Anbau an FOS/BOS soll Raumnot des Beruflichen Schulzentrums lindern

"Wegweisender Beschluss"

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Mit einem Anbau an bzw. Neubau neben dem Gebäude der FOS/BOS (auf die jetzige Parkfläche) soll die Raumnot des Beruflichen Schulzentrums gelindert werden. Genaue Pläne sollen in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden.

Kempten – Das Berufliche Schulzentrum in Kempten platzt aus allen Nähten und ist zudem teilweise dringend sanierungsbedürftig. Die Beschulung der dieses Schuljahr insgesamt 274 Klassen ist laut Zweckverbands-Geschäftsführer Sven Linse nur möglich, weil 13 BAF-Klassen in den „grünen Kasten“ in die Fürstenstraße ausgelagert werden konnten. Ein Anbau an das bestehende, runde FOS/BOS-Gebäude soll nun die Lösung des Problems sein, wie der Zweckverband Berufliches Schulzentrum in seiner Sitzung am vergangenen Dienstagvormittag einstimmig beschloss.

Insgesamt 6422 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das Berufliche Schulzentrum, in dem die Berufsschulen I, II und III, die staatliche Wirtschaftsschule, die Technikerschule Allgäu und die FOS/BOS untergebracht sind. „Entgegen der Prognosen vor einigen Jahren, wird nun nicht mehr mit einem Rückgang der Schülerzahlen gerechnet, sondern es gibt eine steigende Tendenz, was auch, aber nicht nur, mit den Flüchtlingen zusammenhängt“, erläuterte Zweckverbands-Vorsitzender und Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. Laut einer Prognose des Kultusministeriums wird in Schwaben mit einer Steigerung der Schülerzahlen an Berufsschulen bis 2020 von fünf Prozent gerechnet (ohne Flüchtlinge). Für Kempten bedeutet das, dass bis 2020 insgesamt rund 6744 Schüler im Beruflichen Schulzentrum unterrichtet werden.

Die Regierung von Schwaben hat in den vergangenen Monaten ein Schulraumprogramm ausgearbeitet und damit den zusätzlichen Platzbedarf der Schulen ermittelt. Ergebnis: Der netto Platzbedarf liegt rechnerisch bei 1200 Quadratmetern. Am wenigsten Platz hat die FOS/BOS. Im Rundbau gibt es rund 1824 Quadratmeter Nutzfläche, der ermittelte Bedarf liegt jedoch bei 4675 Quadratmetern. Durch Auslagerung von Klassen an die BS I und BS III kann zwar momentan einiges abgedeckt werden, rund 1000 Quadratmeter Raumbedarf sind allerdings alleine an der FOS/BOS ungedeckt.

An der BS I gibt es rechnerisch zwar einen Überbestand, aber aufgrund der teilweise schlechten Zuschnitte der Klassenzimmer ist eine optimale Nutzung nicht möglich. „Wir brauchen deutlich mehr Quadratmeter als die errechneten 1200“, betonte Klotz. Er sehe nur eine Chance, um das Problem in den Griff zu bekommen und das sei ein Anbau an das Rundgebäude der FOS/BOS, um weitgehend den Bedarf dieser Schule abdecken zu können. „Ziel muss es sein, für die FOS/BOS die Einhäusigkeit darzustellen, wenn wir das schaffen, entsteht in den anderen Schulen so viel Platz, dass wir die Schülersteigerung in den kommenden Jahren auffangen können“, so der Zweckverbands-Vorsitzende.

Die Mitglieder des Zweckverbands schlossen sich seinem Vorschlag an und fassten einstimmig den laut Klotz „wegweisenden Beschluss“, dass durch einen Anbau an das bestehende FOS/BOS-Gebäude eine räumliche Verbesserung geschaffen werden soll. In den kommenden Monaten soll gemeinsam mit der Regierung von Schwaben, den Schulleitern und Zweckverbands-Geschäftsführer Linse und mit Hilfe einer Consulting-Firma ein Konzept für den Neubau erarbeitet werden.

„Wir freuen uns über diesen Beschluss“, sagte Hanns Deniffel, Schulleiter der BS I. Helga Traut, Leiterin der FOS/BOS, bedankte sich für die zukunftsweisende Entscheidung und bezeichnete die Pläne als „tolle Perspektive“.

Für den Neubau gaben Klotz und sein Stellvertreter OB Thomas Kiechle einen sportlichen Zeitplan vor. 2019 sollte der Anbau fertig sein, meinten sie. „Erst wenn der Neubau steht, können wir mit der Sanierung der anderen Gebäude beginnen“, so Klotz weiter. Auch die beiden sanierungsbedürftigen Tiefgaragen können im Rahmen der Generalsanierung mitgemacht werden. „Die Konstruktionsgruppe Bauen aus Kempten wurde mit der betontechnologischen Untersuchung beider Tiefgaragen (Kotterner Straße und Wiesstraße) beauftragt“, erläuterte Linse. Das Fazit: Durch die Notab-

stützungen, die in der TG Kotterner Straße angebracht wurden, ist nun keine der beiden TG mehr akut einsturzgefährdet. Es müsse nun eine jährliche Kontrolle erfolgen, aber sie sei weiter nutzbar.

Das sind vor allem hinsichtlich der Förderung gute Nachrichten. „Die Generalsanierung wird mit 35 Prozent vom Staat gefördert und da packen wir die Tiefgarage mit rein“, so Klotz.

Parkplätze für Schüler sichern

Letztes öffentliches Thema der Zweckverbandssitzung war die Parkplatzsituation ab 1. Januar 2017. „Durch die Einführung der Parkplatzgebühren auf den städtischen Parkflächen ab 1. Januar 2017 (wir berichteten mehrfach) wird sich die Parksituation am Beruflichen Schulzentrum verschärfen“, befürchtet Linse, da einige, die derzeit an der Allgäu-Halle parken wohl auf die Stellflächen am Schulzentrum ausweichen werden. Derzeit stellt das Schulzentrum seinen Schülern 320 Parkplätze kostenlos zur Verfügung. Um die Parkplätze in der Kotterner Straße zu sichern, werden Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes wahrscheinlich beschrankt. Schwieriger wird die Sicherung der Parkplätze (Parktaschen vor der Dreifachturnhalle) in der Wiesstraße. Auch die 155 Parkplätze auf dem Schotterparkplatz an der Ecke Kotterner Straße/Schumacherring gehören dem Zweckverband. Ein alter Vertrag mit der Stadt regelt jedoch momentan, dass dieser Parkplatz für die Öffentlichkeit zugänglich sein muss. Zudem wird dort wie berichtet während der Sanierung die König-Ludwig-Brücke abgelegt. Es wird jedoch eine Interims-Parkplatzlösung daneben geben.

Nach Meinung von OB Kiechle wird es unumgänglich sein, den Berufsschulparkplatz zu beschranken und bezüglich des anderen Parkplatzes an der Kotterner Straße meinte er: „Verträge kann man ändern.“ Klotz brachte auch Schranken für diesen Parkplatz ins Spiel.

Um eine Alternative zu den Autos zu schaffen, werde derzeit der ÖPNV ausgebaut. Außerdem stellte Kiechle die Möglichkeiten der Dauerkarten für die Kemptener Parkflächen vor, die zum Beispiel kostenloses Parken für die Länge der Höchstparkzeit auf allen Parkplätzen im Stadtgebiet ermöglichen und das für zwei Autos (pro Dauerkarte können zwei Kennzeichen angegeben werden).

Melanie Weidle

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