Die Anwohner sind mit im Boot

Im Großen und Ganzen zeigten sich die Anlieger des Hildegardplatzes mit den Planungen zur dessen Neugestaltung in der Diskussion mit OB Dr. Ulrich Netzer einverstanden. Foto: Tröger

Weitgehende Zustimmung und am Ende sogar Applaus gab es von den Anliegern des Hildegardplatzes für die insgesamt drei in einem Architektenworkshop erarbeiteten Varianten zur Neugestaltung des Platzes (der KREISBOTE berichtete mehrfach). Am Montagabend hatten sie nun Gelegenheit, noch ihre Wünsche einzubringen und mit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) zu diskutieren. Baureferentin Monika Beltinger erläuterte die drei, unter Berücksichtigung der Bürgerwünsche entstandenen Varianten nochmals.

Allen drei Plänen gemeinsam ist, dass sie jeweils 112 oberirdische Stellplätze – 20 bis 30 Kurzzeitparkplätze und die restlichen bis zu zwei Stunden Parkdauer mit ähnlichen Parkzeiten wie jetzt: kostenfrei von 19 bis 9 Uhr – vorsehen und Platz für den „Markt, mindestens in seiner jetzigen Größe“ bieten, wie OB Netzer versicherte. Wie schon bei der öffentlichen Vorstellung, kam auch bei den rund 60 Teilnehmern des Abends – darunter an die 15 Stadträte – Variante A am besten an. Geteilte Meinungen gab es bezüglich der Notwendigkeit eines Kiosks, der manch einem durchaus verzichtbar erschien. Herbert Schrankenmüller, Inhaber der Buchhandlung am Platz, bezweifelte zudem, dass der von ihm „mitten im Platz“ als „scheußlich“ empfundene Kiosk „funktionieren kann“. Rathauschef Netzer betonte, dass „die Stadt nicht in ein Gebäude investieren wird, wenn kein stimmiges Nutzungskonzept dahinter ist“, und regte an, den Kiosk aus der Sichtachse Residenzplatz-Hildegardplatz „raus zu nehmen“ und gegenüber dem Westeingang der Residenz anzusiedeln. Eine Erweiterung der „Cucina Toscana“ konnte sich ein Gast gut als Belegung für den Kiosk vorstellen. Auf Nachfrage des KREISBOTEN reagierte Inhaberin Paola Farina zumindest nicht ablehnend. Allerdings müssten dazu „alle Faktoren stimmen“, meinte sie. Fragwürdige Spiele Wenig Anklang fanden dagegen die Wasserspiele, die am Montag lediglich ein Teilnehmer des Treffens als „Belebung“ empfand. Für Netzer stellte sich hier die Frage, ob man im Grunde einen Brunnen für Kinder, wie es ihn ja bereits am Residenzplatz gebe, nochmals bieten wolle, oder lieber dem vielfachen „Wunsch nach einem Marktbrunnen nachkommt“. Bedenken wurden auch geäußert, dass die Parkplätze „oft tagelang von Anwohnern“ mit Parkberechtigung belegt sein könnten, was laut Beltinger so gestaltet werden müsse, „dass alle Seiten damit leben können“. Dass „das Viertel so ganz langsam stirbt“, da sich alles ans Forum verlagert habe und „die Knochentheorie uns schadet“, konnte die Baureferentin als „nicht so schlimm“ wie von ihm geschildert erkennen. In diesem Zusammenhang verwies sie auf die Ansiedlung vieler gut gehender Geschäfte auch in der Salz- und Poststraße. Zur Belebung des Platzes „ist auch der Bürger gefragt“, stellte zudem ein Anwohner klar, dass nicht alles in die Verantwortung der Stadt- verwaltung abgeschoben werden könne. Die Zeit drängt Bereits im am kommenden Donnerstag, 15. März, soll die Neugestaltung des Hildegardplatzes erneut Thema im Stadtrat sein, damit es mit der Detailplanung zügig weitergehen kann. „Wenn es optimal läuft“, könne Ende des Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden, verkündete Dr. Ulrich Netzer. Realistischer allerdings sei ein Beginn im Frühjahr 2013 und Fertigstellung im Herbst des selben Jahres. Der Markt soll derweil auf dem Residenzplatz eine Übergangsheimat finden.

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