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»Ampel-Koalition« für die B12

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Von: Lutz Bäucker

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Man glaubt es nicht: Diese Fußgängerampel an der B12 bei Kleinweiler-Hofen wird häufig übersehen . Das soll jetzt anders werden.
Man glaubt es nicht: Diese Fußgängerampel an der B12 bei Kleinweiler-Hofen wird häufig übersehen . Das soll jetzt anders werden. © Bäucker

Weitnau – Es klingt beinahe unglaublich, aber es passiert immer wieder: Auf der vielbefahrenen Bundesstraße zwischen Großholzleute und Seltmans übersehen LKW-Fahrer und PKW-Lenker die dortige Fußgängerampel, mit schlimmen Folgen.

So wurde im Oktober vergangenen Jahres ein Schüler trotz „Grün“ für ihn angefahren und zu Boden gerissen, eine weitere Schülerin war schon früher zu Schaden gekommen. „Schluss damit!“ fordert jetzt Bürgermeister Florian Schmid. Der Bauausschuss der Marktgemeinde macht sich für die Einrichtung einer weiteren Ampel in diesem Bereich stark.

Autofahrer übersehen Ampel

Mit rund 15.000 Fahrzeugen pro Tag gehört die B12 zu den meistbefahrenen Straßen im Allgäu. Sattelzüge aus ganz Süddeutschland und auch immer mehr Urlauber queren auf ihr das Gemeindegebiet von Kleinweiler, Hofen und Seltmans, nicht immer wird das vorgeschriebene „Tempo 70“ dabei eingehalten. Bislang soll eine Fußgängerampel in Höhe der Kreuzung B 12/ „Peter-Früh-Weg“ die Überquerung für die Menschen dort möglich und sicher machen. Aber offenbar ist das nicht immer der Fall. Wie Mitglieder des Weitnauer Bauausschusses berichten, sind die Lichter der Ampel bei bestimmtem Sonneneinfall kaum zu erkennen, außerdem lassen manche Fahrer auf der „Rennstrecke“ (Zitat Ausschussmitglied) die nötige Aufmerksamkeit vermissen und fahren trotz „Rot“ einfach weiter.

»Abartiger Verkehr auf der Rennstrecke«

Auf Anfrage der Marktgemeinde hat das Staatliche Bauamt Kempten vorgeschlagen, mit vier Ampelanlagen den Streckenabschnitt zwischen der Abzweigung nach Wengen und der Abfahrt nach Seltmans sicherer zu machen. Außerdem sind bereits neue Hinweisschilder für die Fußgängerfurt aufgestellt worden, an der es zu den erwähnten Unfällen gekommen ist. Mit diesen Maßnahmen, so das Bauamt, „sollen die Autofahrer für das Vorhandensein von Ampeln sensibilisiert werden“, ihr Tempo drosseln und vorsichtig fahren. Grundsätzlich erfreut vom Angebot des Bauamtes äußerte der Bauausschuss aber Zweifel an der Wirksamkeit von vier hintereinander folgenden Anlagen. „Das ist fraglich“, hieß es, „außerdem sind bei hohem Verkehrsaufkommen Staus sehr wahrscheinlich.“ Schon jetzt habe der Verkehr auf der B12 „massiv zugenommen, an schönen Wochenenden ist das Ganze schon abartig!“

Votum für zwei Ampelanlagen

Der Einsatz eines sogenannten „Tempo-Blitzers“ wie in Großholzleute stieß auf wenig Gegenliebe. „Erstens drosselt das nur sehr punktuell die Geschwindigkeit und zweitens muss das aus der Gemeindekasse bezahlt werden“, gab Bürgermeister Schmid zu bedenken. Nur eine enge Kette von mehreren „Blitzern“ brächte etwas, die Kosten dafür seien aber zu hoch. Sinnvoll ist nach Meinung der Ausschussmitglieder die Installation bzw. der Ausbau von zwei Ampeln, eine am Standort „Peter-Früh-Weg“, die andere an der Abzweigung ins Gewerbegebiet „Am Kapf“. Dort würde vor allem die stetig wachsende Zahl von Kindern auf ihrem Weg zum und vom Schulbus besser geschützt.

Auch Sibratshofen bekommt eine Ampel

Auch im Ortsteil Sibratshofen wird der Verkehr immer mehr zum Problem. „Morgens rumpeln riesige LKWs bei uns durch, an Wochenenden sind deutlich mehr Urlauber und Tagesausflügler auf der mitten durch das Dorf führenden Staatsstraße 2001 unterwegs“, so der dritte Bürgermeister Florian Babl. Seit Beginn der Pandemie nutzen immer mehr Autos die Strecke von München und Kempten über die B12 durch Sibratshofen zu den Wander- und Skigebieten rund um Oberstaufen. „Wir müssen was tun, um unsere Kinder trotz des massiven und auch schnellen Verkehrs sicher über die Straße gehen zu lassen“, forderte Babl. Durch ein Neubaugebiet hat der Anteil der Kinder bzw. Schüler deutlich zugenommen, damit sei auch die Zahl der „querungswilligen“ Personen angestiegen. Weitnau will nun beim Staatlichen Bauamt in Kempten einen Antrag stellen, in Sibratshofen eine Fußgängerampel einzurichten. „Wir werden uns in angemessenem Umfang an den Kosten beteiligen“, so Florian Schmid.

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