Der Anfang ist gemacht

Die Grundsteinlegung für das Dr.-Peter-Landwehr-Hauses des Vereins für Körperbehinderte Allgäu fand Mittwoch vergangener Woche in der Gerhart-Hauptmann-Straße statt. Zahlreiche Gäste waren der Einladung mit Freude gefolgt. Das Dr.-Peter-Landwehr-Haus, dessen Namensgeber der frühere Vorsitzende des Vereins ist, soll bereits bis Ende des Jahres für den Einzug fertig sein.

„Das Haus soll für 14 Personen mit schweren mehrfachen Behinderungen und sehr umfänglichen Unterstützungsbedarf und Menschen mit einer Behinderung, die auch weniger Hilfen benötigen gleichzeitig Wohn- und Lebensraum bieten,“ erklärt Reinhold Scharpf, Geschäftsführer des Vereins. Es werden zwei Gruppen für jeweils vier Bewohnerinnen und Bewohner und sechs Apartments mit Wohn- Essbereich, Schlafraum und Nasszelle entstehen. Die Wohngruppen werden über die Einzelzimmer, einen Wohn- und Essbereich, Pflegebad, Hauswirtschaftsraum und ein Zimmer für die Mitarbeiter verfügen. Neu bei dieser Wohngemeinschaft ist der gemeinsame Aufenthaltsbereich für die Tagesstruktur, der auch für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden soll. Ebenso neu sei ein kleiner Ruheraum, der als Rückzugsraum für Menschen dienen soll, die krank sind oder als Hospizzimmer, um behinderten Menschen und deren Angehörigen einen würdigen Raum für das Verabschieden zu bieten, so Scharpf. Mehrere Jahre habe der Verein gemeinsam mit der Sozialbau, welche das Projekt ausführt, nach einem geeigneten Grundstück gesucht. „Gerade für behinderte Mitmenschen ist ein zentrumsnaher Standort sehr wichtig“, erläutert Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau. Das Gebäude werde in der sogenannten Holztafelbauweise errichtet und sei besonders energieeffizient, so Singer weiter. Wichtig für Kempten Damit werde dem langfristigen strategischen Ziel, mehr für den Klimaschutz zu tun, schrittweise entgegen gegangen, so OB Ulrich Netzter (CSU). Bezirksrätin Ursula Lax betonte, dass der Verein mit seinen zahlreichen Projekten der Stadt Kempten zum Aufbruch verhelfen. Der Bezirk Schwaben unterstütze die sechs neuen Stationären Plätze mit 112000 Euro, erläuterte Lax. Insgesamt schießt der Freistaat Bayern dem 2,1 Millionen Euro teuren Projekt 712000 Euro zu, bestätigt Reinhold Scharpf. Den ambulanten Teil der Investitionskosten müsse der Verein allerdings aus eigenen Mitteln finanzieren. Hier seien sie auf Zuschüsse von Stiftungen, der Aktion Mensch, Eigenmittel aus Aktionen und den Erlösen aus der Erbschaft von Dr. Peter Landwehr und seiner Frau Ulrike angewiesen. Das Projekt benötigt immer noch Geldmittel. Daher hat der Verein kurzfristig den Aufruf „Solidarität braucht viele Schultern – 1000 mal 500“ gestartet. Es sollen damit 1000 Firmen, Vereine und Einzelpersonen gefunden werden, die bereit sind 500 Euro zu spenden. Damit könne der Verein, ohne weiteres Fremdkapital aufnehmen zu müssen, das Projekt gut zum Abschluss bringen, verkündete Scharpf. Bewohner der neuen Wohngemeinschaft können je nach ihrer Entwicklung umziehen, bleiben oder eine andere Wohnung in einer anderen Wohnform beziehen. „Die Entwicklung eines jeden einzelnen Menschen muss Maßstab unserer und seiner Entscheidung sein, wie er sein Leben gestalten will“, betonte Geschäftsführer Scharpf.

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