Informationsabende für Ehrenamtliche

Ehrenamtliche schulen

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Das Asylberatungsteam der Diakonie Kempten Allgäu (v. l.): Neben Klaus Hackenberg sind hier nun auch Anke Heinroth, Wolfgang Furitsch und Dieter Höbel tätig.

Das Hildegardis-Gymnasium Kempten hat ein Verkehrstraining für radfahrende Asylbewerber initiiert, im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Sankt Mang leben vorübergehend Asylbewerber.

In den Dörfern im Westallgäu werden die vereinzelten Flüchtlinge über Sportvereine in das Dorfleben integriert. Ehrenamtliche überall im Allgäu sind bereit zu helfen – ob beim Gang zur Bank, beim Einkaufen, dem Besuch beim Arzt, bei der Schulanmeldung. 

Das Asylteam der Diakonie Kempten Allgäu sieht dieses Engagement mit viel Respekt und Anerkennung, denn ohne die vielen Helferkreise würde in der Begleitung des wahren Flüchtlingsstromes wohl kaum mehr etwas gehen. „Ihre Unterstützung ist dringend nötig“, weiß Klaus Hackenberg von der Asylberatung des DW. Genauso klar ist für ihn und sein Team: „Unsere Ehrenamtlichen müssen geschult werden, um sie selbst vor rechtlichen (oder auch finanziellen) Folgen zu schützen. Gleichzeitig soll der Rechtsan-spruch eines Asylbewerbers nicht durch eine gutgemeinte, aber unfachliche Hilfe verfallen. Daher werden in Kempten, im Oberallgäu und im Westallgäu für ehrenamtlichen Kreise Informationsabende abgehalten. Sie bringen den engagierten Bürgern mehr fachliches Grundwissen zum Asylverfahren, den sozialen und kulturellen Hintergründen oder wichtige rechtliche Tipps. Egal, ob man sich über die Diakonie, die Caritas oder auch unabhängig engagiert, die Informationsveranstaltungen können von allen besucht werden. 

Seit kurzem ist Asyl-Experte Klaus Hackenberg nicht mehr allein auf weiter Flur: Anke Heinroth ist im DW für die Koordination der Ehrenamtlichen im Bereich Asyl für Kempten zuständig (60 bis 100 Personen) und zugleich für die Gemeinschaftsunterkunft an der Duracher Straße (aktuell sind hier 54 Personen untergebracht) sowie die dezentralen Unterkünfte im Stadtgebiet. Ihre Sprechstunden hat sie im Stadtteilbüro St. Mang. 

Dieter Höbel unterstützt die Gemeinden im östlichen Oberallgäu beim Aufbau eines guten Miteinanders zusammen mit dem dortigen Landratsamt und der Caritas. 

Wolfgang Furitsch ist für den Landkreis Lindau zuständig, ab Mai sogar mit einer Vollzeitstelle. Dann wird die Zahl der dortigen Asylbewerber auf über 400 geklettert sein. 

Ob im Sportbereich oder bei der Begleitung von Pflegebedürftigen – man braucht einen gewissen „Fahrplan“ im Umgang miteinander. So ist es auch beim Thema Asyl. Einige Beispiele: „Vermitteln Sie keine Arbeit, wenn noch ein Arbeitsverbot besteht. Nehmen Sie nicht die (gelben) Unterlagen zum Dublinverfahren in die Hand, sondern überlassen Sie das den Fachleuten. Übernehmen Sie keine Vollmachten und machen Sie keine Versprechungen“, fasst Höbel Punkte zusammen. 

Abgrenzung ist wichtig 

Wichtig sei auch eine persönliche Abgrenzung, damit man nicht rund um die Uhr von den Flüchtlingen beansprucht werde. „Einfühlungsvermögen ist wichtig, aber Hilfe bei Traumata durch die Flucht muss man den Experten überlassen“, warnt Hackenberg. 

Durch die Selbstorganisation der Ehrenamtlichen wurde übrigens erreicht, dass täglich anderthalb Stunden Sprachunter- richt in fünf Gruppen (drei finden in der katholischen Ulrich-Pfarrgemeinde statt, zwei Sozialraum der Gemeinschaftsunterkunft am Rübezahlweg) erfolgen kann. Die Sprachstunde ist dabei nicht abhängig vom Lehrer, sondern orientiert sich am Buch und dem Wissensstand der Schüler. 

„Wir sind dabei Ehrenamtliche, Kirchengemeinden und Fachleute miteinander zu vernetzen“, schildert Hackenberg. So gibt es unter anderem einen runden Tisch für die Asylsozialberater von Diakonie und Caritas, der einmal im Quartal tagt – zuletzt in Kaufbeuren. Denn: Der Flüchtlingsstrom ebbt noch nicht ab. Bundesweit werden heuer rund 400.000 Flüchtlinge erwartet. mori

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