Auch für die Lebensfreude

Mit Artenvielfaltsgarten auf der Ludwigshöhe essbare Landschaft gestalten

+
Die Ludwigshöhe soll ein Ort der Biodiversität werden

Kempten – Eine 8000 Quadratmeter große städtische Ausgleichsfläche, angesiedelt an der Linggener Straße in St. Mang, neben Kleingärten und einem Bolzplatz, soll in einen „Ort der Begegnung“, in einen „Artenvielfaltsgarten“ verwandelt werden.

Dort sollen sich neben vielfältige Pflanzen Tiere, Insekten und Amphibien tummeln. 

Die Menschen könnten sich dort erholen, Erdung erfahren, austauschen, mitarbeiten und hier und da ein bisschen naschen, hieß es im Klimaschutzbeirat vergangene Woche. In den Aufbau und die Pflege des artenreichen Naturgartens sollen Schulen, Kindergärten und benachteiligte Menschen eingebunden werden – es soll ein Ort der Inklusion und Migration werden, sagt Manuela Härtl-Hiller, Projektinitiatorin über ihre Idee zur Gestaltung eines Artenvielfaltsgartens auf der Ludwigshöhe. 

Es ist ein Projekt, das Härtl-Hiller ganz besonders am Herzen liegt. Zusammen mit der Stadt Kempten, mit Georg Sedlmaier von der Interessensgemeinschaft für gesunde Lebensmittel und den Kemptener Bürgerinnen und Bürgern will sie diesen artenreichen Naturgarten auf der Ludwigshöhe realisieren. Im Rahmen der 2018 vom Umwelt- und Klimaausschuss einstimmig beschlossenen Förderung für Biodiversitäten, ist dies eine Maßnahme, die ein Leuchtturmprojekt werden könnte. Am vergangenen Donnerstag stellte Härtl-Hiller ihr Vorhaben in der Sitzung des Klimaschutzbeirates vor. Der Naturgarten, der als ökosoziales Bürgerschaftsprojekt angelegt und mit einem großen Netz von lokalen Helfern umgesetzt werden soll, soll mit Spenden und Fördermittel finanziert werden. 

Rund 35.000 Euro seien für die Umsetzung des Gartens nötig, schätzt Härtl-Hiller. Dabei übernimmt das Klimamanagement Kempten die Aufwandsentschädigung für die Projektleitung sowie 1000 Euro für die jährliche Bepflanzung, hinzu kommen weitere 3000 Euro von Stadtgrün. Neben der Stadt Kempten als Kooperationspartner sucht Härtl-Hiller noch weitere Unterstützer, die durch Spenden zur Finanzierung beitragen. Als primäres Ziel nannte Härtl-Hiller die Sichtbarmachung einer „wertvollen“ Fläche an der Linggener Straße, die als Abfallplatz für Heckenschnitt und teilweise als „wilde Mountainbike“-Strecke“ genutzt wurde. „Gemeinsam“ mit den dort ansässigen Bürgern will Härtl-Hiller aus diesem Flecken Erde, urbanen Lebensraum schaffen. Der geplante Naturgarten mit seiner Artenvielfalt solle den Menschen das ökologische Verständnis und die Achtung des Lebens näherbringen, sagt die Projektinitiatorin. 

Es sollen heimische Pflanzen angepflanzt, regionales Saatgut verwendet und später auch wiedergewonnen werden. Neben den angepflanzten Beerensträuchern sind Beete geplant, in denen Gemüse und Kräuter sprießen sollen. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit soll der Garten nach den Prinzipien des Naturgartens und der Permakultur bewirtschaftet werden. Auf den Einsatz von Bioziden, Herbiziden oder Düngemittel will Härtl-Hiller ganz verzichten. So könnte der Artenvielfaltsgarten auf der Ludwigshöhe ein Pilotprojekt werden, das als Blaupause auch auf andere Stadtteile übertragen werden kann. Mit dem Projekt hat die Stadt Kempten am bundesweiten Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ teilgenommen, ein Ergebnis steht noch aus. 

Tamara Lehmann

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

29-jährige Oberallgäuerin vermisst
29-jährige Oberallgäuerin vermisst
Stadtrat bringt Bauvorhaben auf den Weg – Siegerentwurf findet Gefallen
Stadtrat bringt Bauvorhaben auf den Weg – Siegerentwurf findet Gefallen
Aktuelle Infos zum Corona-Virus in Kempten und im Oberallgäu
Aktuelle Infos zum Corona-Virus in Kempten und im Oberallgäu
Wie sieht die Zukunft der Allgäuhalle aus?
Wie sieht die Zukunft der Allgäuhalle aus?

Kommentare