Tarifreform im mona-Gebiet 

Neue "JobCard" schenkt Geld und Zeit

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In ihrer Funktion als Aufsichtsratsmitglieder der mona GmbH stellten Kemptens OB Thomas Kiechle (2.v.l.), Landrat Anton Klotz (3.v.l.) und der Busunternehmer und Stadtrat Helmut Berchtold (r.) die Ziele der ­mona GmbH vor. Links im Bild ist der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Kempten-Oberallgäu Markus Brehm zu sehen, der ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesend war.

Möglichst viel motorisierten Individualverkehr von der Straße bekommen und mehr Menschen zum Umsteigen auf den ÖPNV bewegen, das möchte die mona GmbH. Vielversprechend sind hierbei neue Tickets, die bei einer Pressekonferenz am Montag vorgestellt wurden.

Die Ziele der noch jungen mona GmbH Mobilitätsgesellschaft sind die Entwicklung eines zusammenhängenden Nahverkehrsnetzes über Landkreis- und Stadtgrenzen hinweg, die Bereitstellung von umfassenden Fahrgastinformationen sowie die Harmonisierung von Busfahrplänen und Tarifen. Erreicht werden sollen diese Ziele durch attraktive Tarifangebote, eine schon im Dezember 2016 vollzogene Fahrplanerweiterung und durch bessere Fahrgastinformationen, insbesondere über den digitalen Weg.

Neue Ziele – neue Zielgruppen

Zudem ist mittelfristig eine Verlängerung der Betriebszeiten von Montag bis Freitag sowie eine Verdichtung und Verlängerung der Betriebszeit am Samstag geplant. Das Investitionsvolumen bei der Optimierung der Fahrgastinformation beträgt rund 155.000 Euro. Die Kosten hierfür werden durch die Stadt Kempten, den Landkreis Oberallgäu und die Allgäuer Verkehrsunternehmen zu jeweils einem Drittel getragen. mona-Geschäftsführer Herbert Beck, der die Tarifreform operativ begleitet, fasst die Projektschritte zum aktuellen Zeitpunkt zusammen: „Nach der Fahrplanerweiterung im Dezember 2016 ist die Einführung der neuen Tarifangebote ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zu einem attraktiven ÖPNV. Darüber hinaus wird insbesondere an der Fahrgastinformation intensiv gearbeitet. So soll im Jahr 2017 die vielfach nachgefragte App vorangetrieben werden.

Auch die lange geplante Erweiterung um die Gebiete der Verkehrsgemeinschaft Oberallgäu (südliches Oberallgäu) und der Ostallgäuer Verkehrsgemeinschaft (Ostallgäu) soll heuer gelingen. Ein ÖPNV in einer ländlichen Region wie bei uns im Allgäu wird zwar nie alle Wünsche erfüllen können, aber in den nächsten Jahren eine enorme Verbesserung erfahren. Die Weichen hierfür sind gestellt.“

In seinen einleitenden Worten bettete der 1. Vorsitzende der mona GmbH, Oberbürgermeister Thomas Kiechle das Wirken der neuen Mobiltätsgesellschaft in das Mobiltätskonzept 2030 der Stadt Kempten ein. „Mittelfristig geht es darum, den Anteil der Fußgänger, der Fahrradfahrer und der Nutzer des ÖPNV zu erhöhen, um einen signifikanten Rückgang des motorisierten Individualverkehrs zu erreichen. Deshalb werden wir den ÖPNVfür die Menschen in Kempten und der Region gemeinsam attraktiver gestalten.“ Attraktiver heißt nicht nur ein Mehr an Angeboten und Ausweitung der Fahrzeiten des ÖPNV bis nach Ladenschluss, wie es insbesondere der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Markus Brehm betonte, sondern natürlich auch preislich lukrative Lösungen, die die Menschen zum Umsteigen bewegen.

Der Umstieg auf den ÖPNV ist nicht nur eine reine Kopfsache, sondern für viele Menschen auch eine Frage des Bauchgefühls. Umsteigen auf den ÖPNV heißt Ablassen von der Vorstellung, dass motorisierter Individualverkehr ein Stück garantierter persönlicher Freiheit ist. „Freie Fahrt für freie Bürger“ gilt aufgrund eines hohen Verkehrsaufkommens ohnehin nur mehr eingeschränkt und ein Einpendeln in eine chronisch überlastete Stadt Kempten zehrt vielen Verkehrsteilnehmern mehr und mehr an den Nerven.

Die neue mona "JobCard"

Damit sich mehr Menschen für den ÖPNV entscheiden, wurde von der Mobiltätsgesellschaft mona GmbH die mona „JobCard“ entwickelt, die ab 1. Mai für jeden abhängig Beschäftigten gelten kann. Wer im Stadtgebiet Kempten den ÖPNV benutzt (Tarifzone 0), der zahlt, wenn sein Arbeitgeber mitspielt, monatlich nur noch zwölf Euro.

Grundsätzlich kostet die Beförderung eines ÖPNV-Fahrgasts im Tarifgebiet Kempten (Tarifzone 0) monatlich 40 Euro. Bei der mona „JobCard“ wird der Besitzer bezuschusst durch den Aufgabenträger, die Stadt Kempten und den Landkreis Oberallgäu. Die Busunternehmen gewähren einen Rabatt. Hinzu kommt die Beteiligung des Arbeitgebers in Höhe von mindestens zehn Euro monatlich bei einjähriger Mindestlaufzeit.

Einfaches Procedere

Damit die Bestellung von „JobCards“ durch die Arbeitgeber möglichst einfach gehalten wird, gibt es fortan nur noch einen Ansprechpartner: „Wer für seine Arbeitnehmer, egal ob aus Altusried oder Durach ,JobCards’ kaufen möchte, hat zukünftig nur einen Ansprechpartner und Rechnungssteller und das sind wir“, sagt Sandra Rudhard, zuständige Leiterin für Marketing & Öffentlichkeitsarbeit bei der mona GmbH.

Die Höhe der zu leistenden Beiträge ist natürlich abhängig von der Anzahl der zu durchquerenden Tarifzonen. Für Auszubildende wird eine eigene mona „JobCard Azubi“ angeboten, bei der der Kostenanteil des Arbeitgebers wiederum bei mindestens 10 Euro monatlich liegt. Günstiger geworden ist auch die reguläre mona „AboCard“ für Jedermann/-frau, die sehr häufig als Ergänzung zum PKW angeschafft wird. Beliefen sich die Kosten hier bisher auf monatlich 30 Euro, so sind es ab dem 1. Mai nur noch 26 Euro.

Jörg Spielberg

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