Friedliche Kundgebung

Bürgerinitiative Funkenwiese übergibt 263 Unterschriften an OB Kiechle

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Ein erster Austausch der Standpunkte vor dem OB-Büro: (v.l.) Peter Claus (Sprecher Bürgerinitiative Funkenwiese), OB Thomas Kiechle, Baureferent Tim Koemstedt und Sozialbauchef Herbert Singer.

Kempten – Die Wiese erhalten, „ist nicht realistisch“, aber „wir wollen ein vernünftig angepasstes Bauen“, sagt Peter Claus, Sprecher der Bürgerinitiative Funkenwiese im Stiftallmey gegenüber dem Kreisboten und klappt den Ordner zu, in dem gerade noch – an der Rathaustür und kurz vor der Übergabe an OB Thomas Kiechle – die 263te Unterschrift von einer Anwohnerin aus der Leutkircher Straße geleistet wurde.

Wie mehrfach berichtet, plant die Sozialbau den Bau von 174 Wohneinheiten auf der bislang grünen Funkenwiese, wozu auch öffentliche Informationsveranstaltungen stattgefunden hatten.

„Bebauung mit Augenmaß“, darum gehe es; und darum, dass man nicht nur an den größtmöglichen Gewinn dabei denke. Und: „Man darf auch die Werte, die wir geschaffen haben nicht so vernichten“, spricht Claus die Angst der Besitzer der angrenzenden Einfamilienhäuser vor deren Wertverlust an. Rund 50 betroffene Bürgerinnen und Bürger haben sich vergangenen Dienstagnachmittag mit Transparenten, Trillerpfeifen und Kind und Kegel vor dem Rathaus versammelt, um dem OB besagte Unterschriftenliste zu überreichen. „Zu wenig Parkplätze“, „zu viel“, „zu hoch“, skandieren einige der Teilnehmer und halten Schilder in der Hand, auf denen sie ihren Unmut zum Ausdruck bringen: „Sozialbau und Stadt planen Gewinne satt/alte Werte drumherum, da schert sich keiner drum“; „Keine Hochhausriesen auf unserer Funkenwiesn“...

Über neun Punkte ärgern sich die Betroffenen, wie zum Beispiel über eine „maximale Verdichtung“ durch sieben siebengeschossige Hochhäuser und zwei vierstöckige Winkelblocks für rund 400 Menschen, den Wegfall von Besucherparkplätzen aber auch Dinge wie die Fällung von „endlich großen Bäumen, die den Bürgern gehören“, verweist Sibylle Gruber auf die einstige Aktion „Bäume 2000“.

Noch im Rathaus treffen Claus und Georg Notz, der „direkt am Baugebiet“ wohnt und ebenfalls Sprecher der Initiative ist, auf den OB, der sich zusammen mit Baureferent Tim Koemstedt und Sozialbau-Chef Herbert Singer auf den Weg vors Rathaus gemacht hat. Dennoch, der erste Gesprächskontakt auf dem Weg zu den Demonstranten ist gegenseitig respektvoll und nicht ohne Verständnis für die jeweilige Gegenseite. Aber es ist auch schnell klar, dass in diesem Rahmen keine schlussendliche Lösung zur bestmöglichen Wahrung der nicht eben deckungsgleichen Interessen gefunden werden kann. Singer verspricht: „Wir werden Ihre Anliegen sicher aufnehmen, auch wenn wir nicht alle erfüllen können“ und betont, dass man erst im Planungsprozess sei. Ein Ergebnis zur Petition können die Unterzeichner laut Kiechle erwarten, sobald alles den üblichen Weg durch die Fachämter und Gremien genommen habe. „2017 wird sicher der prägende Zeitraum sein, an den Grundfesten werde man aber „sicher nicht mehr rütteln“.

Christine Tröger

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