Anstrengende Öffentlichkeitsarbeit

Auftrieb – auch der Werkzeuge, veränderte Perspektive und Widerstandskraft des Wassers erschweren die Arbeit unter Wasser. Ein Mitglied der Feuerwehr-Tauchergruppe demonstriert hier das Aufbrechen eines Safes. Fotos: Tröger

Es war ein reges Kommen und Gehen, Staunen und Beobachten – oder sich auch selbst einmal als Feuerwehrmann/-frau versuchen. Am Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Kempten konnten am vergangenen Samstag die Gäste quer durch alle Generationen das breite Spektrum der Feuerwehrarbeit unterhaltsam und informativ erleben. Die Faszination stand dabei nicht nur in den vielen großen Kinderaugen geschrieben.

Auch einige Erwachsene nutzten die Gelegenheit, sich unter anderem einmal in voller Montur durch die Atemschutz-Übungsstrecke zu kämpfen – trotz der schweißnassen, abgekämpften Feuerwehrler nach ihrer Vorführrunde. Einmal im Jahr müsse jedes aktive Mitglied der Feuerwehr zum Atemcheck beim Arzt, erklärte Werner Wittmann vom Team für Öffentlichkeitsarbeit den sich neugierig im engen Übungsraum drängenden Zuschauern. Während seine Kameraden Walter Stephan und Dominik Seitz Schutzkleidung und Ausrüstung anlegten, erklärte er die speziellen Eigenschaften und Funktionen. Als schließlich die Atemschutzmaske die Gesichter verdeckten, wurde es manchem der kleinen Besucher allerdings dann doch etwas unheimlich. „Nicht verstecken! Wenn ihr so jemanden von uns seht, müsst ihr zu ihm kommen, auch wenn er komisch ausschaut“, versuchte Seitz ihnen die Angst für den Fall des Falles zu nehmen. „Ist das sehr anstrengend?“, fragte ein Pimpf und beobachtete, wie die beiden Feuerwehrmänner den aus Gittern aufgebauten Parcour bewältigten. Trainiert werde in der Montur erst auf dem Laufband, dann auf einer Endlostreppe „und wenn sie total fertig sind, dann geht’s mit einer Handlampe auf die stockdunkle, vernebelte Atemschutzstrecke“, erzählte Karola Hämmerle von der Löschgruppe 11 (Stadtweiher) lachend. Draußen im Hof hantierten derweil zwei Taucher im dicht umringten Wassercontainer. Florian Fastner vom Team für Öffentlichkeitsarbeit lieferte dazu die Hintergrundinformationen zu den Haupteinsatzbereichen der Tauchergruppe und den gezeigten Aktionen, zum Beispiel ein Drahtseil mit Hammer und Meisel zu trennen. Wie Jürgen Schäfer, Mitglied der insgesamt etwa 15 Mann starken Tauchergruppe, dem KREISBOTEN versicherte, „ist es wegen des Vergrößerungseffektes unter Wasser gar nicht so einfach, einen Meisel mit dem Hammer zu treffen“. Dazu komme die körperliche Belastung: Beim Tauchen von null auf zehn Meter Tiefe entstehe „doppelt so viel Druck auf den Körper als normal“. Je nach Belastung reiche der 3600-Liter-Luftvorrat für eine halbe bis eine Stunde unter Wasser. Durch das Tragen einer so genannten „Tarierweste“, könnten sich die Taucher „per Luftzufuhr und -abfuhr im Schwebezustand einjustieren“, erklärte Schäfer ein praktisches Hilfsmittel. Zur Kommunikation mit den Kameraden im Boot oder am Ufer würden die Taucher mit Körperschallmikrofonen und einer gelben Leine – die auch zum Hochziehen dienlich sein könne – verbunden. Im Container öffneten die Taucher derweil einen Safe und befreiten, zur Freude der Kinder, bunte Plastikfische und gelbe Badeenten. Dramatisch spitzte sich nebenan die Rettung aus einem Unfallauto zu. Mit schwerem Gerät wurde das Autodach entfernt, während der Notarzt den verletzten Fahrer im Cockpit erstbetreute. Ein gekonnt angesetzter Hebel schließlich gab den Fahrer frei und er wurde durch das offene Dach fachmännisch an die Rettungskräfte der Johanniter übergeben. Dagegen wirkten Vorführungen wie die Explosion einer Spraydose im von der Sonne aufgeheizten Auto fast entspannend. Und das war schließlich noch längst nicht alles, was die Feuerwehr neben einem Angebot für das leibliche Wohl und musikalischer Unterhaltung mit den „Poor Boys“ an spannendem Programm auf die Beine gestellt hatte.

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