Anwohnerfreundlich fahren

Flüsterasphalt, mobile "Smileys" und Kreisverkehr gegen Raser

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Um die überhöhte Geschwindigkeit zu vieler Fahrer zwischen Kempten und Rothkreuz zu drosseln, soll unter anderem ein Kreisverkehr an der Kreuzung Lindauer-/Leutkircher Straße kommen.

Kempten – Den baldmöglichen Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags, herabsetzen der Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde von 22 bis 6 Uhr und die Installation ortsfester Geschwindigkeitsmessanlagen.

Diese Punkte hatte Thomas Hartmann (Grüne) in einem Antrag für den Bereich Rothkreuz formuliert, der nun im Verkehrsausschuss behandelt wurde. Grund für den Antrag war die dort inzwischen starke Verkehrszunahme mit „extremen Lärm- und Abgasimmissionen“. 

Verkehrszählungen in den Jahren 2016 und 2019 zufolge wurden in beiden Jahren am jeweiligen Spitzentag unter der Woche annähernd unverändert rund 11.800 Fahrzeuge gemessen. Allerdings fuhren lediglich 38 Prozent der Fahrzeuge langsamer als 55 Stundenkilometer und damit 62 Prozent zu schnell. Als Grund sieht die Verwaltung vor allem die „nicht erkennbare Bebauung im Bereich des Schützenheims“ sowie den geraden Straßenverlauf. Das Verkehrsaufkommen ist etwa vergleichbar mit dem der Hauptverkehrsstraßen Duracher Straße (12.000 Fahrzeuge) am Ortseingang von St. Mang und in der Ludwigstraße (ca. 11.500 Fahrzeuge) und damit deutlich unter dem in der Memminger Straße auf Höhe Lotterbergstraße mit 13.500 Fahrzeugen pro Stunde. 

Nach einer Empfehlung des Bayerischen Umweltministeriums sollen ab 8600 Fahrzeugen pro Stunde Verbesserungen der Lärmimmissionen durchgeführt werden. Mit dem Ziel, Lärmimmissionen auf den Hauptverkehrsstraßen in Kempten insgesamt zu verbessern, wird laut Verwaltung bei Erneuerung des Fahrbahnbelags in diesen Bereichen ein lärmmindernder Asphalt verbaut, durch den Verbesserungen von drei Dezibel erzielt würden. Positive Erfahrungen habe man unter anderem bereits in der Duracher Straße oder dem Adenauer- und Schumacherring gesammelt. Das wird in den nächsten Jahren so auch für Teilbereiche der Lindauer Straße angedacht. Darüberhinaus wird über einen Kreisverkehr an der Einmündung der Leutkircher Straße in die Lindauer Straße nachgedacht. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde „ist hier nach rechtlichen Rahmenbedingungen nicht möglich“, ging Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann auf die zweite Forderung Hartmanns ein. 

Die könne nämlich nur in speziellen Fällen angeordnet werden, z.B. wenn die Straßenverhältnisse keine 50 Stundenkilometer erlauben, an schlecht einsehbaren Stellen oder an Schulen und Kindergärten. Auch eine ortsfeste Geschwindigkeitsmessanlage nach dem von Hartmann genannten Vorbild auf der B31 Richtung Bodensee, sei in Bayern nicht erlaubt und könne nur über eine Genehmigung der Regierung von Schwaben bei Unfallschwerpunkten installiert werden. Für Hartmann ein klarer Fall dafür, dass Bayern nachbessern müsse. Er bat darum, wenigstens das Tempo 60 zwischen Kempten und Rothkreuz wieder auf 50 Stundenkilometer zurückzuschrauben, auch hinsichtlich des angedachten Kreisverkehrs und der Bebauung Funkenwiese – ein Vorstoß, der insgesamt auf offene Ohren stieß. 

Alexander Buck sah hier eine gute Möglichkeit für den Einsatz des neuen städtischen Blitzgeräts, das laut Wiedemann in drei bis vier Wochen endlich einsatzbereit sein soll. Allerdings senkte sich seine Begeisterung auch schnell wieder, da dessen Einsatz für das gesamte Stadtgebiet nur für „acht Stunden pro Woche erlaubt ist“. Alternativ wies Wiedemann auf den Einsatz eines der acht mobilen „Smileys“ hin, die als Geschwindigkeits-Messanlagen im Stadtgebiet verteilt seien. Da in Kempten offensichtlich „Schilder nur als Empfehlung wahrgenommen werden“, sprach sich auch Dr. Dr. Robert Wiedenmann (FW) für die „Smileys“ aus, die seines Erachtens „viel bewirken“. 

Christine Tröger

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