarrpfründestiftung St. Blasius und Alexander auf ein notarielles Kaufvertragsangebot geeinigt. Dies beinhaltet, dass die Gemeinde noch bis zum 15. April 2016 die Möglichkeit hat, einen rechtskräftigen Bebauungsplan für das Areal auf den Weg zu bringen und das Grundstück zu diesem Zweck zu kaufen. Als die Altusrieder sich in einem Bürgerentscheid im September 2012 mit knapper Mehrheit gegen den Bau des Marktes im Park entschieden, war das Thema zunächst vom Tisch. 

 Jetzt hat die Kirche angefragt, wie es mit dem Vertrag weitergehen solle. Gleichzeitig forderte die Bürgerinitiative den Gemeinderat auf, auf das Kaufangebot der Kirche zu verzichten, um so den Anwohnern des Parks zu ermöglichen, selbst mit der Kirche in Kaufverhandlungen über die von ihnen seit Jahren gepachteten Flächen zu treten (ein Anliegen, das die Kirche bislang allerdings stets klar abgelehnt hat). Außerdem, so der BI-Vorsitzende Adolf Birker, würde man gerne die von der BI versprochene Verschönerung des Parks angehen. Dazu brauche man aber eine langfristige Planungssicherheit. Dass diese nicht hundertprozentig gegeben ist, liegt an der Tatsache, dass das Ergebnis des Bürgerentscheides rechtlich nur für ein Jahr bindend ist. Auch wenn die Gemeinde betont, das Ergebnis zu respektieren, könnte das Thema Parkbebauung rein theoretisch nach Ablauf dieser Bindungsfrist erneut auf den Tisch kommen. Ein Verzicht auf das Kaufangebot hätte dazu beigetragen, Spekulationen und künftige Konflikte bereits im Keim zu ersticken. 

Fokus verschiebt sich 

 In seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag lehnte der Gemeinderat den Antrag der BI jedoch einstimmig ab. Die Vereinbarung mit der Kirche besteht also fort. Rathauschef Heribert Kammel argumentiert, man sehe keinen Grund, den Vertrag jetzt aufzulösen. Schließlich wisse man nicht, was die Zukunft bringe. Das zentral gelegene Grundstück sei für die Ortsentwicklung auch weiterhin wichtig, so der allgemeine Tenor. Momentan gibt es für den Park jedoch keinerlei neue Pläne. Vielmehr liegt das Hauptaugenmerk der Ortsentwicklung mittlerweile einige Meter weiter östlich, auf der anderen Seite der Hauptstraße. Hier soll die sogenannte Postresidenz entstehen, ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Arzt- praxen, einer Apotheke und 13 Wohneinheiten. Das Bebauungsplanverfahren hierfür ruht allerdings zurzeit aufgrund einiger noch offener Fragen – unter anderem zur Finanzierung und zur Stellplatz-Situation. Zudem wird geprüft, ob das südlich angrenzende Areal in die Gesamtplanungen miteinbezogen werden kann. Denn der Eigentümer der auf diesem Gelände befindlichen Gärtnerei wäre bereit, diese zu Gunsten der Innerortsentwicklung zu ver- kaufen. Nun wird erwogen, die Gärtnerei, sowie die Häuserreihe an der Hauptstraße abzureißen und den Vollsortimenter von der Straße zurückversetzt in den Hang hineinzubauen. Die geplante Postresidenz müsste dann um neunzig Grad gedreht werden. „Der ortsansässige Investor möchte so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen“, so Hauptamtsleiter Reinhold Wagner. „Wann es letztlich losgeht, ist momentan aber schwer zu sagen, da zunächst noch viele schwierige Detailfragen zu klären sind.“ Sabine Stodal

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