Auffrischen und dazulernen

Im Rettungsdienst und bei der Wasserwacht ist das Spineboard im Einsatz. Nach dem „achsengerechten Drehen“ wird es unter die verletzte Person geschoben. Foto: BRK

Der inzwischen 9. Helfertag des Roten Kreuzes Oberallgäu ist zu einem festen Bestandteil im Kalender der wichtigsten Veranstaltungen für die ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes geworden. BRK-Vize Dr. Paul Wengert bescheinigte bei der Eröffnung im Kemptener Berufsschulzentrum sogar, dass der Weiterbildungs- und Begegnungstag der Oberallgäuer Rotkreuzler deutschlandweit einmalig sei.

Um die Anziehungskraft des Helfertags zu erhalten, wird im Vorfeld nach immer neuen Themen gesucht. Dabei müssen die Organisatoren um die Ehrenamtsbeauftragte Waltraut Riedel das Interessensspektrum vom Jugendrotkreuzler bis zum seit vielen Jahren aktiven Bereitschaftsmitglied oder Wasserwachtler abdecken. Ihre Mei- nung sowohl zu den besuchten Kursen wie zum Gesamtambiente äußerten rund die Hälfte der Teilnehmer auf Rückmeldungsbögen. In den Helfertag integriert sind auch Pflichtseminare, beispielsweise die alljährlich notwendigen „Fahrerbe- lehrungen“ für bestimmte Gruppen unter den Helfern. Besonders gespannt waren die Organisatoren, wie die neuen „Wohlfühlkurse“, etwa die Yoga-Schnupperstunde oder „Aromatherapie“ ankommen. Die Rückmeldungen er-gaben einen sehr guten Besuch, gut beurteilt wurden fast durchweg die Vermittlung der Inhalte, weniger gut kam der Nutzen für die tägliche Praxis weg. Ein typisches Weiterbildungsseminar war Theorie und Praxis beim Einsatz des „Spineboards“, eines „Rückenbretts“, das seit knapp zwei Jahren im Rettungsdienst und bei der Wasserwacht der Region verwendet wird. Bei Verdacht auf Rückenverletzungen kann der Verletzte damit sicher vom Unfallort bis ins Krankenhaus transportiert werden. Die Inhalte: Wann wird es aus dem Rettungswagen geholt? Wie wird der Patient mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung „achsengerecht gedreht“, damit das Kunststoff-Brett fachgerecht unter den Körper ge- schoben werden kann. Ausgiebig geübt wurde unter Anleitung der beiden Rotkreuz- Referenten Frank Schönmetzler und Anja Grube, wie und in welcher Reihenfolge Gurte angelegt und zuletzt der Kopf fixiert wird. Meinungen und Ziele Die breitgefächerte Alters- und Interessenstruktur unter den Teilnehmern spiegelte sich auch in den Bemerkungen auf den Rückmeldebögen wider. Die reichten von „das Kursangebot ist sehr gut und ausgewogen zusammengestellt“, „super, weiter so“, bis „teilweise uninteressant“ („gesunde Venen – gesunde Füße“, Yoga). Beinahe einhellig war aber die Kritik am verspäteten Beginn des Helfertags, der zulasten einiger Kurse ging. Kurze Eröffnung und für die Ehrungen einen festlichen Rahmen ohne Zeitnot – das sind Meinungen, die bei den Organisatoren durchaus vernommen wurden. „Rückmeldungen und ihre Auswertung werden sehr ernst genommen, schließlich dient der Helfertag keinem Selbstzweck“, befindet Rotkreuz-Geschäftsführer Alexander Schwägerl. „Wissen auffrischen und erweitern, Vernetzung der sozialen Dienste, des Rettungsdienstes, der Helfer vor Ort sowie der Rotkreuzgemein- schaften – der Helfertag dient der Optimierung des Helfens“, umschreibt die Rotkreuzvorsitzende Heidi Lück wichtige Helfertagsziele.

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