Angst vor Kürzungen

Das „Gesicht der Diakonie in 2012“ ist Esther Herrmann. Die Erzieherin von der Kita „Mikado“ hat sich auf das EDV-Programm Adebis spezialisiert und gilt für alle als Ansprechpartnerin. Foto: mori

Mit Fachlichkeit, Kompetenz, Visionen und Begeisterung die Strategie der Diakonie bis 2015 entwickeln, die Unternehmenskultur leben und eine hohe selbstgelegte Messlatte für die Leitbilderstellung – mit diesen komprimierten, aber aussagekräftigen Stichworten umriss Verwaltungsratsvorsitzender Helmut Mölle beim Neujahrsempfang 2012 im Haus Hochland das Geschehen innerhalb des Diakonischen Werkes in 2011. Für die Öffentlichkeit sichtbar nannte er die Entwicklung der Krankenhauskrippe, den Umzug des D + W Kaufhauses und das Projekt KIWI (Kinder sind uns wichtig).

Stolz zeigte Mölle sich über die Auszeichnung „Familienorientiertes Unternehmen“ der Diakonie Bayern. Das höchste Gütezeichen gilt bis zum 21. November 2014. „Das soll ein Ansporn für uns sein, diese Anerkennung auch darüber hinaus wahr werden zu lassen.“ Mölle, der mit Ablauf der Wahlperiode im Laufe 2012 sein Amt zur Verfügung stellt, wagte aber auch einen durchaus sorgenvollen Blick in die Zukunft: „Ich sehe ein finanzielles Wetterleuchten am Horizont. Irgendwann wird dieses öffentliche Sparen auch die Diakonie und ihre Arbeit erreichen.“ Er meinte, in der Krise werde sich dann allerdings die tatsächliche Stärke des Unternehmens zeigen. Neu ist beim Jahresempfang: „Was machst Du eigentlich bei der Diakonie?“ Thomas Reuß, scheidender Heimleiter im Wilhelm-Löhe-Haus, und Olaf Höck, Leiter des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ), informierten dazu in einem kurzweiligen, prägnanten Dialog die rund 200 Kollegen nach dem Motto „Psychiatrie trifft Pflege“. Olaf Höck bestätigte dazu, dass etwa 800 Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung das Zentrum nutzen – und die Besuchertendenz steige. Demzufolge benötige man immer mehr Arbeitsprojekte, um Arbeitsangebote für das Klientel zu schaffen. So wurde gerade die Bügelstube am St.-Mang-Platz neu gestaltet und mit dem D+W Kaufhaus direkt verbunden. Massive Kürzungen im SPZ bedrohen das umfassende Angebot vom Clearing über Beratung bis hin zu aktiver Begleitung. Thomas Reuß zog ein Fazit zur Pflegesituation: „Es wird Zeit, dass wir auf die Straße gehen und etwas für die Lobby der Mitarbeiter tun“, so Reuß. Der Fachkräftemangel, der sich abzeichne, sei besorgniserregend. „Wir erwarten, dass wir eines Tages im Alter gut versorgt werden, das bedeutet auch, dass wir dazu verpflichtet sind, dass unsere Generation die jetzt Älteren gut pflegt.“ Es gehe um Pflege und nicht in erster Linie um Dokumentationen.

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Indien trifft Allgäu
Indien trifft Allgäu
Kutter wird fündig
Kutter wird fündig
Zwischen Romantik und Realität
Zwischen Romantik und Realität

Kommentare