Bilanz gezogen

Positives Fazit für Arbeitsmarkt 2014

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Arbeitsmarktzahlen, die sich sehen lassen konnten, präsentierte die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen für den Dezember und das Gesamtjahr 2014. Im gesamten Allgäu sind bei insgesamt 246.000 Beschäftigten nur rund 11.567 arbeitslos gemeldet. Das führt zu einer niedrigen Quote von 3,2 Prozent im Jahresmittel. Ein vergleichbarer Raum wie Vorpommern-Rügen hat eine bestehende Arbeitslosenquote von 16,3 Prozent.

Kempten – Am Mittwoch lud die Agentur für Arbeit (AA) Kempten-Memmingen in Person von Peter Litzka, Leiter der Agentur, und Reinhold Huber, Pressesprecher und Leiter des Marketings, zur Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen für Dezember und das Gesamtjahr 2014 ein.

Um es vorweg zu nehmen, die Zahlen stellen sich, im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands, als außerordentlich erfreulich dar. Demnach betrug die durchschnittliche Allgäuer Arbeitslosenquote des vergangenen Jahres 2014 nur 3,2 Prozent im Mittel. Von den derzeit 11.567 arbeitslos gemeldeten Personen im gesamten Allgäu sind 4524 Bezieher von Hartz IV, die restlichen 7043 Personen ohne Arbeit beziehen Arbeitslosengeld. Dieser zweite Bereich ist der dynamischere Teil der Beschäftigungslosen, befinden sich in diesem doch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die über jahrelange sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verfügen und die sich aufgrund ihrer Qualifikation mitunter besser in den lokalen Arbeitsmarkt integrieren lassen.

Der Arbeitsmarkt umfasst im Allgäu die kreisfreien Städte Kempten, Kaufbeuren und Memmingen und die vier Bezirke Unter-, Ober-, Ost- und Westallgäu/ Lindau. Im gesamten Gebiet sind auf den Tag 246.000 Menschen in Beschäftigung, hiervon wiederum 75 Prozent in Vollzeit und rund 25 Prozent in sozialversicherungspflichtiger Teilzeit. Besonders gut bei der Beschäftigung schnitt heuer der Landkreis Unterallgäu mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent ab. Auch der Monat Dezember stellt in der Erfolgsbilanz der AA für das Jahr 2014 keinen Ausreißer ab. „Die günstige Witterung bis zu den Weihnachtsfeiertagen hat auch dem Arbeitsmarkt gut getan, denn Arbeiten im Freien konnten in vielen Fällen fortgeführt werden. Die sonst witterungsbedingten Entlassungen in Außenberufen blieben weitgehend aus“, so Litzka.

Während in den vergangenen Jahren zum Jahreswechsel meist ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen war, meldeten sich dieses Jahr deutlich weniger Menschen aus Außenberufen bei den Arbeitsämtern. „Für uns erfreulich war auch die anhaltende Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Branchen“, so Litzka weiter. Maßgeblich für saisonale Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ist die bestehende Arbeitsplatzstruktur, die sich im Gesamtgebiet des Allgäus unterschiedlich ausgestaltet. Während Gebiete wie das Unterallgäu, Memmingen und Kempten viele Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe, zum Beispiel Maschinen- und Metallbau bereit halten, die außer bei tiefgehenden Konjunkturkrisen vom Arbeitsplatzrückgang zur Zeit kaum betroffen sind, so sind es die stark vom Tourismus geprägten Gebiete, wie das Oberallgäu oder der Raum Lindau/Bodensee, die in der Regel Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen. In Regionen wie dem Oberallgäu zeichnen sich dann, bedingt durch Gästeverhalten und Witterung, signifikante Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ab. Aber auch in diesem Bereich konnte die Agentur für Arbeit gute Zahlen präsentieren, 140 neue Stellen in Hotellerie und Gastronomie wurden im Dezember zur Neubesetzung eingereicht. In allen Bereichen waren es 1326 Stellen, die von Betrieben und Unternehmen der Agentur für Arbeit zur Besetzung übertragen wurden. 45 mehr als im Vormonat November und satte 233 mehr zum Vergleichsmonat 2013.

Probleme bereitet der Agentur für Arbeit der Arbeitsmarkt für Arbeitssuchende, die älter als 50 Jahre sind. Jeder dritte Arbeitslose – in Zahlen sind es für das vergangene Jahr 4250 Menschen – gehört zur Gruppe der Generation 50plus. Die Angebote des Arbeitsmarktes dünnen sich hier für Arbeitsuchende schnell aus.

Trotzdem fällt das Gesamtfazit der Verantwortlichen der Agentur für Arbeit positiv aus. Arbeitgeber stellten 2014 knapp 4400 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das waren 400 Stellen mehr, als im Jahr zuvor. Alle Bereiche wie die industriell-gewerbliche Produktion, der Fahrzeugbau, die Logistik-Unternehmen, das Handwerk, der Dienstleistungssektor und Hotellerie und Gastronomie zeigten sich hinsichtlich ihrer Beschäftigungszahlen und Bedarfe als robust. Wachstumspotentiale sieht die Agentur für Arbeit im gesamten Bereich der Altenpflege, wo sie in Kooperation mit ansässigen Bildungsträgern Beschäftigungssuchenden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen anbietet.

Was die Einführung des Mindestlohnes für den Arbeitsmarkt bedeutet, da wollten sich die Verantwortlichen der AA nicht dezidiert äußern. „Es wäre ein Blick in die Glaskugel. Wir warten ab“, meinten Litzka und Huber unisono. Besonders im Niedriglohnsektor Tourismus sind allerdings Veränderungen zu erwarten.

Jörg Spielberg

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