Viele wichtige Themen

Es gibt viel zu tun für Joachim Konrad

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Die Vielzahl an öffentlichen, auch überregionalen, Terminen habe er „völlig unterschätzt“, gab Joachim Konrad zu. Neu seien ihm auch die zahlreichen Vereins- und Verbandsmitgliedschaften gewesen, die mit seinem Posten einhergehen. Trotz seines vollen Terminkalenders bekommt jeder Bürger mit einem Anliegen einen zeitnahen Termin bei ihm, so sein Versprechen.

Altusried – Vor kurzem waren es 100 Tage, seit Altusrieds neuer 1. Bürgermeister Joachim Konrad sein Amt angetreten hat. Kann man nach 100 Tagen Amtszeit überhaupt schon etwas sagen? Joachim Konrad kann.

Beim CSU-„Dischkurs“ im Altusrieder „Bären“ warf der 36-Jährige einen ersten Blick zurück auf diese teils turbulenten Tage, in denen er bereits begonnen hat, die Einlösung so mancher Wahlversprechen auf den Weg zu bringen.

Das Abstimmungsergebnis, bei dem er 69,13 Prozent der Wählerstimmen erhielt, sei „sehr bewegend“ gewesen, aber auch eine Bürde, war doch die Erwartungshaltung vom ersten Tag an enorm, so Joachim Konrad. Er bat seine Kritiker und die Bürger um Fairness, „um die Zeit, erste Gespräche zu führen, sich freizuschwimmen und erste Weichen stellen zu können“ und um ein gemeinsames Anpacken der anstehenden Themen. Der neue erste Mann im Altusrieder Rathaus will sich an seinen Wahlversprechen messen lassen und konkretisierte dies anhand der Punkte seines Wahlprogramms.

Was die angekündigte Reduzierung der Schulden anbelangt, sagte Konrad, er stelle sich bei allen Positionen des Verwaltungshaushaltes die Frage: „Geht es wirtschaftlicher?“ Eine vakante Stelle im Rathaus sei daher nicht neu besetzt worden, sondern werde zum Teil durch Ehrenamtliche abgedeckt. Beim Vermögenshaushalt, also den Investitionen, prüfe er stets die Möglichkeiten des Marktes, sich von Dritten unterstützen zu lassen. So habe die Anschubfinanzierung für den Alternativen Markt mit Sponsoren geteilt werden können. In punkto Förderung von Familien habe er angeregt, beim nächsten Baugebiet ein Familienförderungsmodell anzubieten. Dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz will die Gemeinde bis 2015 mit einer eigenen Kinderkrippe Rechnung tragen. Auch dies ist ein wirtschaftlicher Faktor: „Derzeit zahlt Altusried 60.000 Euro für Kinderbetreuungsplätze an andere Kommunen.“

Eines der ganz großen Projekte auf Konrads Agenda ist, das geplante Oberallgäuer Demenzkompetenzzentrum in Altusried zu verwirklichen. Hier soll eine einzigartige, erstklassige Anlaufstelle speziell für demenzkranke Patienten und ihre Angehörige entstehen, die der Gemeinde natürlich auch von wirtschaftlichem Nutzen wäre. Ein weiteres, seit Jahren hochkochendes Thema ist die Umgehungsstraße. „Ich halte an meinem Ziel fest, bis 2020 eine Umgehung zu realisieren“, bekräftigte Konrad. Die Raumempfindlichkeitsanalyse be- ginnt im September. Bereits im Oktober habe er einen Termin im Straßenbauamt, bei dem er erste Zwischenergebnisse sehen möchte. „Es ist entscheidend, dass wir hier als Gemeinde den Druck aufrechterhalten. Die Analyse muss bis Dezember abgeschlossen sein, damit wir im Januar den nächsten Schritt einleiten können. Nur so funktioniert das.“

Ortskernentwicklung

Ein weiteres großes Thema ist die Ortskernentwicklung. Mit Vertretern der Regierung von Schwaben habe er bereits ein mögliches Sanierungsgebiet ins Auge gefasst, das der Bevölkerung in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden soll. „Wir wünschen uns sehr, dass der Ortsentwicklungsverein und die Bürger ihre Ideen einbringen werden.“ Die Finanzierung kann zum Teil über ein interkommunales Förderungsprogramm laufen, dem Altusried gemeinsam mit Dietmannsried, Haldenwang und Lauben angehört. Das „große Loch von Altusried“ (an der abgerissenen alten Post) werde allerdings nicht innerhalb eines Jahres geschlossen werden können, dämpfte Konrad allzu hohe Erwartungen. „Das muss Hand und Fuß haben, weil die Gemeinde sorgsam mit Steuergeldern umgehen muss. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit!“

Als weitere erfolgreiche erste Schritte führte Konrad die Einführung eines regelmäßigen Grünen Tischs für die Landwirtschaft an, ebenso wie die geplante Neustrukturierung der für die Freilichtspiele verantwortlichen AFA GmbH.

Ein „Riesenerfolg“ sei, dass es ihm gelungen sei, im Breitband-Förderprogramm II eine Fördersumme von einer Million Euro nach Altusried zu holen. Noch in dieser Wahlperiode soll ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen werden. „Auch im Wohnbaubereich tut sich etwas in Altusried, Kimratshofen und Krugzell.“ Künftig soll auch der Eigentumswohnungsbau Berücksichtigung finden.

„Ich bin nur ein Mensch und mache auch Fehler – es ist noch kein Bürgermeister vom Himmel gefallen“, resümierte er. „Aber eines kann ich nach 100 Tagen im Amt sagen: Ich tue alles dafür, dass die Gemeinde Altusried nicht stehenbleibt, sondern sich nach vorne bewegt.“

Sabine Stodal

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