Eine menschliche Kuh überzeugt

artig Kunstpreise 2018 gehen an Thomas Silberhorn, Judith Rautenberg und Claudia Hoffer

1 von 2
Die Gewinner der artig Kunstpreise 2018 (v.l.): Claudia Hoffer (München), Thomas Silberhorn (München) und Judith Rautenberg (Weimar) mit artig-Vorsitzendem Stephan A. Schmidt (hinten).
2 von 2

Kempten/Allgäu – Eine Feier von Künstlern für Künstler und deren Kunst mit großem Publikum – das war die Vernissage zur artig Kunstpreis-Ausstellung 2018 im Kemptener Kunstreich. Die vielen Anwesenden der insgesamt 67 Künstler, die es von 560 Einreichenden in die Ausstellung geschafft hatten, fieberten gespannt auf die Preisverleihung hin: Für seine Videoarbeit „Rote Kuh auf grüner Weide“ erhielt Thomas Silberhorn (München) den mit 2500 Euro dotierten artig Kunstpreis 2018.

Der Sonderpreis mit 1500 Euro ging an Judith Rautenberg (Weimar) für ihre Videoinstallation „Again“. Den zusätzlich vergebenen Extrapreis mit 1000 Euro verlieh die Jury an Claudia Hoffer (München) für ihre Malerei „The P. Collection“. Jetzt können bis zum Sonntag, 13. Mai, alle Ausstellungsbesucher für den Publikumspreis mit 1000 Euro abstimmen.

Dank der riesigen Resonanz mit 1080 eingereichten Werken erhöhte artig die im Vorfeld ausgeschriebenen Dotierungen der Preise deutlich und lobte den Extrapreis zusätzlich aus. „Vielen Dank für all das Vertrauen und Eure Beteiligung an der artigen Solidargemeinschaft für diesen Preis - vor allem auch an die knapp 500 Künstler, deren Werke nicht in die Ausstellung kamen“, betonte artig-Vorsitzender Stephan A. Schmidt. „Ohne den Teilnahmebeitrag aller – und die viele ehrenamtliche Arbeit meiner Vereinskollegen – wären die Preise, der gedruckte Katalog, dieser Abend und die gesamte Ausstellung so nicht möglich.“

In allen drei ausgezeichneten Werken spielt das Menschsein eine wesentliche Rolle. In Silberhorns Video grast sich keine Kuh, sondern ein rotbärtiger Mensch an einem Zaun entlang durch grüne Kresse. In Rautenbergs Video-Installation versucht ein Mensch seiner Box, seinen Gewohnheiten, seinen Mustern zu entkommen - und landet immer wieder in der gleichen, ähnlichen oder selben Situation in der weißen Box. In Hoffers präzise unscharfem Gemälde ist kein einziger Mensch zu sehen, dafür viel von Menschenhand Geschaffenes - monochrome Malerei im Spannungsfeld mit antiken italienischen Möbeln.

Bis Sonntag, 13. Mai, ist die Ausstellung nun in der freien Galerie Kunstreich in der Kemptener Altstadt zu sehen. Mindestens zwei der beteiligten Künstler werden die Kemptener voraussichtlich 2019 wiedersehen: Silberhorn und Rautenberg sind auch zu einer kostenfreien Ausstellung im Kunstreich eingeladen.

Hintergrund artig Kunstpreis 2018

So frei wie nur möglich sollte der artig Kunstpreis sein, so frei wie im Idealfall die Kunst selbst. Daher gab es in der Ausschreibung keinerlei Eingrenzungen bezüglich Thema, Gattung, Herkunft, Schaffensort, Alter der Künstler oder Zugehörigkeit zu einem Verband. Sogar die Entstehungszeit des Werkes war bei der dritten Auflage des artig Kunstpreises völlig uneingeschränkt; die Arbeiten durften selbstverständlich nur nicht älter als der Künstler selbst sein. Die einzigen ausgeschlossenen Künstler waren die aktiven artig-Mitglieder. Die Jury wählte zudem die Werke ohne Kenntnis von Künstler oder Ort aus, um frei von jeglichen Bezügen zu entscheiden.

Folglich sind in der Ausstellung nun Künstler aus ganz Deutschland von Flensburg bis zum Rheinfall sowie aus Österreich und Italien vertreten. Darunter sind auch einige in der Region bekannte wie Alexandra Vogt aus Kammlach (Unterallgäu), Wabato Movement aus Ebershausen (Kreis Günzburg) sowie Marion Klatt aus Füssen (Ostallgäu). Die Spielarten der Kunst reichen von filigran bis opulent, abstrakt bis figürlich oder natürlich, von gemalt bis gebeamt, von Punk bis Klassik. Die vielseitige Ausstellung wirft so ein Schlaglicht auf das Kunstschaffen von Malern, Skulpteuren sowie Foto- und Videografen.

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Kemptener Faschingsfreunde eröffnen närrische Zeiten mit schlechten Neuigkeiten im Gepäck
Kemptener Faschingsfreunde eröffnen närrische Zeiten mit schlechten Neuigkeiten im Gepäck
Kreiskliniken Unterallgäu wollen künftig mit Kempten/Oberallgäu sondieren
Kreiskliniken Unterallgäu wollen künftig mit Kempten/Oberallgäu sondieren
Investoren wollen Felderhalde winters wie sommers betreiben
Investoren wollen Felderhalde winters wie sommers betreiben

Kommentare