1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kempten

Andrang bei der ersten Bürgerversammlung in Eschach 

Erstellt:

Von: Lutz Bäucker

Kommentare

Bürgermeister Toni Barth bei der ersten Bürgerversammlung im „Provisorium“ von Eschach.
Überrascht vom Andrang der Bürger: Bürgermeister Toni Barth bei der ersten Bürgerversammlung im „Provisorium“ von Eschach. © Bäucker

Buchenberg – In der gut besuchten Bürgerversammlung in Eschach ging es u.a. um Touristenattraktionen, Windräder und um eigene Wasserversorgung.

An die 50 Bürger drängelten sich vergangene Woche im früheren Kuhstall des ehemaligen „KunzeBauernhofes“, ein Andrang, der auch Bürgermeister Toni Barth überraschte. „So eine tolle Premiere im ‚Provisorium‘, das ist super!“ Dabei gab es im neu hergerichteten Dorftreffpunkt auf fast 1.000 Metern Höhe weder Freibier noch andere Lustbarkeiten, sondern viele Zahlen, Diagramme und Informationen über die aktuelle Situation der Kommune.

Bürgerversammlung in Eschach: Neue Attraktion für Touristen kommt

Neben den laufenden Projekten wie der Erneuerung der Buchenberger Ortsmitte, dem dringend erforderlichen Ausbau der Kinderbetreuung oder der Verbesserung der Mobilfunk- und Breitband-Versorgung stellte der Bürgermeister auch einige neue Projekte vor. So soll im Frühsommer 2023 mit dem „Glasius-Weg“ eine neue touristische Attraktion in Schmidsfelden eröffnet werden, mit 17 spannenden Stationen rund ums die Glasbläserei und konzipiert vom weltweit agierenden Planungsbüro „Cambium“.

„Die haben schon Erlebnisparks in Neuseeland, Kanada und Südkorea gebaut“, so Barth, „ für die ist unser Weg ein Prestigeprojekt, das wird eine tolle Sache“. Weniger euphorisch sprach er über den Stand des „Mitfahrbänkle“-Projektes. „Das zieht sich, wir möchten mehrere Bänke an den Ortseingängen und vielleicht auch in Eschach aufstellen, aber die Lieferung der Bänke dauert.“

An Windrädern führt kein Weg vorbei 

Lautes Raunen im vollbesetzten Kuhstall lösten Barths Ausführungen zum Thema erneuerbare Energien in der Gemeinde Buchenberg aus. „Es werden Windräder aufgestellt werden, das steht fest“, ließ der Gemeindechef keine Zweifel aufkommen, „da kommen wir nicht drum rum. Ist nur die Frage, wo und wie viele aufgestellt werden.“ Vor etwa zwölf Jahren hatte das Thema Windräder die Marktgemeinde schon einmal durcheinander gewirbelt. Auch große Freiflächen-Photovoltaik -Anlagen werden das Landschaftsbild rund um Buchenberg grundlegend verändern, kündigte Barth an.

Eigene Quellen für die Wasserversorgung

Neben dem Wind sorgten auch das Wasser und die Wohnmobile für Diskussionen an den vollbesetzten Biertischen. Der Sorge vor Wasserknappheit setzte Toni Barth die Information entgegen, dass derzeit intensiv nach gemeindeeigenen neuen Quellen gesucht wird. „Die versorgen uns vermutlich günstiger mit Wasser als der Anschluss ans Oberallgäuer-Fernwassernetz.“ Die anschwellende Flut von Wohnmobilen will die Gemeinde mit Höhenkontrollen und Parkticketautomaten eindämmen.

Keine Gratis-Parkplätze mehr

Vor allem der sehr beliebte, weil aussichtsreiche Parkplatz am Eschacher Weiher wird bald für Wohnmobilisten tabu sein. Nutzer mit normal großen Pkws werden dort in absehbarer Zeit zur Kasse gebeten – wie am beliebten Moorweiher, auf dem Wander-und Langlaufparkplatz Schwarzerd und am Wirlinger Wald wird das Parken dort einen Euro pro Stunde kosten, maximal werden fürs Tagesticket fünf Euro fällig. „Wir wollen damit unsere Instandhaltungskosten finanzieren und gleichzeitig zur Besucherlenkung beitragen“, rechtfertigte der Bürgermeister die Gebührenerhebung.

Im Ortsteil Eschach wird eine Erneuerung der Dorfmitte geplant. Nachdem die beliebte Gaststätte „Krone“ geschlossen worden ist, treffen sich die örtlichen Vereine im „Provisorium“ des ehemaligen Bauernhofes. Dort sollen mittelfristig neue Räume für Schützen und Feuerwehr entstehen, auch neue Wohnungen und Parkplätze stehen auf der Agenda. „Allerdings hat die Dorfentwicklung in Kreuzthal noch höhere Priorität“, gab Barth den Besuchern der Bürgerversammlung zu verstehen. 

Wie teuer wird das Skiliftfahren in Eschach?

Eschach dürfte im bevorstehenden Winter allerdings wieder ganz besonders im Fokus der Öffentlichkeit stehen: die dortigen Schwärzen-Skilifte von Betreiber Rupert Schön gehören alljährlich zu den ersten Anlagen in Bayern, die in die Skisaison starten. „Im vergangenen Jahr konnten wir am 3. Dezember loslegen“, erinnert sich Schön. Er wies auf die explodierenden Stromkosten für den Liftbetrieb und die künstliche Beschneiung hin: „Eine Kilowattstunde kostet das Vierfache des bisherigen Preises, das ist unvorstellbar!“ Trotzdem sollen die Liftkarten höchstens zehn Prozent teurer werden als im Winter 21/22.

Auch interessant

Kommentare