Sozialbau will durch Neubauten im Thingers Platz für Familien schaffen

Strukturwandel kommt

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Die Sozialbau will im Thingers barrierefreie Wohnungen bauen. Weichen muss dafür allerdings die Parkgarage.

Kempten – Altersgerechtes Wohnen statt parken: Die Sozialbau will wie berichtet im Thingers 28 barrierefreie Mehrgenerationenwohnungen bauen. Weichen müsste dafür allerdings die jetzige Parkgarage.

Mit der einstimmigen Entscheidung, den entsprechenden Bebauungsplan dahingehend zu ändern, machte der Bauausschuss am Donnerstagabend den Weg frei für das Vorhaben. Sozialbau und Politik schlagen damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. „Städtebaulich ein guter Weg“, so CSU-Fraktionsvorsitzender Erwin Hagenmaier. 

Sozialbau-Chef Herbert Singer hatte das Projekt jüngst gegenüber dem Kreisbote ange- deutet, Stadtplanungsamtsleiterin Antje Schlüter bestätigte es am Donnerstagabend: 28 barrierefreie Mehrgenerationenwohnungen (zwei bis 4,5 Zimmer) sollen anstelle der Parkgarage am Thingersplatz in einem fünfgeschossigen Haus mit Tiefgarage gebaut werden. Die jetzige Parkgarage wird im Gegenzug abgerissen. Die Erschließung des Gebäudes und der Tiefgarage soll nach Angaben Schlüters über den Thingersplatz erfolgen. „Die Planung zum Mehrgenerationenhaus basiert unter anderem auf der Beobachtung, dass zahlreiche großflächige familiengerechte Mietwohnungen im Thingers derzeit durch ältere alleinstehende Personen oder Paare belegt sind“, erklärte die Leiterin des Stadtplanungsamtes. „Dieser Zielgruppe sollen attraktive und altengerechte Neubauwohnungen mit kleineren Grundriss- größen im Stadtteil angeboten werden“, so Schlüter weiter. 

Die so wiederum frei werdenden Wohnungen sollen dann für vor allem jungen Familien zur Verfügung gestellt werden, so die Hoffnungen der Planer. Im Gegenzug würde die „städtebauliche Situation des Quartiersplatzes mit dem Gebäudekomplex nur be-grenzt verbessert“, hieß es. Darüber hinaus denkt man bei der Sozialbau über den Bau eines siebengeschossigen Punkthauses im Bereich Schwalbenweg 45 bis 47 nach. „Die Planungen hierzu sind allerdings noch nicht weiter konkretisiert“, betonte Schlüter. Hinsichtlich der Parkplatzsituation sind durch die beiden Bauvorhaben aber umfangreiche Umplanungen erforderlich. 

So entfallen laut Schlüter nach dem Abriss der Parkgarage 103 Parkplätze am Thingersplatz. Weitere 15 würden durch die Neubauten wegfallen. Insgesamt, so Schlüter, entstehe ein Bedarf an 182 Parkplätzen. Ein Ausgleich soll durch die beiden Tiefgaragen in den Neubauten (83) sowie eine weitere noch zu bauende Tiefgarage zwischen Amsel- und Schwalbenweg (60) erfolgen. Weitere 40 oberirdische Stellplätze sollen durch Optimierungen bei den bereits bestehenden Parkplätzen geschaffen werden. „Im Amsel- und Schwalbenweg sollen außerdem bestehende Längs- und Senkrechtparker umgebaut werden, sodass insgesamt ein Stellplatzgewinn von 26 Parkplätzen erzielt werden kann“, so Schlüter weiter. Insgesamt könnten so 27 Parkplätze mehr als bisher geschaffen werden. 

Da die Planungen für das Punkthaus noch nicht weit genug fortgeschritten sind, soll mit der nun beschlossenen Bebauungsplanänderung zunächst nur Baurecht für das Mehrgenerationenhaus und den Umbau der Parkplätze geschaffen werden. Die Dauer des Verfahrens schätzte Schlüter am Donnerstag auf ein dreiviertel bis ein Jahr.

Matthias Matz

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