Apps zum "Richtig gut essen"

Ernährung im Trend: Digital zum gesunden Lebensstil?

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Mit einer Virtual-Reality-Brille konnten Besucher des Bayerischen Ernährungstages eine 3D-Reise durch den Körper erleben und beobachten, wie sich Bewegung auf den Körper auswirkt.

Kempten – Der 6. Bayerische Ernährungstag informierte über die Digitalisierung in der Ernährung. Studierende der Teilzeitschule Hauswirtschaft im AELF Kempten zeigten, wie sich die digitale Welt für einen gesunden Lebensstil einsetzen lässt.

In den App-Stores gibt es über 200.000 Apps zu den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung. Mit ihrem Projekt zu dem Thema des AELF Ernährungstages „Richtig gut essen – digital ist real“ gaben die Studierenden den Verbrauchern Hilfe bei der Qual der Wahl: Welche App ist wirklich sinnvoll? Nach mehreren Kurzvorträgen zeigte ein Parcours rund um die Ernährung eine jeweils passende App zu den verschiedenen Aspekten der Stationen. Nach der Begrüßung der Gäste durch Dr. Alois Kling, Behördenund Schulleiter des AELF Kempten, sprach die stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll in wenigen Worten an, was real ist: „Die Digitalisierung mischt sich unter alle Lebensbereiche, ob wir wollen oder nicht.“ 

Man müsse auf den Zug aufspringen, die Chancen nutzen und dabei nicht nur wirtschaftlich denken, sondern auch den ethischen Wert der digitalen Produkte betrachten. Die Ansprechpartnerin des AELF für Ernährung, Dr. Elisabeth Bischofberger, begann ihren Vortrag mit einer Frage, die alle kurz zum Grübeln brachte. „Wie lange gibt es Smartphones?“ Die meisten Gäste waren überrascht, dass die modernen Handys schon seit zwölf Jahren auf dem Markt sind. Kein Wunder also, aber trotzdem bedenklich, dass heute drei Viertel aller Zehnjährigen ein Smartphone besitzen. Eine schnelle online-Abfrage des Publikums zur digitalen Zukunft ergab, dass die meisten eher gemischte Gefühle als Freude angesichts der alles durchdringenden Digitalisierung empfinden. Bischofsberger betonte, dass die Ernährung ein Top-Thema in den Medien sei. Wer kennt nicht den Slogan: Du bist, was du isst! Grund genug für das AELF, sich hier einzubringen und einen sinnvollen Umgang bzw. die Nutzung von getesteten und bewährten Apps vorzuschlagen. „Essen wird noch wichtiger werden, als es momentan ist.“ Das sei positiv, da gemeinsames Kochen und Speisen einen hohen sozialen Stellenwert haben.

Fit und jung bleiben

Ein Bild mit drei Generationen warf Bischofberger an die Leinwand. Erst auf den zweiten Blick erkannten alle Gäste, wer Oma, Mutter und Enkelin sind. Jung und Alt wachsen zusammen, denn Jugendlichkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit stehen im Fokus der Ernährungsforschung und damit gleichzeitig Selbstcoaching und -optimierung. Unzählige Apps sollen oder können uns dabei unterstützen. Die Ernährungsforscher betrachten heute das „ich“ mehr als das „wir“. Gefragt wird aktuell nach der richtigen Ernährung für „mich“, nicht für „uns“. Der Hintergrund liegt in der individuellen Verstoffwechselung der Nahrung, die für jeden einzelnen Nutritypen eine passende Ernährungsweise zur Folge hat. Bischofberger stellte außerdem noch das digitale Zukunftsszenario in der Ernährung vor: Einkaufsroboter als Hilfe im Supermarkt, Bezahlen mit seinem Lächeln, zunehmende Onlinebestellungen, Lebensmittellieferung per Drohne, Foodscanner für die Überprüfung der Haltbarkeit, Kühlschränke, die die fehlende Butter an das Smartphone bestellen und sogar Pizza aus dem 3D-Drucker. Bei dem Überangebot an digitalen Helfern, rief die Verantwortliche für Ernährung des AELF abschließend dazu auf, stets den Nutzen der Apps sowie der Smarthome-Techniken genau zu hinterfragen. Ist der Datenschutz gewährleistet? Wer verdient durch die Apps und womit bezahle ich? Wie viel digital tut mir gut? Einen letzten Tipp nahm jeder gerne mit: „Vergessen Sie nicht, auch mal auszuschalten und analog zu sein.“ 

Was können die Apps? 

Die Apps befassen sich mit gesunder Ernährung, Lebensmitteln, Kochen, Fitness und Entspannung. Generell geben sie Infos, erfassen Daten, werten diese aus und teilen Ergebnisse mit. Ihr Ziel ist die Verhaltensänderung und das Lernen. Positiv an der App-Welt sind der einfache Einstieg, die Ortsunabhängigkeit, der persönliche Bezug und das prompte Feedback zum eignen Tun. Vergeblich ist jedoch die Suche nach sinnlichen Erfahrungen oder nach sozialer Interaktion. Zu leicht wird dem Nutzer auch der Ausstieg aus dem Lernprogramm gemacht: Es kostet nichts, die App einfach zu deinstallieren, wenn sie denn nervt „Zu gut für die Tonne“ ist eine App vom Bundesernährungsinstitut, die die Studierenden der Hauswirtschaft in ihrem Parcours vorstellten. Sie hilft dem Verbraucher, weniger Lebensmittel wegzuschmeißen und zeigt, wie Nahrungsmittel richtig gelagert werden oder wie wie Frau oder Mann mit einfachen Rezepten aus Resten leckere Gerichte herstellt. „Code check“ informiert durch das Einlesen des Barcodes auf der Verpackung über sämtliche Inhaltsstoffe der Lebensmittel.

Mit dieser App kann niemand mehr behaupten, er habe nicht gewusst, wie viel Zucker Ketchup oder Cola enthält. Für Fans von gesunder Lebensführung ist die App „Was ich esse“ geeignet. Sie orientiert sich an der Lebensmittelpyramide und nimmt genau unter die Lupe, was, wie viel und in welchem Verhältnis der Nutzer pro Tag isst. Mit einer Virtual-Reality-Brille konnten die Besucher eine 3D-Reise durch den Körper erleben und dabei beobachten, wie positiv sich Bewegung auf unseren Körper auswirkt. Wer sich nicht vor dem Ergebnis scheute, trat auch noch zum digitalen Selbsttest an. am Mit einer Virtual-Reality-Brille konnten Besucher des Bayerischen Ernährungstages eine 3D-Reise durch den Körper erleben und beobachten, wie sich Bewegung auf den Körper auswirkt.

Annette Mayr

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