Arbeitsmarkt 2012:

"Sehr erfolgreiches Jahr"

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Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, konnte für seinen Zuständigkeitsbereich so gute Zahlen wie seit 20 Jahren nicht vermelden.

Kempten – Der 2012 deutschlandweit positive Trend auf dem Arbeitsmarkt machte auch vor dem Allgäu nicht halt.

Vergangene Woche konnte Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, auf ein „sehr erfolgreiches“ Jahr zurückblicken, das im Jahresdurchschnitt eine Entwicklung zeige, „wie seit 20 Jahren nicht“. Darüber hinaus habe der Arbeitsmarkt im Allgäu „während des gesamten Jahres zu den besten in Deutschland“ gehört.Auch wenn die tiefen Temperaturen zu Jahresbeginn den Arbeitsmarkt naturgemäß belas- tet hätten, verzeichnete Litzka gerade im ersten Halbjahr eine kontinuierlich unter dem Wert des Vorjahres liegende Arbeitslosenquote. An dem insgesamt guten Ergebnis hätten im Jahresverlauf auch die „wirtschaftlichen Dämpfungseffekte“ im Herbst sowie die jahreszeitlichen Einflüsse im November und Dezember nicht rütteln können. Bei einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,1, Prozent waren somit nach offiziellen Angaben im Jahresdurchschnitt gut 10 500 Menschen in der Arbeitsagentur und den sieben Jobcentern arbeitslos gemeldet – 75 Menschen weniger als im „Boom- jahr“ 2011. „Besondere Stabilität“ bescheinigte Litzka den Bereichen Memmingen und Marktoberdorf – beide während des gesamten Jahres „mit einer Zwei vor dem Komma“ – sowie der Region Mindelheim.
Arbeitslose unter 25: Wenngleich sich der Arbeitsmarkt hier in den letzten vier Monaten des Jahres 2012 weniger aufnahmefähig gezeigt habe als im Vorjahr, hätten Arbeitslose unter 25 Jahren meist rasch wieder eine neue Beschäftigung gefunden.
Arbeitslose über 50: Nach wie vor „schwer auf dem Arbeitsmarkt“ hätten es dagegen Arbeitslose der Generation 50+, mit 3960 bei den Ver- mittlern gemeldeten Betroffenen. Ihr Anteil habe weiter deutlich über dem anderer Personengruppen gelegen.
Ausbildungsmarkt: „Sehr gut entwickelt“ habe sich der Ausbildungsmarkt mit „deutlich mehr Stellen, die bei uns gemeldet sind, als Jugendliche“, so Litzka: 4500 junge Menschen, auf Suche nach einer berufliche Ausbildungsstätte, gegenüber knapp 5600 Ausbildungsstellen. Was aus Sicht der Jugendlichen erfreulich sei, werde für die Arbeitgeberseite zunehmend schwierig. Frei geblieben Ausbildungsstellen zeigt die Statistik vor allem in der Hotellerie und Gastronomie, im Verkauf sowie in Büro, Sekretariat, Handwerk und in der Logistik.
Stellenmarkt: Hier habe es im Jahresdurchschnitt 4400 Angebote gegeben, über 200 mehr als im Vorjahr. Ein „Motor“ sei der gewerblich-industrielle Bereich, aber auch das Gastgewerbe. Generell würden Leute gesucht, „die eine Ausbildung haben“, zum Beispiel in den Bereichen Logistik oder Tourismus, im Handwerk und Baugewerbe, im Allgäu auch zunehmend im Gesundheits- und Wellnessbereich. Zudem hob Litzka einen kontinuierlichen Bedarf an qualifizierten Pflegekräften, sowohl im ambulanten wie stationären Bereich hervor.
Als „sehr erfreulich“ bezeichnete der Chef der Agentur für Arbeit die Entwicklung bei den Sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, die er mit 230 000 bezifferte (Stand 31.3.2012). Einen Ausblick für seinen Zuständigkeitsbereich scheute er nicht: „Im Allgäu muss man sich nicht sorgen, dass es zu Einbrüchen kommt“. Die Dynamik schätzte er als „so weit stabil“ ein und auch „Kurzarbeit ist bei uns im Bezirk nicht wirklich ein Thema“. Das erste Halbjahr 2013 werde seines Erachtens „sicher verhalten sein“, aber ohne Einbrüche.

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